Der deutsche Kaufhauskonzern Galeria steht erneut vor großen Herausforderungen. Nach einer langen Phase finanzieller Turbulenzen, mehreren Sanierungsrunden und Filialschließungen blickt das Unternehmen nur mit gedämpftem Optimismus auf das Jahr 2026. Die Kombination aus sinkender Kaufkraft, hoher Inflation und wachsendem Online-Handel setzt dem stationären Geschäft weiterhin stark zu.
Rückblick auf ein schwieriges Jahr 2025
Im Jahr 2025 hatte Galeria, die aus der Fusion von Karstadt und Kaufhof hervorging, versucht, mit einer umfangreichen Restrukturierung die Wende zu schaffen. Zwar wurden Verluste reduziert, doch die Probleme blieben bestehen. Die Kundenfrequenz in den Innenstädten nahm weiter ab, während die Kosten für Energie, Personal und Mieten stiegen.
Ehemalige Eigentümer und Investoren, darunter der österreichische Signa-Konzern von René Benko, hatten sich bereits in den Vorjahren zurückgezogen. Damit fehlt es Galeria an einem starken Kapitalgeber, um die notwendigen Modernisierungen flächendeckend umzusetzen.
Hoffnung auf nachhaltige Sanierung schwindet
Trotz staatlicher Unterstützung in den vergangenen Jahren und eines erneuten Sparkurses bleibt unklar, ob das Unternehmen langfristig überlebensfähig ist. Branchenexperten sehen im schwierigen Weihnachtsgeschäft 2025 ein Warnsignal: Viele Kunden bestellten lieber online, während die Filialen in zahlreichen Städten nur schwachen Umsatz erzielten.
Wirtschaftsanalysten fordern eine Neuausrichtung der Marke – etwa durch kleinere, spezialisierte Filialformate und digitale Vertriebskanäle. Doch noch fehlt ein überzeugender Plan.
Der Online-Handel zieht davon
Im Gegensatz zu Galeria melden Onlinehändler wie Zalando oder AboutYou weiterhin stabile Umsätze. Sie profitieren von modernen Logistiksystemen und digitaler Kundenbindung. Galeria hingegen kämpft mit veralteten IT-Strukturen und einem unklaren Markenkern.
Laut einem Bericht des Handelsblatts (Dezember 2025) prüft das Management derzeit, bis zu 30 weitere Standorte zu schließen, um Kosten zu senken und Mittel für die Digitalisierung freizumachen.
Ausblick auf 2026
Ob das neue Jahr den erhofften Neuanfang bringt, bleibt ungewiss. Die Belegschaft zeigt sich verunsichert, und viele Innenstädte fürchten den Verlust weiterer Filialen. Sollte keine nachhaltige Lösung gefunden werden, droht Galeria, endgültig zu einer Randerscheinung im deutschen Handel zu werden – ein bitteres Schicksal für eine der ältesten Warenhausketten des Landes.
Quellen
Galeria startet mit Sorgen und Schulden ins Jahr 2026
Traditionskette Galeria erneut vor ungewisser Zukunft