Leo Neugebauer Leichtathletik-EM: Aus einem deutschen Favoriten wird ein Goldduell

13/08/2026
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Leo Neugebauer Leichtathletik EM – der erste Wettkampftag im Zehnkampf hat aus einer deutschen Medaillenhoffnung eine hochspannende nationale Titelgeschichte gemacht. Neugebauer führt weiterhin, doch Niklas Kaul hat sich mit einer starken ersten Hälfte und einer herausragenden Saisonbestleistung über 400 Meter so weit nach vorn gearbeitet, dass plötzlich ein deutsches Goldduell möglich erscheint.

Der Zehnkampf lebt von seiner Unberechenbarkeit. Nach fünf Disziplinen kann ein Athlet scheinbar uneinholbar wirken, bevor ein einziger Fehlversuch, ein verpatzter Lauf oder eine überraschend starke Leistung der Konkurrenz das gesamte Klassement verändert. Genau das geschah am ersten Tag: Neugebauer behauptete seine Führung, Kaul verschaffte sich eine ideale Ausgangslage für die zweite Hälfte.

Neugebauer bleibt vorne – aber der Vorsprung schmilzt

Leo Neugebauer begann den Wettkampftag mit jener Autorität, die ihn zu einem der prominentesten Gesichter der internationalen Mehrkampf-Leichtathletik gemacht hat. Über 100 Meter lief der 26-Jährige 11,23 Sekunden. Es war keine spektakuläre persönliche Bestleistung, aber eine solide Grundlage für den weiteren Wettbewerb.

Im Weitsprung zeigte Neugebauer anschließend seine bekannte technische Qualität. Vor allem in dieser Disziplin kann er regelmäßig große Punktgewinne erzielen und sich von vielen Konkurrenten absetzen. Der entscheidende Vorteil entstand jedoch im Kugelstoßen. Dort sammelte er weitere wichtige Zähler und ging mit einem Vorsprung von 129 Punkten in den Hochsprung.

Diese Führung war komfortabel, aber keineswegs unangreifbar. Im Zehnkampf zählt nicht allein die aktuelle Platzierung, sondern die Frage, wo die größten Stärken und Schwächen eines Athleten liegen. Neugebauer ist besonders in den explosiven Disziplinen stark. Kaul dagegen entwickelt seine größten Qualitäten traditionell am zweiten Tag.

Im Hochsprung musste Neugebauer dann zeigen, dass er nicht nur körperlich, sondern auch mental bereit für einen langen Titelkampf ist. Bei 1,96 Metern unterliefen ihm bereits zwei Fehlversuche. Ein weiterer Fehler hätte den Wettbewerb für ihn an dieser Stelle deutlich komplizierter gemacht. Doch er bewahrte die Ruhe und übersprang 1,99 Meter im entscheidenden Moment.

Diese Szene war wichtiger als die bloße Höhe. Ein Zehnkampf wird oft durch Situationen entschieden, in denen ein Athlet trotz Drucks keine Panik entwickelt. Neugebauer löste diese Prüfung und blieb mit 4483 Punkten an der Spitze. Dennoch beträgt sein Vorsprung auf Jeff Tesselaar aus den Niederlanden nur noch 71 Punkte, auf Sander Skotheim aus Norwegen 101 Punkte.

Leo Neugebauer Leichtathletik EM steht damit nicht für einen ungefährdeten Alleingang, sondern für einen offenen Wettbewerb, in dem jeder weitere Versuch Gewicht bekommt.

Kaul findet zu seiner stärksten Seite

Niklas Kaul erlebte einen ersten Tag, der für seine Ausgangslage kaum besser hätte verlaufen können. Der Weltmeister von 2019 lief über 100 Meter 11,23 Sekunden und zeigte im Weitsprung mit 7,22 Metern eine starke Leistung. Weil der Sprung bereits für eine sehr gute Punktzahl reichte, verzichtete er auf seinen dritten Versuch und sparte möglicherweise wertvolle Kräfte.

Im Kugelstoßen setzte Kaul anschließend ein Ausrufezeichen. Mit 15,26 Metern erzielte er eine persönliche Bestleistung. Gerade in einem Zehnkampf, der sich über zwei Tage erstreckt, sind solche Leistungen von großer Bedeutung. Sie bringen nicht nur Punkte, sondern stärken auch das Vertrauen in den eigenen Wettkampfplan.

Auch im Hochsprung überzeugte Kaul mit 2,02 Metern. Zwar verpasste er 2,05 Meter knapp, doch insgesamt zeigte sich, dass er in mehreren Disziplinen stabil agierte. Mit 4214 Punkten liegt er auf Rang sechs – eine Platzierung, die angesichts seiner bekannten zweiten Wettkampfhälfte äußerst gefährlich für die Konkurrenz ist.

Für Kaul war jedoch nicht nur die Punktzahl entscheidend. Über 400 Meter lief er 47,99 Sekunden und damit seine zweitbeste Zeit über diese Strecke. Gleichzeitig stellte er eine Saisonbestleistung auf. Es war die Art von Leistung, die einen Athleten in einem Mehrkampf emotional durch den gesamten zweiten Tag tragen kann.

Neugebauer hatte dagegen Schwierigkeiten, sein Rennen optimal einzuteilen. Er ging die Stadionrunde zu schnell an, musste auf den letzten Metern deutlich nachlassen und stürzte schließlich hinter der Ziellinie. Mit 48,81 Sekunden blieb er dennoch in Reichweite der Spitze.

Der Unterschied zwischen beiden Deutschen wurde dadurch sichtbar: Kaul beendete den ersten Tag mit wachsendem Selbstvertrauen, während Neugebauer trotz Führung wissen dürfte, dass er am Donnerstag nicht nachlassen darf.

Der zweite Tag verändert alles

Die fünf verbleibenden Disziplinen beginnen mit den 110 Metern Hürden. Danach folgen Diskuswurf, Stabhochsprung, Speerwurf und der abschließende 1500-Meter-Lauf. Diese Reihenfolge ist für Kaul besonders interessant, weil sie mehrere Disziplinen enthält, in denen er traditionell große Punktzahlen erzielen kann.

Vor allem im Speerwurf gehört Kaul zu den stärkeren Athleten des Feldes. Auch im Diskuswurf kann er sich im Vergleich zu vielen Konkurrenten verbessern. Der Stabhochsprung bleibt dagegen eine Disziplin, in der jeder Athlet enorme Risiken vermeiden muss. Ein schwacher Wettkampf kann dort schnell mehrere hundert Punkte kosten.

Für Neugebauer wird es darum gehen, seinen Vorsprung möglichst lange zu verteidigen und die großen Punktverluste zu vermeiden. Seine Herausforderung liegt weniger darin, überall Bestleistungen zu erzielen. Entscheidend ist vielmehr, konstant zu bleiben und Kaul keine zusätzliche Dynamik zu ermöglichen.

Das macht die deutsche Konstellation so reizvoll. Beide Athleten haben unterschiedliche Profile. Neugebauer bringt den größeren Vorsprung und die explosive Klasse mit. Kaul besitzt Erfahrung, Ausdauer und eine zweite Wettkampfhälfte, in der er regelmäßig Druck auf seine Gegner ausüben kann.

Leo Neugebauer Leichtathletik EM beschreibt deshalb auch einen Generationen- und Stilkonflikt innerhalb des deutschen Teams: Hier trifft der offensiv auftretende Topfavorit auf einen erfahrenen Meister des langen Atems.

Mehr als ein persönliches Duell

Ein mögliches Duell zwischen Neugebauer und Kaul wäre nicht nur für die beiden Athleten bedeutsam. Es könnte der deutschen Leichtathletik bei dieser Europameisterschaft einen besonderen Moment bescheren. Zwei deutsche Mehrkämpfer kämpfen in derselben Entscheidung um Gold – und treiben sich im Idealfall gegenseitig zu höheren Leistungen.

Neugebauer selbst betonte, dass beide Wettkampftypen seien und sich dadurch gegenseitig besser machten. Diese Haltung ist entscheidend. Im Zehnkampf kann ein direkter Konkurrent zur zusätzlichen Motivation werden, solange aus dem Vergleich kein taktischer Fehler entsteht.

Kaul wirkte nach seinem ersten Tag auffallend gelöst. Er sprach davon, nicht mehr jemand anderes sein zu wollen, sondern sich auf die eigenen Stärken zu konzentrieren und wieder Freude am Wettkampf zu empfinden. Diese Aussage erklärt viel über seine aktuelle Situation. Große Erfolge können Erwartungen erzeugen, die irgendwann schwerer wiegen als der eigentliche Wettkampf.

Gerade deshalb könnte seine entspannte Haltung zum Vorteil werden. Ein Athlet, der nicht permanent beweisen muss, dass er seiner Vergangenheit entspricht, kann Entscheidungen klarer treffen. Im Zehnkampf ist diese innere Stabilität genauso wertvoll wie Schnelligkeit, Kraft und Technik.

Leo Neugebauer Leichtathletik EM ist daher nicht nur eine Geschichte über Tabellenstände. Es geht um zwei unterschiedliche Wege, mit Druck umzugehen. Neugebauer muss die Favoritenrolle annehmen, Kaul kann den Wettbewerb aus einer Verfolgerposition heraus gestalten.

Was am Donnerstag entscheidend wird

Die erste Antwort wird bereits über die Hürden kommen. Ein guter Lauf kann Kaul näher an die Spitze bringen, während Neugebauer seine Führung mit einer kontrollierten Leistung absichern muss. Danach dürften Diskuswurf und Stabhochsprung die Rangliste weiter verändern.

Besonders wichtig wird sein, wer die technischen Disziplinen ohne größere Fehler übersteht. Im Zehnkampf gewinnt nicht immer der Athlet mit der besten Einzelleistung. Häufig setzt sich derjenige durch, der seine schwächeren Disziplinen am zuverlässigsten absolviert.

Auch die körperliche Belastung darf nicht unterschätzt werden. Nach fünf Disziplinen, insbesondere nach dem 400-Meter-Lauf, beginnt der zweite Tag nicht bei null. Muskelermüdung, Konzentration und Regeneration können über die Qualität jedes einzelnen Versuchs entscheiden.

Für Neugebauer spricht, dass er trotz des missglückten 400-Meter-Rennens weiterhin die Führung hält. Für Kaul spricht, dass er nur 269 Punkte hinter dem Spitzenreiter liegt und am ersten Tag bereits mehrere starke Leistungen gezeigt hat. Gleichzeitig darf die internationale Konkurrenz nicht vergessen werden. Tesselaar und Skotheim befinden sich in Schlagdistanz und könnten von einem Fehler der Deutschen profitieren.

Das öffentliche Interesse richtet sich verständlicherweise vor allem auf Leo Neugebauer Freundin, Leo Neugebauer Eltern, Leo Neugebauer Mutter oder Leo Neugebauer Größe. Für die Entscheidung im Zehnkampf sind jedoch andere Faktoren ausschlaggebend: Technik, Renneinteilung, Regeneration und mentale Widerstandskraft.

Am Ende könnte der Titel durch wenige Sekunden, Zentimeter oder einen einzigen gültigen Versuch entschieden werden. Leo Neugebauer Leichtathletik EM bleibt deshalb bis zur letzten Disziplin ein offenes Kapitel. Der amtierende Favorit führt, aber Kaul hat sich in Stellung gebracht.

Wenn beide ihre Stärken abrufen, könnte Deutschland am Donnerstag nicht nur einen neuen Europameister feiern, sondern gleich zwei Athleten auf dem Podium sehen. Und sollte sich tatsächlich ein deutsches Goldduell entwickeln, wäre es genau jene Art von Leichtathletikdrama, die ein Zehnkampf verspricht: lang, wechselhaft, körperlich brutal – und bis zum letzten Meter offen.

Quellen

Neugebauer stürzt sich in die Halbzeit – auch Kaul jetzt Goldkandidat
Ansage von Zehnkampf-Star: ARD-Mann rechtfertigt sich

Matthias Otto

Matthias Otto

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