Am 20. November 2025 unterzeichnete US-Präsident Donald Trump das sogenannte „Epstein Files Transparency Act“. Das Gesetz verpflichtet das Justizministerium, alle Ermittlungsakten, Kommunikationsinhalte und Dokumente rund um den Missbrauchsskandal und die Ermittlungen gegen Jeffrey Epstein innerhalb von 30 Tagen in durchsuchbarer und herunterladbarer Form zu veröffentlichen. Hierunter fallen sowohl die Untersuchungen zu Epsteins Person, als auch die näheren Umstände seines Todes in Haft 2019.
Das Gesetz kam überraschend zustande, nachdem Trump zuvor monatelang Widerstand gegen eine Offenlegung geleistet hatte. Nach wachsendem politischen und öffentlichem Druck – insbesondere auch durch Betroffene sowie republikanische Abgeordnete – änderte der Präsident am Wochenende vor der Abstimmung seine Position und sicherte dem Gesetz die entscheidende Unterstützung zu. Daraufhin wurde das Gesetz von beiden Kammern des US-Kongresses nahezu einstimmig verabschiedet.
Inhalte und Fristen der Offenlegung
Das Gesetz verlangt vom Justizministerium, sämtliche nicht klassifizierten Ermittlungsdokumente, Vernehmungsprotokolle, interne Kommunikation und Beweisstücke rund um die Epstein-Ermittlungen innerhalb von 30 Tagen nach Inkrafttreten freizugeben. Die Behörde ist angehalten, Akten so weit wie möglich ungeschwärzt bereitzustellen. Eingeschränkte Schwärzungen sind lediglich erlaubt, wenn die Veröffentlichung laufende Ermittlungen gefährden oder die Opfer von Straftaten schützen würde. Nicht zulässig sind Schwärzungen aufgrund von peinlichen Inhalten, Reputationsinteressen oder politischer Sensitivität.
Bereits in der Woche vor der Unterzeichnung wurden rund 20.000 Seiten aus dem Epstein-Nachlass veröffentlicht. Diese Dokumente enthielten unter anderem auch direkte Erwähnungen zu Trump, darunter Nachrichten Epsteins aus dem Jahr 2018.
Politische Diskussion und Trumps Kurswechsel
Trump hatte sich noch bis kurz vor der Verabschiedung gegen eine Veröffentlichung der Ermittlungsakten ausgesprochen und die Forderung als politisch motivierte „Demokraten-Hetze“ bezeichnet. In einer Erklärung auf seiner Social-Media-Plattform betonte er, dass viele prominente Demokraten eng mit Epstein verbunden gewesen seien und nun die Wahrheit ans Licht kommen könne. Zugleich wirft er den Demokraten vor, das Thema zu instrumentalisieren, um von Erfolgen seiner Regierung abzulenken.
Sein plötzlicher Kurswechsel und die anschließende breite Zustimmung im Kongress gelten als Seltenheit im polarisierten politischen Klima der USA. Das Gesetz zur Transparenz wird als Signal für Opferschutz und institutionelle Offenheit gewertet, allerdings bleibt abzuwarten, inwiefern die Behörden tatsächlich bereit sind, möglichst umfassend Akten preiszugeben oder sich auf gesetzliche Ausnahmen berufen werden.
Ausblick: Umfang und Bedeutung der Freigabe
Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes beginnt für das US-Justizministerium eine Frist von 30 Tagen zur umfassenden Veröffentlichung. Beobachterinnen und Beobachter erwarten eine breite öffentliche Diskussion über die Inhalte und mögliche politische wie gesellschaftliche Konsequenzen. Es ist davon auszugehen, dass die Veröffentlichung neue Einblicke in das Netzwerk um Epstein geben und möglicherweise auch prominente Persönlichkeiten in den Fokus rücken wird.
Quellen
Trump ein Gesetz zur Freigabe der Epstein-Akten unterzeichnet hat
Trump unterzeichnet Gesetz zur Freigabe von Epstein-Akten durch das


