Gary Oldman bringt Jack Lowden als neuen James Bond ins Gespräch

13/09/2026
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© 2026 picture alliance

James Bond steht vor einem möglichen Neustart – und ausgerechnet Gary Oldman liefert der aktuellen Debatte neuen Stoff. Der Oscarpreisträger hält seinen Kollegen Jack Lowden für einen besonders geeigneten Nachfolger von Daniel Craig. Offiziell bestätigt ist Lowden allerdings nicht. Amazon MGM hat bislang keinen Namen genannt.

Warum Jack Lowden plötzlich im Mittelpunkt steht

Lowden ist für viele Zuschauer kein klassischer Blockbuster-Star, sondern vor allem als River Cartwright aus der Spionageserie „Slow Horses“ bekannt. Genau diese Rolle könnte ihn jedoch für die nächste Phase der Bond-Reihe interessant machen. In der Serie verkörpert der schottische Schauspieler einen Agenten, der unter Druck gerät, Fehler macht und sich innerhalb eines komplizierten Geheimdienstapparats behaupten muss.

Gary Oldman, der in „Slow Horses“ den zynischen Geheimdienstchef Jackson Lamb spielt, kennt Lowdens schauspielerische Stärken aus direkter Zusammenarbeit. Seine Empfehlung ist deshalb mehr als ein beiläufiger Fan-Kommentar. Oldman beschreibt Lowden als jung, maskulin und humorvoll – Eigenschaften, die seiner Ansicht nach zum Kern der Figur gehören. Besonders wichtig sei, dass ein Darsteller Ironie und Leichtigkeit vermitteln könne, ohne die Gefahr aus den Augen zu verlieren.

Damit spricht Oldman einen Punkt an, der bei der Diskussion über den nächsten James Bond häufig unterschätzt wird. Der Agent funktioniert nicht allein durch körperliche Präsenz oder elegante Kleidung. Entscheidend ist die Mischung aus Selbstkontrolle, Charme, trockener Komik und innerer Verletzlichkeit. Sean Connery prägte dieses Modell früh, während Daniel Craig die Figur später deutlich ernster, körperlicher und emotionaler interpretierte.

Oldman korrigiert den Eindruck von Insiderwissen

Die Aussagen des Schauspielers wurden zunächst so verstanden, als wisse er, dass Jack Lowden bereits als neuer James Bond ausgewählt worden sei. Später stellte Oldman jedoch klar, dass er keine direkte Kenntnis vom Casting habe. Er habe lediglich ein Gerücht aufgegriffen und erklärt, dass Lowden auf einer Shortlist stehen könne. Seine Bemerkung „Daumen drücken für Jack“ sei anschließend größer interpretiert worden, als sie gemeint gewesen sei.

Diese Korrektur ist wichtig, weil die Bond-Nachfolge seit Jahren von Spekulationen begleitet wird. Namen wie Aaron Taylor-Johnson, Harris Dickinson, Jacob Elordi, Callum Turner und weitere britische oder internationale Schauspieler tauchten immer wieder in Berichten auf. Doch zwischen einer Branchenvermutung, einem Vorsprechen und einer vertraglichen Zusage liegen entscheidende Unterschiede.

Auch Drehbuchautor Steven Knight verweigerte eine klare Antwort auf die Frage, ob der neue Darsteller bereits feststeht. Seine Zurückhaltung dürfte das Interesse eher verstärken. Solange Amazon MGM keine offizielle Mitteilung veröffentlicht, bleibt jeder Name – auch Jack Lowden – ein Kandidat und kein bestätigter 007.

Was Lowden für die Rolle mitbringt

Jack Lowden ist 36 Jahre alt und stammt aus Schottland. Damit würde er eine Verbindung zur Tradition der Reihe herstellen: Sean Connery, der erste große Bond-Darsteller, war ebenfalls Schotte. Diese Parallele allein reicht selbstverständlich nicht für eine Besetzung. Sie verleiht Lowdens möglicher Kandidatur jedoch eine symbolische Ebene.

Seine größere Stärke liegt in der Bandbreite. Lowden kann zurückhaltend, verletzlich und nachdenklich spielen, aber ebenso entschlossen und körperlich präsent auftreten. In „Slow Horses“ ist seine Figur kein unfehlbarer Übermensch. River Cartwright muss sich gegen Vorgesetzte, Rivalen und eigene Fehleinschätzungen behaupten. Gerade diese Eigenschaften könnten für eine modernisierte Bond-Figur wertvoll sein.

Ein neuer James Bond muss heute vermutlich mehr sein als ein makelloser Geheimagent mit spektakulären Gadgets. Das Publikum erwartet eine Figur, deren Entscheidungen Konsequenzen haben. Nach der emotionalen Entwicklung von Daniel Craigs Bond wäre eine Rückkehr zur reinen Leichtigkeit schwierig. Gleichzeitig darf die Reihe nicht ihre Ironie verlieren. Lowden könnte zwischen diesen Polen vermitteln: glaubwürdig in ernsten Szenen, aber nicht ohne trockenen Humor.

Die eigentliche Herausforderung liegt nicht beim Casting

Die Besetzung ist zweifellos wichtig. Noch entscheidender wird jedoch sein, welche Version der Figur das neue Kreativteam entwickeln will. Denis Villeneuve übernimmt die Regie, während Steven Knight das Drehbuch schreibt. Beide Namen deuten auf einen anspruchsvolleren und möglicherweise atmosphärisch dichteren Ansatz hin.

Villeneuve ist für Filme bekannt, die große visuelle Welten mit psychologischer Spannung verbinden. Seine Arbeiten „Dune“, „Blade Runner 2049“ und „Arrival“ zeigen ein ausgeprägtes Interesse an Macht, Identität, Technologie und moralischen Konflikten. Knight wiederum hat mit „Peaky Blinders“ bewiesen, dass er Figuren über längere Entwicklungen hinweg komplex und widersprüchlich gestalten kann.

Diese Kombination könnte den nächsten Film deutlich von früheren Abenteuern unterscheiden. Die zentrale Frage wäre dann nicht nur, ob Bond einen Auftrag erfüllt, sondern auch, welche Funktion ein einzelner Agent in einer veränderten geopolitischen Welt noch besitzt. Geheimdienste arbeiten heute mit Überwachungssystemen, künstlicher Intelligenz, Desinformation und Cyberoperationen. Ein zeitgemäßer James Bond müsste in diesem Umfeld glaubwürdig handeln, ohne zu einer technischen Superheldenfigur zu werden.

Amazon MGM will eine neue Ära starten

Nach „Keine Zeit zu sterben“ aus dem Jahr 2021 steht die Reihe vor einem Einschnitt. Daniel Craig beendete seine Interpretation mit einem radikalen Schlussstrich. Für Amazon MGM geht es deshalb nicht nur darum, einen neuen Schauspieler zu präsentieren. Das Studio muss den Charakter und die Marke zugleich erneuern.

Die Bond-Filme haben seit ihrem Kinodebüt 1962 weltweit mehr als sieben Milliarden US-Dollar eingespielt. Diese Größenordnung erklärt, warum die Verantwortlichen bei der Auswahl vorsichtig vorgehen. Ein falscher Darsteller könnte die Erwartungen der traditionellen Fans enttäuschen. Ein zu konservativer Film wiederum könnte jüngere Zuschauer verlieren.

Die Aufgabe ähnelt daher einem Balanceakt. Die vertrauten Elemente – maßgeschneiderte Anzüge, internationale Schauplätze, gefährliche Gegenspieler und ein markanter Titelsong – müssen erkennbar bleiben. Trotzdem braucht die Reihe eine neue Perspektive. Nach mehr als sechs Jahrzehnten darf James Bond nicht wie eine bloße Wiederholung früherer Filme wirken.

Warum Humor wieder wichtiger werden könnte

Gary Oldmans Hinweis auf Lowdens Humor ist besonders interessant. In der öffentlichen Wahrnehmung wird Bond häufig zuerst mit Action, Luxus und Abenteuer verbunden. Doch die erfolgreichsten Darsteller verstanden, dass die Figur ihre Spannung auch durch Selbstironie erhält.

Sean Connery konnte eine Szene mit einem einzigen trockenen Satz dominieren. Roger Moore machte den Humor stärker zum Markenzeichen. Pierce Brosnan kombinierte klassische Eleganz mit moderner Action. Daniel Craig begann deutlich härter und verletzlicher, ließ im Verlauf seiner Filme aber ebenfalls mehr Wärme und Ironie zu.

Für den nächsten James Bond dürfte Humor deshalb ein wichtiges Korrektiv sein. Ohne ihn könnte die Figur zu schwer und selbsternst wirken. Zu viel Komik würde dagegen die Gefahr entwerten. Lowden besitzt laut Oldman genau diese Fähigkeit, amüsiert zu wirken, ohne die Situation vollständig ins Lächerliche zu ziehen.

Was die Entscheidung für die Reihe bedeutet

Sollte Lowden tatsächlich ausgewählt werden, wäre dies ein Signal gegen die typische Logik großer Franchise-Castings. Statt ausschließlich auf den größten internationalen Actionstar zu setzen, würde das Studio einen Schauspieler wählen, der bereits Erfahrung mit Spionage, Intrigen und moralischen Konflikten besitzt.

Das könnte der Reihe Kontinuität geben. Zuschauer würden Lowden nicht bei null kennenlernen, sondern bereits ein Gefühl dafür haben, wie er sich in einer Geheimdienstwelt bewegt. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass seine Rolle in „Slow Horses“ zu stark mit Bond verglichen wird. Ein guter Film müsste deshalb deutlich machen, dass Lowden nicht einfach River Cartwright im Smoking spielt.

Sollte Amazon MGM einen anderen Kandidaten wählen, bleibt Oldmans Unterstützung dennoch bemerkenswert. Sie zeigt, welche Eigenschaften innerhalb der Branche offenbar als zukunftsfähig gelten: Jugend, körperliche Glaubwürdigkeit, schauspielerische Tiefe und ein natürlicher Sinn für Ironie. Der nächste Bond muss nicht zwingend der bekannteste Name sein. Er muss die Figur über mehrere Filme hinweg tragen können.

Die offizielle Ankündigung bleibt entscheidend

Bis zur Bestätigung durch Amazon MGM sollten Fans vorsichtig bleiben. Die Meldung, der neue James Bond sei bereits ausgewählt, ist bislang nicht offiziell bestätigt. Auch Jack Lowden hat die Rolle nicht öffentlich übernommen. Oldman selbst hat klargestellt, dass er keine gesicherten Informationen über den Namen des Darstellers besitzt.

Fest steht jedoch, dass die neue Ära konkrete Formen annimmt. Villeneuve soll Regie führen, Knight arbeitet am Drehbuch, und das Projekt bewegt sich nach langer Wartezeit sichtbar weiter. Für die Produzenten wird die Bekanntgabe des Hauptdarstellers der erste große Test sein. Danach muss der fertige Film zeigen, ob die ikonische Figur auch in einer neuen Medien- und Kinolandschaft noch dieselbe Anziehungskraft besitzt.

Jack Lowden wäre dafür eine plausible, aber keineswegs sichere Wahl. Seine Erfahrung aus „Slow Horses“, seine schottische Herkunft und seine Fähigkeit, Ernsthaftigkeit mit trockenem Witz zu verbinden, sprechen für ihn. Ob daraus am Ende der nächste James Bond wird, entscheidet jedoch nicht Gary Oldman, sondern Amazon MGM. Bis dahin bleibt Lowden ein überzeugender Kandidat – und die Bond-Gerüchteküche in Bewegung.

Quellen

Gary Oldman schlägt neuen James-Bond-Kandidaten vor
Gary Oldman hofft, dass Jack Lowden der neue James Bond wird

Lea Hoffmann

Lea Hoffmann

Ich bin Lea Hoffmann, leidenschaftliche Redakteurin bei Investorbit.de. Mit Begeisterung verfolge ich täglich die spannendsten Wirtschaftstrends. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich und frisch zu präsentieren. Ich liebe es, Leserinnen und Leser mit aktuellen News zu begeistern!

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