Alexander Zverev hat bei den US Open 2026 nicht nur das Halbfinale erreicht, sondern einen historischen Meilenstein für den deutschen Tennis-Sport gesetzt. Mit seinem souveränen 6:2, 7:5, 6:1 gegen Botic van de Zandschulp sicherte sich der Hamburger seinen 23. Grand-Slam-Sieg in diesem Kalenderjahr und überholte damit die Bestmarke von Boris Becker aus dem Jahr 1989. Doch hinter dieser Zahl steckt mehr als nur eine Statistik – sie markiert den Beginn einer neuen Ära im deutschen Tennis.
Ein Rekord, der Geschichte schreibt
Die Zahl 23 mag auf den ersten Blick abstrakt wirken. Doch wer die Dimensionen versteht, erkennt die Tragweite dieser Leistung. Zverev Alexander ist damit der erste deutsche Tennisspieler, der in einem einzigen Jahr 23 Matches bei Grand-Slam-Turnieren gewonnen hat. Boris Becker, der 1989 mit 22 Siegen dieprevious Bestmarke hielt, war selbst als TV-Experte in New York zugegen und lobte die Konstanz des 29-Jährigen.
Was diese Leistung besonders macht: Zverev hat in dieser Saison bei allen vier Grand-Slam-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht – eine Konsistenz, die in der Open Era (seit 1968) nur acht weiteren Männern gelungen ist. Diese Konstanz über verschiedene Beläge hinweg – von Melbourne über Paris und London bis nach New York – zeigt, dass der French-Open-Champion nicht mehr nur ein Spezialist für Sand ist, sondern ein kompletter Spieler geworden ist.
Warum dieser Sieg mehr zählt als erwartet
Das Viertelfinale gegen van de Zandschulp war auf dem Papier eine Pflichtaufgabe. Der Niederländer, Weltranglisten-Nummer 70, galt als krasser Außenseiter. Doch Alexanderzverev, wie ihn Fans auf Social Media nennen, musste sich dennoch strecken. Besonders im zweiten Satz zeigte sich, warum Grand-Slam-Tennis eine eigene Liga ist: Beim Stand von 5:4 wehrte Zverev einen Satzball ab und drehte das Momentum komplett.
Die wahre Stärke des Hamburgers lag in seiner Geduld bei langen Ballwechseln. Der längste Rallye der Partie sah 34 Schläge – und Zverev Alexander entschied ihn für sich. Genau diese Fähigkeit, auch in hektischen Momenten ruhig zu bleiben, unterscheidet ihn von seiner früheren Version, die bei Frust schneller die Kontrolle verlor.
Ein kurioser Moment sorgte sogar für Gelächter: Zverev beschwerte sich beim Schiedsrichter über einen fehlenden Schläger, um ihn Sekunden später in seiner eigenen Tasche zu finden. Solche Momente zeigen, dass der Druck da ist – aber auch, dass Alexander Zverev gelernt hat, damit umzugehen.
Der Becker-Vergleich: Mehr als nur Zahlen
Boris Becker war 1989 auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Mit 22 Grand-Slam-Siegen in einem Jahr gewann er unter anderem die US Open selbst. Dass Zverev diese Marke nun überboten hat, ist ein starkes Signal. Allerdings muss man fairerweise sagen: Becker spielte in einer Ära mit weniger tiefen Fields und hatte andere Herausforderungen.
Trotzdem: Die Zahl bleibt. Und Zverev selbst zeigt Respekt vor der Legende. „Der hat noch ein paar Grand-Slam-Titel mehr als ich. Ich hoffe, da kann ich ihm noch etwas näherrücken”, sagte der Deutsche nach dem Match. Diese Demut unterscheidet ihn von manchen anderen Stars – und macht ihn sympathisch.
Interessant ist auch der historische Kontext: Mit 570 gewonnenen Spielen insgesamt hat Alexander Zverev mittlerweile Tommy Haas überholt und ist bei den deutschen Herren die alleinige Nummer zwei hinter Becker (713 Siege). Die Frage ist nicht mehr, ob Zverev zu den Großen gehört – sondern wie weit er noch gehen kann.
Halbfinale gegen Khachanov: Ein alter Bekannter
Am Freitag wartet Karen Khachanov. Der Russe, aktuell Weltranglisten-Nummer 50, profitierte im Viertelfinale von der Aufgabe des jungen Belgiers Alexander Blockx, der sich am Oberschenkel verletzte. Für Zverev ist das ein bekanntes Gesicht: 2021 besiegte er Khachanov im Olympia-Finale von Tokio und gewann Gold.
Doch dieses Duell ist anders. Khachanov hat in diesem Turnier bereits Top-Ten-Spieler wie Félix Auger-Aliassime ausgeschaltet und spielt mit wenig Druck. Für Alexander Zverev hingegen ist es eine weitere Hürde auf dem Weg zum ersten US-Open-Titel. Ein Sieg würde ihn ins Finale bringen – und die Möglichkeit auf den zweiten Grand-Slam-Titel nach Paris eröffnen.
Die mentale Stärke: Schlafen um 3:30 Uhr und trotzdem gewinnen
Ein Detail aus dem Alltag von Zverev zeigt, wie sehr er im Turnier-Modus lebt: Nach dem Viertelfinale gegen van de Zandschulp, das um 22:20 Uhr endete, ging er nicht früh ins Bett. Stattdessen schaute er sich bis 3:30 Uhr das Match zwischen Ben Shelton und Carlos Alcaraz an. „Das ließ ich mir nicht entgehen”, sagte er.
Diese Hingabe ist typisch für Spieler, die kurz vor dem Durchbruch stehen. Zverev Alexander weiß: Jeder Ball, jeder Taktikwechsel, jedes Muster kann den Unterschied machen. Und er analysiert nicht nur seine eigenen Gegner – er studiert auch das Spiel anderer, um sein eigenes zu verbessern.
Was dieser Halbfinaleinzug für die Zukunft bedeutet
Der Sprung ins Halbfinale der US Open ist für Alexander Zverev bereits der dritte nach 2020 und 2021. Doch diesmal fühlt es sich anders an. Mit dem French-Open-Titel im Rücken und der Wimbledon-Finalteilnahme hat der 29-Jährige bewiesen, dass er auf allen Belägen bestehen kann.
Die Implikationen sind weitreichend:
- Rekordjagd: Mit zwei weiteren Siegen bei Grand Slams in diesem Jahr könnte Zverev die Bestmarke auf 25 schrauben – eine Zahl, die noch länger Bestand haben könnte.
- Ranking-Punkte: Ein Finaleinzug würde die Weltranglisten-Punkte weiter konsolidieren und die Position als Nummer 1 der Setzliste festigen.
- Mentale Bestätigung: Jeder weitere Sieg auf dieser Bühne stärkt das Selbstvertrauen für künftige Grand-Slam-Finals.
Die andere Hälfte des Draws: Shelton gegen Tiafoe
Während Zverev auf Khachanov trifft, spielen sich im anderen Halbfinale zwei Amerikaner gegenüber: Ben Shelton (23) und Frances Tiafoe (28). Beide sind Heimfavoriten und haben das Momentum auf ihrer Seite. Für Alexander Zverev wäre ein Finale gegen einen von beiden eine weitere Chance, auf amerikanischem Boden zu triumphieren – etwas, das ihm in seiner Karriere noch nicht gelungen ist.
Fazit: Ein historischer Moment für den deutschen Tennis-Sport
Alexander Zverev hat mit seinem Viertelfinalsieg bei den US Open 2026 mehr erreicht als nur den Einzug ins Halbfinale. Er hat einen Rekord gebrochen, der seit 37 Jahren Bestand hatte, und gezeigt, dass er zu den konstantesten Spielern der Welt gehört. Die Frage ist nicht mehr, ob Zverev ein Grand-Slam-Champion ist – sondern wie viele es noch werden.
Mit Khachanov wartet ein machbarer Gegner. Und wenn der Hamburger seine Form aus dem Viertelfinale mitnimmt – Geduld bei langen Ballwechseln, stabile Aufschlage, mentale Stärke – dann steht dem ersten US-Open-Titel seit Boris Becker 1989 nichts im Wege.
Für die deutschen Tennis-Fans ist das ein Moment, den man genießen sollte. Denn Spieler wie Alexander Zverev, die über Jahre hinweg auf höchstem Niveau bestehen, sind selten. Und Rekorde wie dieser werden nicht alle Tage gebrochen.
Quellen
Jetzt rückt der Titel immer näher!
Zverev spaziert ins Halbfinale – und ist verärgert


