Ruandas Schiedsklage gegen London: Streit um Millionen aus gescheitertem Asyl-Deal

28/01/2026
1 Minute lesen
Ruanda Migranten Klage UK

Ruanda hat ein Schiedsverfahren gegen Großbritannien beim Ständigen Schiedshof in Den Haag eingeleitet. Der Grund ist die britische Weigerung, ausstehende Zahlungen aus einem umstrittenen Abkommen über die Umsiedlung irregulär eingereister Migranten zu leisten. Das Abkommen von 2022 sah vor, dass London Migranten nach Ruanda abschiebt und dafür Hunderte Millionen Pfund zahlt.

Hintergrund des Abkommens

Das Migrationsabkommen wurde 2022 unter Premierminister Boris Johnson geschlossen, um irregulär in Großbritannien eingereiste Asylbewerber nach Ruanda zu verlegen. Ruanda sollte pro Person rund 20.000 Pfund erhalten, insgesamt waren bis zu 240 Millionen Pfund plus weitere 50 Millionen fällig. Kritiker warfen dem Plan vor, gegen internationales Recht zu verstoßen, da Ruanda kein sicherer Drittstaat sei.

Gerichtliche Blockaden

Im November 2023 urteilte der britische Oberste Gerichtshof, das Abkommen verstoße gegen Völkerrecht und die Europäische Menschenrechtskonvention. Ruanda könne Asylbewerber in unsichere Regionen abschieben, hieß es. Trotz eines neuen Vertragsversuchs 2023 scheiterte der Plan; Labour-Premier Keir Starmer kündigte ihn nach Amtsantritt im Juli 2024 als „tot und begraben“.

Die Klage Ruandas

Ruanda fordert nun die ausstehenden 50 Millionen Pfund, die trotz Kündigung vertraglich vereinbart waren. Ein ruandischer Beamter erklärte, diplomatische Gespräche hätten nichts genutzt; die britische „Unnachgiebigkeit“ lasse keine Wahl. London hat bereits 240 Millionen gezahlt und will Steuerzahler schützen, hieß es aus Starmer’s Büro.

Reaktionen und Ausblick

Die Labour-Regierung sieht sich an alte Verpflichtungen gebunden, lehnt aber weitere Zahlungen ab. Ruanda bedauert den Schritt, betont aber seine Rechte. Das Verfahren in Den Haag könnte Monate dauern und die Spannungen zwischen Kigali und London vertiefen.

Quellen

Ruanda verklagt Großbritannien wegen umstrittenem Migrantenabkommen
Rwanda verklagt Großbritannien auf 50 Millionen Pfund wegen gescheitertem Asylplan

Lea Hoffmann

Lea Hoffmann

Ich bin Lea Hoffmann, leidenschaftliche Redakteurin bei Investorbit.de. Mit Begeisterung verfolge ich täglich die spannendsten Wirtschaftstrends. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich und frisch zu präsentieren. Ich liebe es, Leserinnen und Leser mit aktuellen News zu begeistern!

Nach oben gehen

Nicht verpassen!

kosovo-neuwahlen-kurti-krise

Kosovo wählt erneut – zwischen Regierungsneubeginn und politischer Blockade

Zum zweiten Mal in diesem Jahr sind die Wählerinnen und
aktie powercell

Aktie Powercell: Ein umfassender Leitfaden

Die Aktie Powercell hat in den letzten Jahren zunehmend an