Britische Polizeibehörden haben ein umfangreiches russisches Geldwäschenetzwerk zerschlagen, das offenbar mehrere Milliarden Pfund durch komplexe Finanzstrukturen geschleust hat. Nach Angaben der National Crime Agency (NCA) fanden Razzien in London, Manchester und Edinburgh statt. Mehrere Verdächtige wurden festgenommen, darunter britische und russische Staatsangehörige, die im Verdacht stehen, über Strohmänner und Scheinfirmen illegale Finanztransaktionen ermöglicht zu haben.
Verbindungen zu politisch exponierten Personen
Ermittler gehen davon aus, dass das Netzwerk enge Verbindungen zu politisch exponierten Personen (PEP) in Russland unterhielt. Teile der Gelder sollen aus korruptionsverdächtigen Geschäften im Energie- und Immobiliensektor stammen. Nach Behördenangaben wurden insbesondere Offshore-Gesellschaften in Zypern, den Britischen Jungferninseln und den Vereinigten Arabischen Emiraten genutzt, um die Herkunft der Gelder zu verschleiern.
Reaktionen auf die Enthüllung
Die britische Innenministerin lobte die Ermittlungen als „wichtigen Erfolg im Kampf gegen internationale Finanzkriminalität“. Auch aus dem Parlament kamen unterstützende Stimmen. Mehrere Abgeordnete forderten aber härtere Gesetze gegen sogenannte „Londongrad“-Strukturen, die es Oligarchen erleichterten, Vermögen in Großbritannien zu parken. Russland wies die Vorwürfe als „politisch motiviert“ zurück.
Folgen für die Finanzaufsicht
Die Enthüllung könnte weitreichende Folgen für die britische Finanzaufsicht haben. Die Financial Conduct Authority (FCA) kündigte an, ihre Überprüfung von Banken und Kanzleien zu intensivieren, die möglicherweise in die Geldwäscheaktivitäten verwickelt waren. Experten erwarten zudem neue EU-weite Abstimmungen zur besseren Überwachung grenzüberschreitender Transaktionen.
Quellen
Britische Ermittler lassen russisches Geldwäschenetzwerk auffliegen