Hubert Fella steht seit Tagen im Zentrum einer hitzigen Debatte, die weit über die üblichen Schlagzeilen des Reality-TV hinausgeht. Der 58-Jährige gab die aus einer rumänischen Tötungsstation gerettete Hündin Bella nach nur zwei Wochen wieder an den Tierschutz zurück – eine Entscheidung, die bei Fans und Tierschützern auf scharfe Kritik stößt. Doch hinter dem emotional aufgeladenen Vorwurf, Prominente würden Tiere wie Konsumgüter behandeln, verbirgt sich ein tieferliegendes Problem: die Diskrepanz zwischen gut gemeinter Rettungsabsicht und der harten Realität der Hundeerziehung.
Die Chronologie: Von großem Jubel zur schnellen Trennung
Mitte August 2026 zogen Hubert Fella und sein Ehemann Matthias Mangiapane noch mit großer Freude Hündin Bella bei sich ein. Die kleine Weiße, ursprünglich aus einer Tötungsstation in Rumänien gerettet, sollte ein liebevolles Zuhause finden – ein Happy End, das in sozialen Netzwerken gefeiert wurde.
Doch nur 14 Tage später folgte die Kehrtwende: Hubert Fella verkündete auf Instagram, Bella sei „viel zu wild” gewesen. Er habe gedacht, es handele sich um einen ruhigen Malteser, doch nach Überprüfung stellte sich heraus, dass Terrier- und Pudel-Gene im Spiel waren. Die Hündin sprang laut Fella einen Meter hoch, bellte viel und reagierte aggressiv auf Nachbarhunde. „Ich werde damit nicht glücklich”, so der Reality-Star.
Sein Mann Matthias Mangiapane erklärte später, er sei von Anfang an gegen die Adoption gewesen – beruflich viel unterwegs und nicht in der Lage, sich ausreichend zu kümmern. Hubert Fella selbst verwies bei BILD auf gesundheitliche Probleme: Nach einer Thrombose im Kopf im Mai 2026 befinde er sich noch in der Regenerationsphase.
Warum zwei Wochen für einen Tierschutzhund keine faire Chance sind
Die zentrale Kritik an Hubert Fellas Entscheidung lautet: Zwei Wochen sind keine realistische Zeitspanne, um einen Hund aus dem Tierschutz einzugewöhnen. Experten betonen, dass Tierschutzhunde – besonders solche mit traumatischer Vergangenheit wie Bella – Monate brauchen, um sich sicher zu fühlen.
Die sogenannte 3-3-3-Regel beschreibt diesen Prozess: etwa drei Tage zum ersten Durchatmen, drei Wochen zum Einleben und drei Monate, bis sich viele Hunde wirklich sicher fühlen. In den ersten Wochen zeigen viele Tierschutzhunde ihr wahres Verhalten erst gar nicht – sie sind im Überlebensmodus, nicht im Vertrauensmodus.
Bellas Verhalten – viel Bellen, hohe Sprünge, Reaktion auf andere Hunde – ist typisch für einen Hund, der noch nicht angekommen ist. Experten raten in dieser Phase zu Ruhe, klaren Routinen und wenig Reizen, nicht zu sofortiger Konfrontation mit der vollen Realität des Alltags. Wer in den ersten Wochen bereits die Reißleine zieht, verpasst die Chance, dass sich das Verhalten mit Geduld und Struktur normalisiert.
Das Missverständnis der Rasse: Malteser versus Terrier-Pudel-Mix
Ein weiterer kritischer Punkt: Hubert Fella ging offenbar von einer falschen Rasse aus. Er erwartete einen ruhigen Malteser, bekam aber einen energiegeladenen Terrier-Pudel-Mix. Dieses Missverständnis ist symptomatisch für ein größeres Problem im Tierschutz: unklare oder falsche Angaben zur Rasse und zum Verhalten.
Tierschutzorganisationen vermitteln Hunde oft mit begrenzten Informationen – besonders bei Hunden aus dem Ausland. Gene lassen sich nicht immer eindeutig bestimmen, und Verhalten kann sich in der neuen Umgebung stark verändern. Wer einen Hund adoptiert, sollte sich bewusst sein, dass Rasseangaben unsicher sind und dass Energielevel, Temperament und Erziehungsbedarf erst im neuen Zuhause sichtbar werden.
Die Lösung liegt nicht in schneller Rückgabe, sondern in realistischer Erwartungshaltung und Vorbereitung. Wer einen aktiven Mix adoptiert, muss bereit sein, Zeit in Erziehung, Bewegung und Struktur zu investieren – unabhängig von der vermeintlichen Rasse.
Gesundheit, Lebensrealität und die Verantwortung der Adoption
Hubert Fellas Verweis auf seine gesundheitliche Situation ist nachvollziehbar. Nach einer Thrombose im Kopf ist Ruhe wichtig, und ein wilder Hund kann diese Ruhe stören. Doch genau hier liegt die Kernfrage: Warum wurde die Adoption ohne realistische Einschätzung der eigenen Kapazitäten durchgeführt?
Matthias Mangiapanes Aussage, er sei von Anfang an dagegen gewesen, wirft zusätzliche Fragen auf. Wenn ein Partner beruflich viel unterwegs ist und der andere gesundheitlich eingeschränkt, ist die Adoption eines Tierschutzhundes – besonders eines jungen, energiegeladenen – ein hohes Risiko.
Tierschutzorganisationen empfehlen vor der Adoption eine ehrliche Selbstreflexion: Zeit, Energie, finanzielle Mittel und die Bereitschaft, auch schwierige Phasen durchzustehen. Wer einen Hund „zum Test” aufnimmt, wie Hubert Fella es bei BILD formulierte, handelt nicht im Sinne des Tierschutzes. Hunde sind keine Probeabonnements – sie brauchen Sicherheit und Kontinuität.
Die öffentliche Reaktion: Wut, Enttäuschung und der Ruf nach Konsequenz
Die Reaktionen in sozialen Netzwerken waren heftig. Nutzer warfen Hubert Fella vor, Hunde wie Kleidung zu retournieren. Andere betonten, dass gerade Tierschutzhunde Ruhe, Zeit und Geduld brauchen.
Diese Empörung ist verständlich, aber sie verdeckt auch ein strukturelles Problem: Viele Menschen adoptieren Hunde aus emotionalen Gründen – aus Mitleid, aus dem Wunsch zu retten, aus dem Bedürfnis nach einem „Happy End”. Doch die Realität der Hundeerziehung ist oft hart, besonders bei Tieren mit traumatischer Vergangenheit.
Die öffentliche Kritik sollte nicht nur auf Hubert Fella zielen, sondern auf ein System, das Adoptionen zu leicht macht und zu wenig auf Vorbereitung, Aufklärung und Nachbetreuung setzt. Tierschutzorganisationen könnten hier mehr tun: verpflichtende Vorbereitungskurse, realistische Verhaltensbeschreibungen, Nachbetreuung in den ersten Wochen.
Was dieser Fall für die Zukunft des Tierschutzes bedeutet
Der Fall Hubert Fella ist kein Einzelfall – er ist ein Symptom. Prominente Adoptionen aus dem Tierschutz sind oft gut gemeint, aber sie zeigen auch die Risiken von unvorbereiteten Entscheidungen.
Für die Zukunft des Tierschutzes bedeutet das: mehr Aufklärung, mehr Realismus, mehr Unterstützung. Wer einen Hund adoptiert, sollte wissen, dass es Monate dauern kann, bis sich das Tier eingewöhnt hat. Wer gesundheitlich oder zeitlich eingeschränkt ist, sollte sich ehrlich fragen, ob er diese Verantwortung tragen kann.
Hubert Fella hat angekündigt, vorerst keinen Hund mehr aufnehmen zu wollen. Bella soll noch am selben Abend an eine andere Familie vermittelt werden. Ob das ein besseres Ende wird, bleibt abzuwarten.
Für alle, die über eine Adoption nachdenken, ist dieser Fall eine Mahnung: Tierschutz ist kein Hobby für zwei Wochen. Es ist eine langfristige Verpflichtung – und die sollte man nur eingehen, wenn man bereit ist, sie auch durchzustehen.
Quellen
Hubert Fella gibt Hündin nach 2 Wochen zurück
Fans empört: Hubert Fella gibt gerettete Hündin zurück


