220.000 Euro in bar? Neue Aussage des Entführer-Chefs setzt Christina Block unter Druck

25/11/2025
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Im Zentrum des Verfahrens steht die nächtliche Aktion zum Jahreswechsel 2023/24, bei der zwei Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block aus Dänemark nach Deutschland gebracht wurden. Maskierte Männer sollen den Vater in Dänemark überfallen, geschlagen und die Kinder in ein Auto gezerrt haben, bevor sie auf einem Bauernhof in Süddeutschland auf ihre Mutter trafen.​

Der Fall ist eingebettet in einen seit Jahren eskalierenden Sorgerechtsstreit zwischen Block und ihrem Ex-Mann Stephan Hensel. Die Staatsanwaltschaft wirft Block vor, die gewaltsame Rückholung der Kinder beauftragt zu haben, was sie und ihre Verteidigung entschieden bestreiten.​

Aussage des mutmaßlichen Kidnapper-Chefs

Der mutmaßliche Chef der Entführergruppe, der Israeli David Barkay, ist nach Medienberichten eigens aus Tel Aviv nach Hamburg gereist, um vor der Staatsanwaltschaft auszusagen. Für seine Vernehmung soll ein sicheres Geleit organisiert und ein internationaler Haftbefehl gegen ihn zeitweise außer Vollzug gesetzt worden sein.​

Barkay schildert laut Protokollen, er habe für die „Rückholaktion“ der Block-Kinder insgesamt rund 220.000 Euro in bar erhalten. Der Großteil des Geldes soll demnach über den mitangeklagten Familienanwalt Andreas C. geflossen sein, während etwa 20.000 Euro direkt von Christina Block persönlich übergeben worden seien.​

Details zu den angeblichen Geldflüssen

Nach übereinstimmenden Medienberichten sollen die Zahlungen in mehreren Tranchen erfolgt sein, unter anderem in Höhe von 50.000 und 150.000 Euro in bar. Die Geldübergaben werden Barkay zufolge als Vergütung für Observation, Planung und Durchführung der späteren Entführungsaktion beschrieben.​

Einen schriftlichen Vertrag über die „Dienstleistung“ habe es laut Barkay nicht gegeben; Absprachen sollen überwiegend mündlich und über verschlüsselte Kommunikationskanäle erfolgt sein. Als zusätzlichen Beleg soll Barkay Chat-Screenshots einer Gruppe mit dem Namen „BKH“ („Bring Kids Home“) präsentiert haben, in der sich unter anderem eine „Christina“ und ein „Andreas“ befunden haben sollen.​

Rolle von Anwalt und Sicherheitsleuten

Im Fokus der Ermittlungen steht neben Block auch ihr Familienanwalt Andreas C., der laut Barkay die organisatorische Schnittstelle zur Entführergruppe gewesen sein soll. Er habe demnach die Gruppe angeleitet, Zahlungen abgewickelt und logistische Fragen rund um die Operation koordiniert.​

Weitere Angeklagte kommen aus dem Umfeld eines Sicherheitsunternehmens, das bereits zuvor für den Schutz von Block und ihrem Umfeld zuständig gewesen sein soll. Mindestens ein Sicherheitsmann soll nach Anklage und Berichten dafür gesorgt haben, dass die Kinder nach ihrer Ankunft in Deutschland bewacht und an einer Flucht gehindert wurden.​

Darstellung von Christina Block und ihrer Verteidigung

Christina Block bestreitet, eine Entführung ihrer Kinder beauftragt zu haben, und spricht von einer legalen Rückführung aus Sorge um das Kindeswohl. Sie erklärt, sie habe eine israelische Firma ursprünglich mit IT-Sicherheitsleistungen beauftragt und von einer gewaltsamen Aktion erst erfahren, als die Kinder bereits in Deutschland gewesen seien.​

Ihre Verteidiger kritisieren, dass die Staatsanwaltschaft Barkay nach Beginn der Hauptverhandlung angehört habe, ohne Gericht und Verteidigung sofort zu informieren. Unter Verweis auf das Prinzip der Waffengleichheit fordern sie, den Informationsvorsprung der Anklage auszugleichen, und betonen, dass weiterhin die Unschuldsvermutung für Block und die Mitangeklagten gilt.​

Prozessstand und Ausblick

Gegen Christina Block, ihren Lebensgefährten Gerhard Delling und mehrere mutmaßliche Mitbeteiligte läuft vor dem Hamburger Landgericht ein umfangreicher Strafprozess unter großer öffentlicher Aufmerksamkeit. Vorgeworfen werden unter anderem gemeinschaftliche schwere Entziehung Minderjähriger, gefährliche Körperverletzung, Freiheitsberaubung sowie in Blocks Fall schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen.​

Nach Bekanntwerden der Aussage Barkays ist der Prozess vorläufig unterbrochen und soll im Dezember fortgesetzt werden. Beobachter erwarten, dass das Gericht sich intensiv mit der Glaubwürdigkeit und den Motiven des mutmaßlichen Kidnapper-Chefs befassen wird, bevor dessen Darstellung in eine mögliche Beweiswürdigung einfließt

Quellen

Kidnapper-Chef will von Christina Block 220.000 Euro kassiert haben
220.000 Euro und ein Treffen kurz vor der Entführung

Matthias Otto

Matthias Otto

Hallo, mein Name ist Matthias Otto und ich arbeite als Autor bei Investorbit.de. Dort schreibe ich regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und digitale Trends. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und meinen Lesern fundierte Einblicke in die Welt der Investments zu bieten. Wenn ich nicht gerade recherchiere oder Artikel verfasse, beschäftige ich mich gerne mit neuen Entwicklungen im Online-Journalismus und digitalen Marketing.

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