RWE-Vorstandschef Markus Krebber hat in einem aktuellen Interview eine Entspannung auf den Energiemärkten in Aussicht gestellt. Sowohl Strom- als auch Gaspreise könnten seiner Einschätzung nach im Jahr 2026 deutlich sinken. Dies liege vor allem an den gesunkenen Beschaffungskosten und einer stabileren Versorgungslage in Europa.
Laut Krebber hätten die hohen Füllstände der Gasspeicher sowie der verstärkte Ausbau erneuerbarer Energien entscheidend dazu beigetragen, den Markt zu stabilisieren. Der Manager betonte, dass insbesondere Privatkunden und mittelständische Unternehmen von dieser Entwicklung profitieren dürften.
Hintergrund: Energiepreise nach der Krise
Nach dem massiven Preisanstieg infolge des Ukraine-Kriegs 2022/2023 haben sich die Großhandelspreise für Strom und Gas seit Mitte 2024 schrittweise erholt. Auch die internationalen Gasimporte, insbesondere aus Norwegen und den Niederlanden, sowie die zunehmende Nutzung von LNG-Terminals trugen zu einer Entschärfung der Situation bei.
Marktanalysten bestätigen Krebbers Einschätzung: Der europäische Strommarkt verzeichnet laut der European Energy Exchange (EEX) seit Monaten einen klaren Abwärtstrend.
Einfluss erneuerbarer Energien
Ein wesentlicher Faktor für den prognostizierten Preisrückgang ist der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien. RWE investiert intensiv in Windkraft- und Solarprojekte, die langfristig für stabile und günstigere Energiepreise sorgen sollen. Krebber betonte, dass sich die Transformation des Energiesystems positiv auf die Preisentwicklung und die Versorgungssicherheit auswirken werde.
„Mit jedem zusätzlichen Windpark und Solarfeld gewinnt der Markt an Flexibilität“, erklärte Krebber. „Das stärkt nicht nur den Wettbewerb, sondern dämpft auch die Preisvolatilität.“
Verbraucher und Politik im Blick
Während Verbraucher auf Preissenkungen hoffen können, fordern Energieverbände, dass auch die Politik ihren Beitrag leistet. Eine dauerhafte Entlastung sei nur möglich, wenn die Stromsteuer gesenkt und bürokratische Hürden beim Netzausbau weiter abgebaut würden.
Die Bundesregierung plant, 2026 neue Förderprogramme für klimafreundliche Energieprojekte aufzulegen – ein Schritt, der laut Branchenexperten die positive Preisentwicklung zusätzlich unterstützen könnte.
Quellen
RWE-Vorstand Krebber rechnet mit fallenden Energiepreisen
Energiekonzern RWE prognostiziert Preissenkung für Verbraucher