Die Straße von Hormus, ein kritisches Nadelöhr für den weltweiten Ölhandel, ist seit Anfang März 2026 durch iranische Revolutionsgarden blockiert. Täglich passieren normalerweise rund 15 Millionen Barrel Rohöl und ein Fünftel der globalen LNG-Exporte diese Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman. Die Blockade, als Reaktion auf Angriffe der USA und Israels auf den Iran, führt zu massiven Störungen in der globalen Energieversorgung.
Geopolitischer Hintergrund
Die Eskalation begann nach US- und israelischen Militärschlägen gegen iranische Ziele, woraufhin der Iran die Schifffahrt per Funkanweisung stoppte. Dutzende Öltanker warten nun im Persischen Golf auf sichere Passage, was Exporte aus Ländern wie Saudi-Arabien und den VAE lahmlegt. Analysten warnen vor einer Fragmentierung der Weltwirtschaft durch regionale Handelsblöcke.
Auswirkungen auf Ölpreise
Der Brent-Ölpreis kletterte am 2. März 2026 auf bis zu 82 Dollar pro Barrel und könnte bei anhaltender Blockade über 100 Dollar steigen. Gaspreise sind um 22 Prozent gestiegen, Spritpreise erreichen den höchsten Stand seit zwei Jahren. Experten von JPMorgan prognostizieren Produktionsstillstände, falls die Sperre länger als 25 Tage anhält.
Globale Folgen
Asien, das 70 Prozent des Öls aus der Straße von Hormus importiert, richtet den Blick auf Notreserven. In Europa und den USA droht ein Energiepreisschock mit höheren Spritpreisen über 2 Euro pro Liter. Die Blockade verstärkt die Inflation und könnte ölintensive Industrien bremsen.
Wirtschaftliche Risiken
Eine langfristige Schließung könnte Ölpreise auf über 150 Dollar treiben und globale Lieferketten gefährden. Finanzmärkte reagieren bisher zurückhaltend, doch alternative Routen können die fehlenden Volumina nicht kompensieren. Die Krise unterstreicht die Abhängigkeit vom Nahen Osten für 20 Prozent der Weltölversorgung.
Quellen
Straße von Hormus blockiert: Tanker warten, Ölpreis steigt
Benzinpreise von über 2 Franken pro Liter sind möglich