Der chinesische Online-Modegigant Shein darf seine Geschäfte in Frankreich weiterhin fortsetzen. Nach einer interministeriellen Prüfung entschied die französische Regierung, kein gesetzliches Verkaufsverbot gegen das Unternehmen zu verhängen. Zuvor hatten mehrere Abgeordnete ein Verbot gefordert, weil Shein durch sein Geschäftsmodell der „Ultra-Fast-Fashion“ vor allem junge Konsumenten zu übermäßigem Konsum anregen und lokale Händler benachteiligen solle.
Kritik an Umwelt- und Arbeitsstandards
Umweltorganisationen und Interessenverbände werfen Shein seit Langem unfaire Wettbewerbspraktiken, mangelnde Transparenz und Verstöße gegen internationale Arbeitsstandards vor. Insbesondere die extrem niedrigen Preise und die rasante Produktionsgeschwindigkeit gelten als Symbole einer ressourcenintensiven Wegwerfmode. Die Regierung erklärte, sie wolle die Regulierung von Online-Händlern künftig stärker auf europäischer Ebene koordinieren, um faire Wettbewerbsbedingungen zu schaffen.
Europäische Dimension der Debatte
In der EU wird aktuell über strengere Vorschriften für Onlineplattformen beraten, die außerhalb der Union produzieren und in großem Umfang in den Binnenmarkt exportieren. Frankreichs Entscheidung, Shein nicht direkt zu verbieten, gilt daher als Signal für einen gemeinsamen europäischen Ansatz. Paris fordert Brüssel auf, einen einheitlichen Rechtsrahmen für Nachhaltigkeit, Transparenz und Verbraucherschutz zu schaffen.
Sheins Reaktion
Shein begrüßte die Entscheidung und betonte, man halte sich an lokale Gesetze und investiere zunehmend in Nachhaltigkeitsprojekte. Das Unternehmen plant zudem, seine europäische Präsenz auszubauen und ein Logistikzentrum in Frankreich zu errichten, um kürzere Lieferwege und einen kleineren CO₂-Fußabdruck zu gewährleisten.
Quellen
Shein entgeht einem Verbot in Frankreich – Regierung – indiatimes.com
Shein entgeht einem Verbot in Frankreich – Regierung – dw.com