Landwirte in Deutschland und Frankreich haben am 8. Januar 2026 erneut gegen das EU-Mercosur-Abkommen demonstriert. In Deutschland rollten Traktoren an Autobahn-Auffahrten, während in Frankreich Bauern Zufahrtsstraßen nach Paris blockierten, darunter nahe dem Eiffelturm und dem Triumphbogen. Die Aktionen richteten sich gegen die drohende Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika, ohne wesentliche Störungen des Verkehrs.
Hintergrund des umstrittenen Abkommens
Das Mercosur-Abkommen schafft nach 25 Jahren Verhandlungen eine Freihandelszone zwischen der EU und den Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay sowie Uruguay. Es sieht Zollfreiheit für Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel und Zucker vor, was europäische Landwirte fürchten, da Produkte aus Mercosur-Ländern unter niedrigeren Umwelt-, Tierhaltungs- und Pestizidstandards hergestellt werden. Die EU plant Schutzmechanismen wie Zollwiederherstellung bei Überimporten, doch diese gelten als unzureichend.
Gründe der Landwirte-Kritik
Deutsche und französische Bauern beklagen ungleiche Wettbewerbsbedingungen: Südamerikanisches Fleisch wird oft mit Hormonen oder Antibiotika behandelt, was in der EU verboten ist. Zudem sorgen sie um Preiseinbrüche und Verluste durch höhere EU-Standards. Verbände wie der Deutsche Bauernverband fordern schärfere Schutzklauseln und kritisieren fehlenden Tierschutz sowie Umweltschäden wie Regenwaldrodung.
Aktuelle Entwicklungen und EU-Reaktion
Die Unterzeichnung wurde trotz Plänen für Januar 2026 mehrfach verschoben, zuletzt durch Proteste in Brüssel mit Tausenden Traktoren. Frankreich, Italien und andere bilden eine Sperrminorität, während die EU-Kommission Zugeständnisse wie Fördermittel anbietet. Bundeskanzler Merz’ Kabinett stimmte zu, doch Widerstand bleibt stark.
Quellen
Bauernwut tobt: Deutschland und Frankreich blockieren Mercosur-Deal
Traktoren auf Autobahnen: Landwirte revoltiert gegen Südamerika-