Volker Wieprecht: Die Stimme, die Berlin seit Jahrzehnten prägt

13/08/2026
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© 2026 Cathrin Bach

Volker Wieprecht ist mehr als nur ein Moderator – er ist eine Institution des deutschen Rundfunks, deren Stimme Generationen von Hörern und Zuschauern begleitet hat. Seit fast vier Jahrzehnten steht er für journalistische Qualität, sprachliche Präzision und eine besondere Art der Unterhaltung, die Tiefgang mit Leichtigkeit verbindet.

Ein Leben für den Rundfunk

Volker Wieprecht, geboren am 30. Oktober 1963 in Herne, hat eine bemerkenswerte Karriere hinter sich, die ihn von den schwefelgelben Schwaden des Ruhrgebiets in die Studios des Berliner Rundfunks führte. Nach einem Studium der Germanistik, Philosophie und Altphilologie, das er nicht abschloss, fand er Mitte der 1980er Jahre seine wahre Berufung beim Sender Freies Berlin (SFB).

Was als pragmatische Entscheidung begann – er wollte als freier Autor genug verdienen, um sein BAföG zu ersetzen – entwickelte sich zu einer lebenslangen Leidenschaft. 1987 moderierte er erstmals Kinder- und Jugendsendungen, bevor er ab 1990 als höchst populärer Morgenmoderator beim SFB-Jugendsender Radio 4U und später bei Radio Fritz vom ORB (heute rbb) Millionen von Hörern begeisterte.

Seine Karriere erreichte einen weiteren Höhepunkt, als er 1997 zusammen mit seinem langjährigen Kollegen Robert Skuppin zu Radio Eins wechselte. Seit Sendestart der Erwachsenen-Welle ist er eine der wichtigsten Stimmen des Senders und wurde dafür 2013 mit dem Deutschen Radiopreis in der Kategorie „Bester Moderator” ausgezeichnet.

Die besondere Partnerschaft mit Robert Skuppin

Eine der bemerkenswertesten Aspekte in Volker Wieprechts Karriere ist seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit Robert Skuppin. Die beiden lernten sich 1991 beim SFB kennen, als Skuppin als Aufnahmeleiter tätig war und Wieprecht in der Abteilung Kinderfunk moderierte. Nach einem Jahr in den USA als freier Autor und Hörfunkkorrespondent begannen sie 1993 gemeinsam ihre Arbeit beim Jugendsender Radio Fritz.

Ihre Beziehung beschreibt Wieprecht selbst als eine Art „Ehe nach zwanzig Jahren” – sie moderieren zusammen, haben eine gemeinsame Firma gegründet und schreiben gemeinsam Bücher. Diese ungewöhnliche Partnerschaft hat drei Bücher hervorgebracht, darunter „Das erste Mal”, das bei Rowohlt erschien und wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste stand.

Die Dynamik zwischen den beiden ist faszinierend: Während Wieprecht sich selbst als jemanden beschreibt, der die Welt als „extrem verbesserungswürdig” empfindet, charakterisiert er Skuppin als gelassener. Diese Unterschiede machen ihre Zusammenarbeit so erfolgreich – sie ergänzen sich perfekt, auch wenn sie sich gelegentlich in die Haare geraten.

Volker Wieprecht Familie und Privatleben

Obwohl Volker Wieprecht seit Jahrzehnten im öffentlichen Leben steht, hält er sein Privatleben bewusst zurückhaltend. Was bekannt ist: Er ist Vater einer Tochter, mit der er bereits Urlaubsreisen unternommen hat, etwa nach Fuerteventura. Die Frage, ob Volker Wieprecht verheiratet ist, bleibt weitgehend unbeantwortet – er selbst spricht in Interviews eher von seiner Tochter als von einem Partner.

Diese Zurückhaltung ist charakteristisch für einen Mann, der zwar Millionen von Menschen erreicht, aber seine persönliche Sphäre schützt. In einem Interview erwähnte er, dass er mit seiner Tochter nach Fuerteventura reist, während sein Kollege Skuppin mit seiner Freundin nach Sizilien fährt. Diese Details deuten darauf hin, dass Wieprecht als alleinerziehender Vater oder getrennt lebender Elternteil seine Tochter großzieht.

Die Frage nach Volker Wieprecht Partner bleibt somit weitgehend im Bereich der Spekulation. Was jedoch klar ist: Seine Familie, insbesondere seine Tochter, spielt eine wichtige Rolle in seinem Leben. Gemeinsame Urlaube und Aktivitäten zeigen, dass er trotz eines intensiven Berufslebens Zeit für seine Familie findet.

Vom Radio ins Fernsehen

Seit Februar 2019 hat Volker Wieprecht eine neue Dimension seiner Karriere erschlossen: Er verstärkt das Moderatorenteam der rbb24 Abendschau. Dieser Schritt vom Radio ins Fernsehen war eine natürliche Erweiterung seines Wirkens, denn Wieprecht war bereits durch verschiedene Fernsehauftritte bekannt, darunter „Modulation Nowhere” (2019), „NewsQuiz” (2001) und „Die Harald Schmidt Show” (1995).

Als Moderator der Berliner Abendschau bringt er seine jahrzehntelange Erfahrung als Radiojournalist ins Fernsehen ein. Seine Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu machen und gleichzeitig eine persönliche Note zu bewahren, macht ihn zu einem wertvollen Mitglied des rbb-Teams. Zusätzlich moderiert er „rbb Spezial – der Talk” und tritt regelmäßig in „DER TAG in Berlin & Brandenburg” auf.

Unternehmer und Autor

Neben seiner Tätigkeit als Moderator ist Volker Wieprecht auch Unternehmer. Zusammen mit Robert Skuppin gründete er 1998 die Agentur „der apparat”, die Hörfunk- und Fernsehformate produziert und Veranstaltungen wie „Die schöne Party” organisiert. Diese unternehmerische Tätigkeit zeigt, dass Wieprecht nicht nur Content konsumiert, sondern aktiv gestaltet und neue Formate entwickelt.

Als Autor hat er sich ebenfalls etabliert. Seine Bücher, die er gemeinsam mit Skuppin verfasst, behandeln Themen wie „Das erste Mal” – von ersten Küssen über erste Demos bis hin zu ersten Erfahrungen als Vater oder Mutter. Diese Werke spiegeln ihre gemeinsame Neugier und ihren Wunsch wider, Erfahrungen zu sammeln und zu teilen.

Die Kunst des Moderierens

Was macht Volker Wieprecht zu einem so erfolgreichen Moderator? Seine eigene Antwort ist aufschlussreich: Ein guter Moderator müsse „durch eine Brille gucken können” und den Hörern das Gefühl geben, die Welt durch seine Augen zu betrachten. Dies erreiche man durch Sprache, durch Zwischenelemente und Verbindungen. Wichtig sei zudem, sich für die Themen und die Leute zu interessieren.

Authentizität ist für ihn ein zentraler Wert. Moderatoren, die im Radio völlig anders klingen als im wirklichen Leben, könnten bei ihm und Skuppin nicht funktionieren. Diese Ehrlichkeit spiegelt sich in seiner Arbeit wider – er versteckt sich nicht hinter einer künstlichen Persona, sondern zeigt Teile seiner Persönlichkeit.

Seine Vorbereitung auf Sendungen ist ebenso interessant: Er hasst Manuskripte und fühlt sich am besten ohne sie. Stattdessen widmen er und Skuppin jeden Tag einem bestimmten Ereignis, das sie dann gemeinsam aufbereiten. Diese Flexibilität und Spontaneität macht ihre Sendungen so lebendig und authentisch.

Eine historische Perspektive

Volker Wieprecht hat nicht nur Radio- und Fernsehgeschichte moderiert, er war auch Teil eines historischen Moments. Am Abend des 9. November 1989 moderierte er aus dem SFB-Studio den legendären O-Ton von Günter Schabowski zur Pressekonferenz, in der dieser die Reisefreiheit für DDR-Bürger verkündete. Wieprecht erinnerte sich später, dass er sehr gehofft habe, diesen Moment richtig interpretiert zu haben.

Diese persönliche Verbindung zur deutschen Geschichte prägt sein Selbstverständnis. Sein Vater stammt aus dem Osten und ist vor dem Mauerfall geflohen. Wieprecht verbrachte die Hälfte seiner Kindheit in der DDR, da die Familie wann immer möglich Verwandte in der Altmark besuchte. Heute fühlt er sich als „Kind eines ehemals geteilten und jetzt vereinten Landes” – eine Perspektive, die seine Arbeit als Journalist und Moderator tief beeinflusst.

Buddhismus und innere Balance

Ein weniger bekannter Aspekt von Volker Wieprechts Persönlichkeit ist seine Zugehörigkeit zum Buddhismus. Diese spirituelle Praxis gibt ihm eine innere Balance, die ihn in seinem intensiven Berufsleben erdet. In einer Branche, die von Hektik und ständiger Präsenz geprägt ist, bietet ihm der Buddhismus einen Raum der Reflexion und Ruhe.

Diese spirituelle Dimension erklärt vielleicht auch seine Fähigkeit, auch in schwierigen Situationen besonnen zu bleiben. Als er und Skuppin einmal einen großen Fauxpas begingen – sie machten einen Witz über den verstorbenen Mann ihrer Interviewpartnerin Uta Ranke-Heinemann – reagierten sie mit einem vollständigen Kniefall und einer aufrichtigen Entschuldigung. Diese Demut und Fähigkeit zur Selbstreflexion sind charakteristisch für jemanden, der spirituelle Praktiken in sein Leben integriert hat.

Die Zukunft: Was kommt als Nächstes?

Mit über 60 Jahren steht Volker Wieprecht keineswegs am Ende seiner Karriere. Im Gegenteil: Seine vielfältigen Tätigkeiten als Moderator, Autor, Unternehmer und Veranstaltungsmoderator zeigen, dass er weiterhin hungrig auf neue Erfahrungen ist. Seine eigene Aussage, er frage sich immer, ob er schon genügend Partys gefeiert, genügend Zigaretten geraucht und genügend Orgasmen gehabt habe, spiegelt eine grundlegende Neugier wider, die ihn antreibt.

Zu seinen unerfüllten Wünschen gehören Reisen nach Neuseeland und Afrika – Ziele, die er noch besuchen möchte. Diese Reiselust und sein Wunsch, immer noch mehr zu erleben, zeigen, dass Wieprecht keineswegs plant, sich zurückzuziehen. Stattdessen scheint er weiterhin aktiv nach neuen Herausforderungen zu suchen.

Als journalistischer Veranstaltungsmoderator ist er für große Verbände, Gewerkschaften, Ministerien und die Berliner Stadtgesellschaft buchbar. Diese Tätigkeit ermöglicht es ihm, seine Expertise auch außerhalb des klassischen Rundfunks einzusetzen und neue Zielgruppen zu erreichen.

Ein Vermächtnis für den deutschen Rundfunk

Volker Wieprechts Einfluss auf den deutschen Rundfunk ist unbestreitbar. Als „Schnellsprecher und Wortkünstler des rbb” hat er Generationen von Hörern und Zuschauern begleitet. Seine Fähigkeit, komplexe Themen verständlich zu machen, ohne dabei an Tiefe zu verlieren, ist ein Vorbild für junge Journalisten.

Seine Arbeit mit Robert Skuppin zeigt zudem, dass langfristige Partnerschaften im Medienbereich möglich und erfolgreich sein können. In einer Branche, die oft von kurzer Halbwertszeit und ständiger Veränderung geprägt ist, ist ihre jahrzehntelange Zusammenarbeit eine Ausnahmeerscheinung.

Für die Zukunft des deutschen Rundfunks bleibt zu hoffen, dass Moderatoren wie Volker Wieprecht weiterhin als Vorbilder dienen. Seine Kombination aus journalistischer Integrität, sprachlicher Präzision und menschlicher Authentizität ist genau das, was der öffentliche Rundfunk in Zeiten zunehmender Digitalisierung und Fragmentierung braucht.

Volker Wieprecht ist somit nicht nur eine Stimme Berlins – er ist ein Botschafter für die Werte des öffentlichen Rundfunks: Qualität, Vielfalt und Unabhängigkeit. Und solange er weiterhin moderiert, schreibt und neue Projekte entwickelt, wird seine Stimme noch viele Jahre lang zu hören sein.

Quellen

“Ich wusste gar nicht, ob ich das richtig erfasst hatte”
Volker Wieprecht

Lea Hoffmann

Lea Hoffmann

Ich bin Lea Hoffmann, leidenschaftliche Redakteurin bei Investorbit.de. Mit Begeisterung verfolge ich täglich die spannendsten Wirtschaftstrends. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich und frisch zu präsentieren. Ich liebe es, Leserinnen und Leser mit aktuellen News zu begeistern!

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