Vassili Golod steht seit Jahren im Zentrum der deutschen Kriegsberichterstattung. Nun wurde bekannt: Der 33-jährige ARD-Korrespondent wird ab Frühjahr 2027 das traditionsreiche Politikmagazin „Monitor” leiten und moderieren. Dieser Wechsel markiert nicht nur einen personellen Neuanfang für eines der wichtigsten investigativen Formate der ARD, sondern auch eine neue Phase in Golods Laufbahn – vom Frontreporter zum redaktionellen Leiter mit nationaler Reichweite.
Warum diese Nachricht zählt
Die Ernennung von Vassili Golod zum neuen „Monitor”-Chef ist mehr als eine Personalie. Sie signalisiert, dass die ARD auf eine Generation setzt, die in Krisenzeiten journalistische Härte bewiesen hat. Golod hat sich seit 2022 als ARD-Korrespondent in der Ukraine einen Namen gemacht – mit Berichten, die nicht nur informieren, sondern auch die menschliche Dimension des Krieges zeigen. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als „Journalist des Jahres” (2023 und 2025) und im Team mit dem Deutschen Fernsehpreis.
Dass nun ausgerechnet er „Monitor” übernehmen soll, unterstreicht den Anspruch des Formats: politische Missstände nicht nur zu benennen, sondern sie mit investigativer Tiefe und gesellschaftlicher Relevanz zu durchdringen. Golod bringt beides mit – die Erfahrung aus dem Feld und die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich zu machen.
Biografie und Karriere: Von Charkiw nach Köln
Vassili Golod wurde am 11. März 1993 in Charkiw, Ukraine, geboren. Als Kleinkind zog er mit seinen Eltern nach Bad Pyrmont in Niedersachsen, wo er aufwuchs. Schon früh zeigte sich sein Interesse am Journalismus – zunächst in der Radio-AG seines Gymnasiums, später bei der regionalen „Deister- und Weserzeitung”.
Nach dem Abitur studierte er Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Göttingen sowie an der Aberystwyth University in Wales. Während des Studiums berichtete er bereits für den NDR und die Rheinische Post. Sein Volontariat absolvierte er beim WDR, wo er später als ARD-Korrespondent in London arbeitete, bevor er in den WDR-Newsroom nach Köln wechselte. Dort war er als Reporter, Redakteur und Chef vom Dienst für Formate wie „Tagesschau” und „Tagesthemen” tätig.
Gemeinsam mit Jan Kawelke gründete er 2018 den Podcast „Machiavelli – Rap und Politik”, den er bis heute moderiert. Mit Beginn des russischen Angriffskriegs 2022 verlegte Vassili Golod seinen journalistischen Schwerpunkt dauerhaft in die Ukraine. Seit 2023 leitet er das neu gegründete ARD-Studio in Kiew – mit nur 30 Jahren einer der jüngsten Studioleiter der ARD-Geschichte.
Die neue Rolle bei „Monitor”
Ab Frühjahr 2027 wird Vassili Golod die Leitung und Moderation von „Monitor” übernehmen. Er folgt damit auf Georg Restle, der das Format über Jahre prägte und inzwischen das ARD-Studio Nairobi leitet. Bis Golod seinen Posten in Köln antritt, führt der langjährige stellvertretende Redaktionsleiter Achim Pollmeier „Monitor” kommissarisch.
In einer ersten Reaktion betonte Golod, er freue sich auf die „neue Herausforderung im investigativen Journalismus”. Für ihn bedeutet der Wechsel nicht nur eine räumliche Rückkehr nach Deutschland, sondern auch eine inhaltliche Erweiterung: von der tagesaktuellen Kriegsberichterstattung hin zu tiefenbohrenden Analysen politischer und gesellschaftlicher Themen.
Was Golod für „Monitor” bedeuten könnte
Golods Stärke liegt in seiner Fähigkeit, komplexe politische Vorgänge mit menschlichen Geschichten zu verbinden. Das zeigt sich nicht nur in seinen Kriegsreportagen, sondern auch in Formaten wie „Machiavelli”, wo er Politik durch die Linse von Rap und Popkultur erklärt. Diese Herangehensweise könnte „Monitor” eine neue, jüngere Zielgruppe erschließen – ohne dabei an investigativer Schärfe zu verlieren.
Zudem bringt Golod internationale Erfahrung mit. Als Korrespondent in London und Kiew hat er gelernt, unter Druck zu arbeiten und Quellen zu verifizieren – Fähigkeiten, die für investigativen Journalismus unerlässlich sind. Seine Präsenz in sozialen Medien und Podcasts zeigt zudem, dass er die digitale Transformation des Journalismus aktiv mitgestaltet.
Privatleben: Was über Vassili Golod verheiratet, Freund oder Partnerin bekannt ist
Trotz seiner öffentlichen Präsenz hält Vassili Golod sein Privatleben weitgehend aus den Medien. Weder ist bekannt, ob Vassili Golod verheiratet ist, noch gibt es offizielle Informationen über einen Vassili Golod Freund oder eine Vassili Golod Partnerin. In Interviews spricht er vor allem über seine Arbeit, seine Herkunft und die Bedeutung des Journalismus in Krisenzeiten. Diese Zurückhaltung passt zu einem Journalisten, der den Fokus auf Inhalte statt auf Inszenierung legt.
Zukunftspläne und Ausblick
Bis zum Antritt bei „Monitor” im Frühjahr 2027 wird Vassili Golod weiterhin als ARD-Korrespondent in Kiew tätig sein. In dieser Zeit plant er, die Berichterstattung aus der Ukraine weiter zu vertiefen – insbesondere zu Themen wie Wiederaufbau, ziviler Widerstand und den langfristigen Folgen des Krieges für die ukrainische Gesellschaft.
Parallel dazu bereitet er sich auf die neue Rolle bei „Monitor” vor. Dazu gehört nicht nur die inhaltliche Neuausrichtung des Formats, sondern auch der Aufbau eines Teams, das investigativen Journalismus im digitalen Zeitalter neu denkt. Golod hat angedeutet, dass er „Monitor” als Plattform für gesellschaftskritische Themen stärken will – mit einem Fokus auf Transparenz, Gerechtigkeit und demokratische Kontrolle.
Fazit: Ein Journalist für eine neue Ära
Vassili Golod steht für eine Generation von Journalisten, die in unsicheren Zeiten professionelle Distanz mit menschlicher Nähe verbinden. Seine Arbeit aus der Ukraine hat gezeigt, dass guter Journalismus nicht nur informiert, sondern auch Empathie schafft. Mit der Übernahme von „Monitor” bekommt er nun die Chance, diese Haltung auf nationaler Ebene zu verankern.
Für das Format bedeutet dies eine Chance zur Erneuerung – ohne die investigativen Wurzeln zu verlieren. Für Golod selbst ist es der nächste logische Schritt in einer Karriere, die von Anfang an von dem Wunsch geprägt war, Missstände aufzudecken und Stimmen hörbar zu machen, die sonst ungehört blieben.
Die Nachricht von Golods Ernennung ist also mehr als eine Personalie. Sie ist ein Signal: Journalismus, der nah an den Menschen bleibt und gleichzeitig politische Verantwortung einfordert, hat auch in einer fragmentierten Medienlandschaft eine Zukunft. Und Vassili Golod könnte einer derjenigen sein, die diese Zukunft maßgeblich mitgestalten.
Quellen
WDR-Journalist Vassili Golod wird neuer Leiter und Moderator von MONITOR
Vassili Golod übernimmt Leitung des ARD-Magazins »Monitor«


