Michaela Benthaus, eine 33-jährige deutsche Luft- und Raumfahrt-Ingenieurin, ist als erste Rollstuhlfahrerin ins Weltall geflogen. Der suborbitale Flug mit Blue Origin dauerte nur zehn Minuten, führte aber über die Kármán-Linie und ermöglichte über drei Minuten Schwerelosigkeit.
Hintergrund der Pionierin
Michaela Benthaus arbeitet als Mechatronik-Ingenieurin bei der European Space Agency (ESA). Vor sieben Jahren erlitt sie bei einem Mountainbike-Unfall eine schwere Wirbelsäulenverletzung, die sie seither an den Rollstuhl fesselt. Trotz der Behinderung trainierte sie intensiv für den Flug und betonte nach der Landung: „Es war das coolste Erlebnis!“
Der historische Blue-Origin-Flug
Der Start erfolgte am 20. Dezember 2025 aus West-Texas mit der New Shepard-Rakete – dem 16. bemannten Flug des Unternehmens von Jeff Bezos. Die Kapsel erreichte 105 Kilometer Höhe, Benthaus lachte während des Aufstiegs und drehte sich in der Schwerelosigkeit. Begleitet wurde sie von fünf Passagieren, darunter der deutsche Ex-SpaceX-Manager Hans Koenigsmann, der ihren Flug organisierte.
Anpassungen für Barrierefreiheit
Blue Origin modifizierte die autonome Kapsel nur minimal: Ein Patiententransferbrett half Benthaus, vom Schott zum Sitz zu gelangen. Ein Aufzug brachte sie sieben Stockwerke hoch zur Rakete, nach der Landung rollte das Team einen Teppich aus, damit sie sofort ihren Rollstuhl erreichte. Ingenieur Jake Mills lobte das Design als inklusiver als traditionelle Raumfahrt.
Bedeutung für Inklusion im All
Der Flug markiert einen Meilenstein für behinderte Menschen im Weltraumtourismus; zuvor flogen bereits Passagiere mit eingeschränkter Mobilität oder Sinnesbehinderungen. Benthaus inspirierte mit ihrer Botschaft: „Man sollte Träume nicht aufgeben.“ Dies unterstreicht den Fortschritt kommerzieller Raumfahrt hin zu mehr Zugänglichkeit.
Quellen
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Querschnittsgelähmter Ingenieur wird als erster Rollstuhlfahrer ins All geschossen