Halloween ist längst nicht mehr nur eine Nacht für Grusel, Süßigkeiten und ausgefallene Partykostüme. Es ist zu einer kulturellen Bühne geworden, auf der Prominente Erinnerungen, Popkultur und persönliche Freundschaften sichtbar machen. Genau das gelang Savannah Guthrie und Jenna Bush Hager, als sie sich als Rachel Green und Phoebe Buffay aus „Friends“ verkleideten. Ihre Verwandlung wirkte nicht wie eine beliebige Kostümidee, sondern wie eine liebevolle Hommage an eine Serie, die auch Jahrzehnte nach ihrem Ende prägend bleibt.
Die beiden Moderatorinnen traten am 30. Oktober 2026 bei einer Halloween-Feier der „Today“-Show auf, die zugleich das hundertjährige Bestehen von NBC würdigte. Während Guthrie in die Rolle der von Jennifer Aniston gespielten Rachel schlüpfte, verkörperte Bush Hager Phoebe, die unverwechselbare Figur von Lisa Kudrow. Besonders charmant: Bush Hager teilte die Bilder mit dem Hinweis „The Rachel to my Phoebe“ – ein kleiner Satz, der viel über die echte Freundschaft der beiden aussagt.
Eine Kostümidee mit emotionalem Mehrwert
Was diese Halloween-Verwandlung von vielen anderen Promi-Kostümen unterscheidet, ist ihre Doppeldeutigkeit. Auf der einen Seite steht die optische Treue zu zwei ikonischen Fernsehfiguren. Auf der anderen Seite wird eine reale Freundschaft in ein bekanntes fiktives Duo übersetzt. Rachel und Phoebe sind zwar sehr unterschiedliche Charaktere, aber gerade diese Gegensätze machten ihre Dynamik in „Friends“ so glaubwürdig und liebenswert.
Guthrie wählte für Rachel einen Look, der die Ästhetik der neunziger Jahre sofort ins Gedächtnis ruft: ärmelloses Denim-Hemd, schwarze Strumpfhose und eine Schürze, die an Rachels Zeit als Kellnerin im Central Perk erinnert. Bush Hager setzte dagegen auf Phoebes bohemischen Stil, kombinierte ein gemustertes Oberteil mit einer Gitarre und verwandelte sich damit in die musikalische, eigensinnige und warmherzige Phoebe. Dass sie sogar eine Version des legendären Songs „Smelly Cat“ aufführte, machte die Inszenierung zu einer kleinen Bühnennummer statt nur zu einem Kostümwettbewerb.
Gerade diese Details zeigen, warum gute Halloween-Kostüme funktionieren. Sie bestehen nicht allein aus Kleidung, Perücke oder Requisiten. Sie erzählen eine Geschichte, die das Publikum sofort versteht. Wer „Friends“ kennt, braucht keine Erklärung, warum eine Gitarre, ein Café-Ambiente oder Rachels Frisur so viel Bedeutung haben. Die Anspielungen funktionieren wie ein gemeinsamer kultureller Code.
Warum „Friends“ bis heute so gut funktioniert
„Friends“ lief von 1994 bis 2004, gehört aber weiterhin zu den meistgeschauten Serien auf Streamingplattformen. Das liegt nicht nur an Nostalgie. Die Serie behandelt Themen, die zeitlos sind: Freundschaft, berufliche Unsicherheit, Liebe, Trennungen, finanzielle Sorgen und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben. Rachel und Phoebe stehen dabei für zwei sehr verschiedene Formen von Selbstbehauptung.
Rachel beginnt die Serie als junge Frau, die ein privilegiertes Leben hinter sich lässt und sich erstmals selbstständig durchsetzen muss. Ihre Entwicklung von der Kellnerin zur selbstbewussten Berufsfrau macht sie zu einer Figur, mit der viele Zuschauerinnen bis heute etwas verbinden. Phoebe hingegen verkörpert Freiheit, Unkonventionalität und die Fähigkeit, sich nicht an gesellschaftliche Erwartungen anzupassen. Ihre direkte Art, ihre Musik und ihre skurrile Lebensphilosophie machen sie zu einem Gegenpol zu den oft glatteren Figuren der Serie.
Dass sich Guthrie und Bush Hager genau für dieses Duo entschieden haben, ist daher kein Zufall. Rachel und Phoebe repräsentieren zwei Seiten einer Freundschaft: die pragmatische, ehrgeizige Seite und die freigeistige, emotionale Seite. In der Realität scheint die Beziehung zwischen den beiden Moderatorinnen ähnlich zu funktionieren. Sie ergänzen sich, ohne sich zu kopieren.
Halloween als Bühne für Popkultur

Halloween hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Ereignis für Unterhaltungssendungen entwickelt. Früher reichte oft ein Kürbis, ein Hexenhut oder ein einfaches Vampirkostüm. Heute erwarten Zuschauerinnen und Zuschauer aufwendige Inszenierungen, skizzenhafte Auftritte und Referenzen, die in sozialen Medien sofort geteilt werden können. Die „Today“-Show hat diese Entwicklung konsequent verstanden.
In diesem Jahr stand die Feier im Zeichen der NBC-Geschichte. Die Moderatoren verwandelten sich nicht nur in Figuren aus „Friends“, sondern zitierten auch „Saturday Night Live“, „I Dream of Jeannie“, „The Tonight Show“ und weitere Meilensteine des Senders. Damit wurde Halloween zu einer Art lebendigem Archiv der amerikanischen Fernsehgeschichte. Das ist klug, denn es verbindet Unterhaltung mit Erinnerung. Ältere Zuschauer erkennen die Originale, jüngere entdecken sie möglicherweise zum ersten Mal.
Für Guthrie und Bush Hager bedeutet das zugleich eine strategische Stärke. Ihre Kostüme sind nicht zu abstrakt und nicht zu offensichtlich. Sie treffen einen sweet spot zwischen Wiedererkennung und Überraschung. Jeder, der auch nur einige Folgen von „Friends“ gesehen hat, versteht die Anspielung sofort. Gleichzeitig bleibt die Darstellung persönlich, weil sie von zwei Menschen getragen wird, deren Freundschaft das Publikum über Jahre verfolgt hat.
Mehr als nur eine Verkleidung
Die Wirkung dieser Halloween-Idee liegt auch darin, dass sie Erwachsene ernst nimmt. Oft wird Verkleiden als etwas für Kinder oder junge Partygäste abgetan. Doch gerade bei Erwachsenen kann Halloween eine wichtige Funktion erfüllen: Es erlaubt einen kontrollierten Ausbruch aus dem Alltag. Man darf für einen Abend jemand anderes sein, ohne seine Identität aufgeben zu müssen.
Guthrie und Bush Hager zeigen, dass Humor mit dem Alter nicht verschwindet. Im Gegenteil: Ihre Kostüme wirken selbstbewusst, weil sie nicht versuchen, jünger oder perfekter zu wirken. Sie spielen mit bekannten Bildern, ohne sich lächerlich zu machen. Das ist eine feine Balance. Wer zu sehr imitiert, wirkt schnell wie eine Kopie. Wer zu wenig investiert, wirkt beliebig. Die beiden Moderatorinnen treffen eine Mitte, in der die Figur erkennbar bleibt, aber die eigene Persönlichkeit sichtbar wird.
Besonders Bush Hagers Auftritt als Phoebe profitiert davon. Phoebe ist keine Figur, die man nur äußerlich kopieren kann. Sie lebt von Haltung, Timing und einem gewissen Mut zur Verrücktheit. Eine Gitarre in der Hand zu halten, reicht dafür nicht. Man muss auch bereit sein, sich auf den Humor der Figur einzulassen. Genau das macht den Auftritt glaubwürdig.
Die Macht der Freundschaft im Fernsehen
Es gibt einen weiteren Grund, warum diese Halloween-Szene so gut ankommt: Das Publikum liebt echte Freundschaften. In einer Medienwelt, die oft auf Konkurrenz, Skandale und polarisierende Aussagen setzt, wirken zwei Kolleginnen, die gemeinsam Spaß haben, erfrischend. Ihre Kostüme sind ein öffentliches Zeichen gegenseitiger Wertschätzung.
Der Satz „The Rachel to my Phoebe“ funktioniert deshalb so gut, weil er nicht nur eine Kostümidee beschreibt. Er sagt: Du bist mein Gegenstück, meine Ergänzung, meine vertraute Person. Solche Botschaften haben im Fernsehen Gewicht, weil sie über die Sendung hinaus wirken. Zuschauerinnen und Zuschauer projizieren eigene Freundschaften auf solche Paare. Sie erkennen sich in der Idee, eine Person zu haben, die einen versteht, auch wenn man völlig unterschiedlich ist.
Das erklärt auch, warum Paar- und Gruppenkostüme bei Halloween so erfolgreich sind. Sie erzeugen sofort eine gemeinsame Erzählung. Zwei einzelne Kostüme können gut aussehen, aber zusammen ergeben sie eine Beziehung. Rachel und Phoebe sind dafür ideal, weil ihre Freundschaft in der Serie nie die Hauptromanze war, aber zu den stabilsten Verbindungen gehörte.
Ein Blick in die Zukunft der Kostümkultur
Die Verwandlung von Guthrie und Bush Hager zeigt auch, wohin sich Halloween als Kulturphänomen entwickelt. Es geht weniger um Schrecken als um Erkennbarkeit, Kreativität und gemeinsame Erinnerungen. Serien, Filme, Musikvideos und virale Momente werden zu einer riesigen Kostümbibliothek. Dabei gewinnen nicht immer die aufwendigsten Ideen. Oft siegen jene, die eine klare emotionale Verbindung schaffen.
„Friends“ wird wahrscheinlich noch lange eine sichere Wahl bleiben. Die Serie besitzt eine visuelle Sprache, die sofort funktioniert: der Kaffeehaus-Look, die neunziger Jahre, die Frisuren, die Farben, die Requisiten. Gleichzeitig sind die Figuren so bekannt, dass selbst eine einfache Anspielung verstanden wird. Das macht sie ideal für Fernsehauftritte, Social-Media-Posts und Gruppenkostüme.
Zukünftig könnten solche Hommagen noch stärker interaktiv werden. Denkbar sind Live-Sketche, Publikumsabstimmungen, kurze Musical-Einlagen oder Rückblenden in originale Szenen. Die Grenze zwischen Kostüm, Comedy und Fan-Kultur wird zunehmend verschwimmen. Wer Halloween nur als Partyabend begreift, verpasst inzwischen einen Teil der popkulturellen Kommunikation.
Warum dieser Auftritt hängen bleibt
Am Ende funktioniert dieser Halloween-Moment, weil er drei Dinge vereint: Nostalgie, Humor und echte Verbundenheit. Savannah Guthrie und Jenna Bush Hager haben nicht einfach zwei berühmte Frauen aus einer erfolgreichen Serie imitiert. Sie haben eine Freundschaft sichtbar gemacht, die das Publikum kennt und schätzt. Gleichzeitig haben sie bewiesen, dass gute Kostüme nicht teuer oder spektakulär sein müssen, wenn sie die richtige Geschichte erzählen.
Rachel Green und Phoebe Buffay gehören zu jenen Fernsehfiguren, die über Generationen hinweg weiterleben. Dass zwei Moderatorinnen sie 2026 mit so viel Freude und Selbstironie neu interpretieren, zeigt, wie stark gute Unterhaltung sein kann. Halloween ist in diesem Fall kein bloßer Anlass für Verkleidung, sondern eine Einladung, gemeinsam zu lachen, sich zu erinnern und zu feiern, was Freundschaft ausmacht.
Quellen
Savannah Guthrie & Jenna Bush Hager haben die Halloween-Kostüme von Rachel und Phoebe aus „Friends“ perfekt getroffen
Jenna Bush Hager sieht als diese Popkultur-Ikone zu Halloween ganz anders aus


