Bud Spencer früher – das war nicht nur der Beginn einer Schauspielkarriere, sondern die Geschichte eines außergewöhnlich vielseitigen Mannes. Bevor er als wortkarger Westernheld mit gewaltigen Ohrfeigen und trockenem Humor berühmt wurde, war er Leistungsschwimmer, Wasserballspieler, Unternehmer, Musiker und Familienvater. Hinter dem Künstlernamen Bud Spencer verbarg sich Carlo Pedersoli, ein Neapolitaner, dessen Leben weit über die bekannten Prügelkomödien mit Terence Hill hinausging.
Bud Spencer früher: Der bürgerliche Name war Carlo Pedersoli
Der richtige Name von Bud Spencer lautete Carlo Pedersoli. Er wurde am 31. Oktober 1929 in Neapel geboren und wuchs in einer wohlhabenden italienischen Familie auf. Schon früh zeigte sich, dass Pedersoli nicht dem klassischen Bild eines späteren Filmstars entsprach. Er interessierte sich nicht ausschließlich für die Bühne oder das Kino, sondern entwickelte sich zunächst zu einem erfolgreichen Sportler.
Seine Jugend fiel in eine Zeit, in der Italien politisch und gesellschaftlich von großen Veränderungen geprägt war. Der Zweite Weltkrieg und die Nachkriegsjahre beeinflussten auch Pedersolis frühen Lebensweg. Als junger Mann lebte er zeitweise in Südamerika, bevor er nach Italien zurückkehrte. Diese Erfahrungen erweiterten seinen Horizont und halfen ihm später, sich in unterschiedlichen beruflichen Welten zu behaupten.
Besonders wichtig war seine sportliche Laufbahn. Pedersoli wurde zu einem der bekanntesten italienischen Schwimmer seiner Generation und trat auch im Wasserball an. Er nahm an Olympischen Spielen teil und gehörte zu den ersten Italienern, die im 100-Meter-Freistil unter der Marke von einer Minute blieben. Damit war er bereits vor seiner Filmkarriere eine öffentliche Persönlichkeit.
Seine sportliche Vergangenheit erklärt auch, warum Bud Spencer später auf der Leinwand so körperlich präsent wirkte. Die enorme Statur, die kontrollierten Bewegungen und seine physische Präsenz waren nicht nur filmische Inszenierung. Sie basierten auf jahrelangem Training, Disziplin und einem ausgeprägten Körpergefühl.
Vom Leistungssportler zum Schauspieler
Der Weg vom Schwimmbecken nach Cinecittà, dem berühmten Filmviertel Roms, war zunächst nicht geradlinig. Carlo Pedersoli studierte zeitweise Chemie und Jura, arbeitete in verschiedenen Bereichen und beschäftigte sich mit Musik. Er schrieb Lieder, komponierte und sammelte Erfahrungen hinter den Kulissen der Unterhaltungsbranche.
Seinen ersten Kontakt mit dem Film hatte er nicht sofort als Hauptdarsteller. In den frühen Jahren erhielt er kleinere Rollen und wurde vor allem wegen seiner beeindruckenden Erscheinung eingesetzt. Hollywood- und italienische Produktionen suchten häufig nach Darstellern, die körperlich markant waren und ohne viele Worte Wirkung erzeugen konnten.
Ein entscheidender Wendepunkt kam 1967 mit dem Western „Gott vergibt – Django nie!“. In diesem Film arbeitete Pedersoli erstmals mit Mario Girotti zusammen, der später unter dem Namen Terence Hill bekannt wurde. Beide Schauspieler hatten zunächst unterschiedliche Rollenprofile, doch ihre Kombination erwies sich als außergewöhnlich wirkungsvoll.
Der Erfolg des Duos beruhte nicht allein auf Schlägereien oder spektakulären Stunts. Die Filme funktionierten vor allem wegen des Kontrasts zwischen den beiden Figuren: Terence Hill verkörperte häufig den schnellen, gewitzten und leichtfüßigen Charakter, während Bud Spencer als ruhiger, kräftiger und scheinbar unerschütterlicher Gegenpol auftrat. Dieses Muster war einfach verständlich, aber dramaturgisch äußerst effektiv.
Warum nannte er sich Bud Spencer?
Der Künstlername entstand nicht zufällig. 1967 legte sich Carlo Pedersoli den Namen Bud Spencer zu. „Bud“ bezog sich auf seine Vorliebe für eine amerikanische Biermarke, während „Spencer“ eine Hommage an den US-Schauspieler Spencer Tracy war.
Die Namensänderung hatte auch praktische Gründe. Produzenten wollten für Italowestern international klingende Namen verwenden, um den Eindruck zu erwecken, die Filme stammten direkt aus den Vereinigten Staaten. Dieses Verfahren war im europäischen Westernkino jener Zeit weit verbreitet.
Aus Carlo Pedersoli wurde dadurch eine Figur, die sofort einprägsam war. Der Name Bud Spencer klang amerikanisch, robust und leicht zu merken. Gleichzeitig blieb der Schauspieler selbst Italiener – mit seiner markanten Stimme, seinem mediterranen Humor und seiner besonderen Art, körperliche Komik mit menschlicher Wärme zu verbinden.
Der Name wurde schließlich so bekannt, dass viele Zuschauer erst spät erfuhren, wer hinter der Kunstfigur stand. Für die öffentliche Wahrnehmung existierten zwei Persönlichkeiten: der private Carlo Pedersoli und der filmische Bud Spencer.
Bud Spencer und Terence Hill: Ein ungewöhnliches Erfolgsmodell
Der internationale Durchbruch kam mit Filmen wie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“ und „Vier Fäuste für ein Halleluja“. Besonders in Deutschland, Österreich und der Schweiz entwickelte sich das Duo zu einem Massenphänomen.
Die Filme unterschieden sich von vielen klassischen Western. Sie waren weniger düster und weniger brutal als typische Vertreter des Genres. Zwar standen Prügeleien im Zentrum, doch die Gewalt wurde meist stark überzeichnet und komödiantisch dargestellt. Die Gegner flogen durch Räume, Möbel gingen zu Bruch und am Ende wirkte die Auseinandersetzung eher wie eine choreografierte Slapsticknummer als wie ein realistischer Kampf.
Gerade darin lag die zeitlose Wirkung. Bud Spencer verkörperte keine aggressive Heldenfigur, sondern eine Art gutmütigen Riesen. Seine Figuren griffen häufig erst dann ein, wenn Schwächere bedroht wurden. Trotz der körperlichen Überlegenheit blieb er für das Publikum sympathisch und berechenbar.
Sein Humor entstand oft aus Gegensätzen: ein massiger Mann, der mit stoischer Ruhe reagiert; ein bedrohlicher Blick, der in einer absurden Alltagssituation endet; ein kurzer Satz, der mehr Wirkung erzielt als ein langer Monolog. Diese Mischung machte Bud Spencer zu einer Kultfigur, die auch Zuschauer erreichte, die mit klassischen Western wenig anfangen konnten.
Bud Spencer Frau: Die Ehe mit Maria Amato
Wer nach Bud Spencer Frau sucht, stößt auf Maria Amato. Das Paar heiratete 1960 in Rom, also noch bevor Carlo Pedersoli als Schauspieler weltberühmt wurde. Maria war die Tochter des Filmproduzenten Giuseppe Amato, der an bedeutenden italienischen Produktionen beteiligt war.
Die Beziehung der beiden begann bereits lange vor der Hochzeit. Sie kannten sich seit ihrer Jugend und hielten auch in Zeiten Kontakt, in denen Pedersoli außerhalb Italiens lebte. Diese lange gemeinsame Vorgeschichte bildete eine stabile Grundlage für die Ehe.
Bud Spencer und Maria Amato blieben bis zu seinem Tod im Jahr 2016 verheiratet. In Interviews sprach der Schauspieler wiederholt respektvoll über seine Frau und betonte die Bedeutung von Loyalität und Beständigkeit. Während viele Beziehungen prominenter Schauspieler unter dem Druck des öffentlichen Lebens zerbrechen, blieb seine Ehe über Jahrzehnte hinweg weitgehend aus den Schlagzeilen heraus.
Das ist ein wichtiger Aspekt, wenn man Bud Spencer früher und später verstehen möchte. Sein öffentliches Image war von Stärke und Unabhängigkeit geprägt, sein Privatleben dagegen von familiärer Kontinuität. Er suchte nicht dauerhaft die Rolle des glamourösen Stars, sondern bewahrte sich einen festen Lebensmittelpunkt außerhalb der Filmwelt.
Familie und Kinder
Aus der Ehe mit Maria Amato gingen drei Kinder hervor: der Sohn Giuseppe sowie die Töchter Cristiana und Diamante. Die Familie wuchs während einer Phase, in der Bud Spencer seine Filmkarriere zunehmend ausbaute.
Sein Sohn Giuseppe arbeitete später ebenfalls in der Filmbranche und war als Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor tätig. Auch die Töchter blieben mit dem kulturellen Erbe ihres Vaters verbunden. Dadurch wurde der Name Bud Spencer nicht nur durch Wiederholungen seiner Filme erhalten, sondern auch durch die Familie und deren Umgang mit seinem Nachlass.
Für den Schauspieler selbst war die Familie offenbar mehr als ein privater Rückzugsort. Sie bildete einen Gegenpol zum Starkult. Während das Publikum den unbesiegbaren Leinwandhelden sah, erlebten seine Angehörigen Carlo Pedersoli als Ehemann und Vater mit unterschiedlichen Interessen, beruflichen Plänen und persönlichen Schwächen.
Diese Trennung zwischen Kunstfigur und Privatperson ist ein Grund dafür, warum die Erinnerung an ihn bis heute so stabil geblieben ist. Bud Spencer wirkte nicht wie ein künstlich geschaffenes Produkt, sondern wie eine überlebensgroße Version eines Menschen, der auch außerhalb des Kinos ein erfülltes Leben führte.
Mehr als Schauspieler: Unternehmer, Musiker und Erfinder
Bud Spencer war ein vielseitiger Unternehmer. Er gründete unter anderem die Fluggesellschaft Mistral Air und beschäftigte sich mit geschäftlichen Projekten außerhalb der Filmindustrie. Außerdem arbeitete er als Musiker, Komponist und Produzent.
Sein beruflicher Ehrgeiz beschränkte sich deshalb nicht auf den Erfolg vor der Kamera. Er wollte eigene Ideen verwirklichen und verschiedene Tätigkeitsfelder ausprobieren. In einer Zeit, in der Schauspieler häufig auf ein bestimmtes Rollenbild festgelegt wurden, bewies Pedersoli bemerkenswerte Unabhängigkeit.
Auch sein Verhältnis zur Bildung und zu neuen Herausforderungen war ungewöhnlich. Er hatte in seinem Leben verschiedene Studien- und Berufserfahrungen gesammelt, lebte zeitweise im Ausland und wechselte mehrfach die Richtung. Das macht seine Biografie für heutige Leser besonders interessant: Bud Spencer war nicht das Ergebnis eines einzigen großen Durchbruchs, sondern das Resultat vieler unterschiedlicher Lebensabschnitte.
Seine Karriere zeigt außerdem, dass ein Künstlername nicht zwangsläufig die gesamte Identität einer Person ersetzt. Hinter der Marke Bud Spencer blieb Carlo Pedersoli ein neugieriger und pragmatischer Mann, der sich nicht ausschließlich über seine Filmrollen definieren ließ.
Die letzten Jahre und seine Zukunftspläne
In seinen späteren Jahren trat Bud Spencer seltener in neuen Filmen auf, blieb aber durch Fernsehen, Interviews, DVD-Veröffentlichungen und Fanveranstaltungen präsent. Er veröffentlichte autobiografische Texte und sprach offen über seine Karriere, seine Familie und seine Sicht auf das Älterwerden.
Konkrete langfristige Zukunftspläne konnten sich jedoch nicht mehr entwickeln. Bud Spencer starb am 27. Juni 2016 im Alter von 86 Jahren in Rom. Sein Tod beendete nicht nur das Leben eines Schauspielers, sondern auch eine außergewöhnliche Laufbahn, die Sport, Musik, Unternehmertum und Kino miteinander verband.
Nach seinem Tod übernahm die Familie zunehmend die Aufgabe, sein Andenken zu bewahren. Wiederveröffentlichungen, Dokumentationen und Fanprojekte zeigten, dass das Interesse an seiner Person nicht mit seinem Tod verschwand. Im Gegenteil: Viele Zuschauer entdeckten die Filme neu, während jüngere Generationen durch Streaming und soziale Medien auf das Duo Bud Spencer und Terence Hill aufmerksam wurden.
Die Zukunft seines kulturellen Erbes liegt daher weniger in neuen Auftritten als in der Pflege seiner Filme, Erinnerungen und Geschichten. Besonders seine Kinder und die Rechteinhaber stehen vor der Aufgabe, die Marke Bud Spencer zeitgemäß zu präsentieren, ohne ihren ursprünglichen Charakter zu verlieren.
Warum Bud Spencer bis heute wichtig bleibt
Bud Spencer früher zu betrachten, bedeutet, mehr zu sehen als den großen Mann aus den Westernkomödien. Seine Geschichte verbindet sportlichen Ehrgeiz, familiäre Stabilität, wirtschaftlichen Mut und künstlerische Vielseitigkeit.
Seine Filme bleiben beliebt, weil sie eine klare emotionale Struktur bieten: Die Schwachen bekommen Unterstützung, arrogante Gegner werden entlarvt und Konflikte enden häufig mit einer humorvollen Genugtuung. In einer unübersichtlichen Welt wirken diese Geschichten einfach, aber nicht bedeutungslos.
Bud Spencer verkörperte eine Form von Heldentum, die nicht auf Perfektion beruhte. Er war langsam, wenn andere hektisch wurden, ruhig, wenn andere schrien, und humorvoll, wenn eine Situation zu eskalieren drohte. Genau diese Eigenschaften machten ihn unverwechselbar.
Der Name Bud Spencer steht deshalb bis heute für weit mehr als Schläge und Westernmusik. Dahinter steht Carlo Pedersoli – ein ehemaliger Spitzensportler, Ehemann von Maria Amato, Vater von drei Kindern und ein Mann, der sich immer wieder neu erfand. Seine größte Leistung bestand vielleicht darin, dass er aus einer Filmrolle eine dauerhafte kulturelle Persönlichkeit machte, ohne dabei seine menschliche Seite vollständig zu verlieren.
Quellen
Bud Spencer (†) soll heimliche Tochter gehabt haben
Wie aus Carlo Pedersoli Bud Spencer wurde


