Im Osten Russlands herrscht Ausnahmezustand: Auf der Halbinsel Kamtschatka sind binnen weniger Tage extreme Schneemengen gefallen. Videoaufnahmen und Fotos in sozialen Netzwerken zeigen verschneite Städte, blockierte Straßen und eingeschneite Häuser. Meteorologen sprechen von den heftigsten Schneefällen seit Jahrzehnten.
Laut dem regionalen Katastrophenschutz wurden mehrere Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, und der Verkehr kam stellenweise vollständig zum Erliegen. Die Behörden forderten Anwohner auf, möglichst zu Hause zu bleiben und unnötige Fahrten zu vermeiden.
Rettungskräfte im Dauereinsatz
Hunderte Einsatzkräfte sind im Einsatz, um Straßen freizuräumen und Stromleitungen zu reparieren. Schneestürme mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 90 Kilometern pro Stunde erschweren jedoch die Arbeiten erheblich.
Zudem gibt es Berichte über eingestürzte Dächer aufgrund der Schneelast. Schulen und öffentliche Einrichtungen bleiben vielerorts geschlossen, während Notunterkünfte für gestrandete Reisende geöffnet wurden.
Meteorologen sprechen von einem „außergewöhnlichen Wetterphänomen“
Experten des russischen Wetterdienstes Rosgidromet erklärten, dass ungewöhnlich feuchte Luftmassen aus dem Pazifik mit arktischer Kaltluft zusammentrafen – eine seltene Kombination, die zu massiven Schneefällen führte.
„Selbst für Kamtschatka ist das ein beispielloses Ereignis“, sagte Meteorologe Alexej Smirnow in einem Interview mit russischen Medien. „Solche Schneemengen treten im Durchschnitt nur einmal in mehreren Jahrzehnten auf.“
Regionale Regierung ruft Notstand aus
Um die Lage unter Kontrolle zu bringen, rief die Regierung von Kamtschatka offiziell den Notstand aus. Schneeräumfahrzeuge, Militärfahrzeuge und Hubschrauber werden eingesetzt, um die Versorgung entlegener Gebiete sicherzustellen.
Trotz der extremen Wetterbedingungen blieb die Stromversorgung in den meisten Städten aufrechterhalten. Die Behörden betonen jedoch, dass die Gefahr weiterer Schneestürme in den kommenden Tagen bestehen bleibt.
Auswirkungen auf Alltag und Infrastruktur
Neben Verkehrsbehinderungen und Stromausfällen ist auch die Versorgung mit Lebensmitteln und Treibstoff in einigen Regionen beeinträchtigt. Supermärkte melden Engpässe bei frischen Produkten, während Tankstellen zeitweise keinen Kraftstoff liefern können.
Die Bewohner zeigen sich jedoch solidarisch: Viele helfen sich gegenseitig beim Schneeschaufeln oder stellen ihre Geländefahrzeuge für Notfälle zur Verfügung.
Quellen
“Schnee-Apokalypse” im Osten Russlands
Kamtschatka kämpft mit Schneemassen