Die AfD plant am Wochenende der 29. und 30. November 2025 in den Gießener Hessenhallen die Neugründung ihrer Jugendorganisation, nachdem die Junge Alternative zuvor aufgelöst wurde. Gegen diese Veranstaltung haben zahlreiche Gruppen aus ganz Deutschland zu massiven Protesten aufgerufen, was die Stadt mit rund 100.000 Einwohnern an den Rand ihrer Kapazitäten bringt.
Erwartete Demonstranten und Polizeieinsatz
Die Polizei rechnet mit bis zu 50.000 Gegendemonstranten bei über 20 angemeldeten Veranstaltungen, was den größten Einsatz in der Stadtgeschichte darstellen würde. Unterstützung kommt aus 14 Bundesländern sowie der Bundespolizei mit bis zu 6.000 Beamten, einschließlich Hubschraubern, Drohnen, Wasserwerfern und einer Reiterstaffel. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einer „herausfordernden Großlage“.
Räumliche Einschränkungen und Gerichtsentscheid
Die Stadt Gießen hat aus Sicherheitsgründen Demonstrationen in der Weststadt um die Hessenhallen verboten und Proteste östlich der Lahn verlegt, was Kritik von Aktionsbündnissen wie DGB und Linken auslöste. Das Verwaltungsgericht Gießen hob diese räumlichen Beschränkungen am Donnerstag auf, während Vermummungsverbote bestehen bleiben. Die Polizei wird Verhinderungsblockaden nicht dulden und auf Versammlungsfreiheit für beide Seiten achten.
Besorgnis vor Gewalt und Auswirkungen
Besonders alarmierend sind Mobilisierungsaufrufe aus linken Kreisen, darunter ein anonymer Text auf Indymedia, der „Gießen zum Brennen bringen“ andeutet. Trotz Aufrufen zu friedlichen Protesten warnen Polizei und Politiker vor Eskalationen, während Wochenmarkt und Weihnachtsmarkt weiterlaufen sollen. Händler fürchten Umsatzeinbußen durch Sperrungen.
Quellen
Ausnahmezustand in Gießen wegen Anti-AfD-Protesten am Wochenende erwartet
„Einsatz in Gießen wird fast so groß wie zur EZB-Eröffnung 2015“