Gaby Baginskys TV-Comeback: Warum „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ mehr ist als nur eine weitere Show

06/09/2026
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© 2026 IMAGO/mix1

Andy Borg hat es einmal mehr bewiesen: Seine Show „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ bleibt eine der verlässlichsten Bühnen im deutschen Schlagerfernsehen – auch für Künstlerinnen und Künstler, die anderswo kaum noch Chancen haben. Das jüngste Beispiel ist Gaby Baginsky, die nach eigener Aussage monatelang von den großen Prime-Time-Formaten ausgeschlossen war und nun in der Sendung von Andy Borg: Schlager & Spaß 2026 zurückkehrt.

Warum diese Rückkehr wirklich zählt

Gaby Baginsky steht seit den frühen 1970er-Jahren auf der Bühne und gehörte über Jahrzehnte zum festen Inventar großer Shows wie der ZDF-„Hitparade“. Doch im März 2026 schilderte die 72-Jährige offen, wie schwer es geworden sei, in reichweitenstarken Abendformaten berücksichtigt zu werden: „Ich glaube, sie setzen auf Quote und wollen im Moment nur die ganz Großen. Für Künstler wie mich, die schon länger dabei sind, ist das schwierig.“ Konkret nannte sie Formate wie die „Feste“ mit Florian Silbereisen und die „Giovanni Zarrella Show“, in denen sie seit Längerem nicht mehr aufgetreten sei.

Dass Baginsky nun in „Schlagerspaß mit Andy Borg“ zu Gast ist – gemeinsam mit Semino Rossi, Christian Franke, Anita Hofmann, Reiner Kirsten, Swen Tangl, Hansy Vogt sowie Saso Avsenik und seinen Oberkrainern –, ist daher mehr als nur ein weiterer TV-Auftritt. Es ist ein Signal: Nicht jede Show folgt dem gleichen Casting-Prinzip. Während manche Formate ausschließlich auf aktuelle Quotenbringer setzen, hält Andy Borg bewusst Raum für Veteraninnen und Veteranen der Szene.

Die besondere Rolle von „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ im TV-Landschaft

Die Sendung „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ läuft seit Jahren samstags um 20.15 Uhr parallel im MDR und im SWR und ist anschließend in der ARD-Mediathek verfügbar. Im Gegensatz zu vielen anderen Schlagerformaten setzt sie nicht auf spektakuläre Inszenierungen oder reine Starpower, sondern auf eine gemütliche, fast schon familiäre Atmosphäre – oft in Borgs berühmter „Weinstube“ oder bei besonderen Open-Air-Ausgaben wie dem „Sommer-Spaß“ im Europa-Park Rust.

Genau diese Atmosphäre macht die Show zu einem wichtigen Korrektiv im Schlager-TV. Während andere Formate zunehmend auf junge, social-media-taugliche Acts oder ausschließlich auf die allergrößten Namen setzen, bietet Andy Borg weiterhin einer breiten Palette von Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne – von etablierten Stars wie Semino Rossi bis hin zu langjährigen Wegbegleitern wie Gaby Baginsky. Das ist nicht nur nostalgisch, sondern strategisch klug: Die Kernzielgruppe des Schlagers ist oft älter und schätzt Kontinuität und Vertrautheit mehr als ständigen Wechsel.

Was Baginskys Aussage über ihre Rente über die Branche verrät

Besonders aufschlussreich ist ein Nebenaspekt, den Baginsky im selben Interview erwähnte: „Ich bekomme nicht viel Rente.“ Diese Offenheit ist selten im Showbusiness und wirft ein Schlaglicht auf die ökonomische Realität vieler Schlagerkünstlerinnen und -künstler. Trotz jahrzehntelanger Karriere, zahlreicher Hits wie „Häng die Gitarre nicht an den Nagel“ (1975) oder „Diebe kommen am Abend“ (1977) und regelmäßiger TV-Auftritte in der Vergangenheit, bleibt die Altersabsicherung oft prekär.

Das hat mehrere Gründe: Viele Schlagerkünstler arbeiten als Selbstständige, haben schwankende Einnahmen und erhalten oft nur geringe Gagen für TV-Auftritte – besonders wenn sie nicht zu den allergrößten Namen gehören. Zudem gibt es im Schlagerbereich kaum Tarifverträge oder branchenweite Mindestgagen, wie sie etwa im Theater- oder Orchesterbereich existieren. Die Folge: Künstler wie Baginsky sind auch im Alter auf regelmäßige Auftritte angewiesen, um ihr Einkommen zu stabilisieren.

Zukunftsaussichten: Wird sich die Tür für Veteranen wieder öffnen?

Baginskys Rückkehr bei Andy Borg: Schlager & Spaß 2026 könnte ein erster Schritt sein, um die Tür für andere langjährige Künstlerinnen und Künstler wieder einen Spaltbreit zu öffnen. Allerdings hängt viel davon ab, wie sich die Quoten entwickeln und ob andere Sender nachziehen. Bisher zeigt sich: Formate wie die von Silbereisen und Zarrella setzen weiterhin stark auf aktuelle Stars und weniger auf Veteranen.

Dennoch gibt es Hoffnung: Die positiven Zuschauerzahlen für die Sommer-Ausgabe von „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ – 1,76 Millionen Zuschauer im August 2026 – zeigen, dass das Publikum nach wie vor bereit ist, auch etablierte Acts zu sehen. Wenn andere Sender merken, dass solche Formate funktionieren, könnte sich das Blatt wenden. Bis dahin bleibt „Schlagerspaß mit Andy Borg“ eine der wenigen verlässlichen Bühnen für Künstlerinnen und Künstler wie Gaby Baginsky.

Was Zuschauer jetzt wissen müssen

Die aktuelle Folge von „Schlager-Spaß mit Andy Borg“ mit Gaby Baginsky lief am Samstag, 5. September 2026, um 20.15 Uhr im MDR und SWR. Wer die Sendung verpasst hat, kann sie in der ARD-Mediathek nachschauen – dort steht sie für begrenzte Zeit zur Verfügung. Weitere reguläre Ausgaben sind für den 24. Oktober 2026 im SWR sowie die jährliche „Herzenssache“-Sondersendung am 20. November 2026 geplant.

Für alle, die sich für die Entwicklung der Schlagerbranche interessieren, lohnt es sich, diese Sendungen genau zu verfolgen. Denn sie zeigen nicht nur, wer gerade im TV zu sehen ist, sondern auch, welche Künstlerinnen und Künstler langfristig eine Chance haben – und welche trotz jahrzehntelanger Karriere zunehmend ausgegrenzt werden.

Fazit: Eine Show, die mehr bietet als nur Unterhaltung

Schlager-Spaß mit Andy Borg“ ist mehr als nur eine weitere Musikshow. Sie ist ein wichtiger Baustein in der deutschen Schlagerlandschaft – eine Bühne, die auch jenen Künstlerinnen und Künstlern eine Chance gibt, die anderswo kaum noch zu Wort kommen. Gaby Baginskys Rückkehr ist dafür ein eindrückliches Beispiel. Sie zeigt, dass Kontinuität, Respekt vor der Geschichte des Genres und eine breite künstlerische Palette nach wie vor ihren Platz im Fernsehen haben – auch in einer Zeit, in der viele Sender ausschließlich auf Quote und junge Stars setzen.

Für Zuschauer bedeutet das: Wer „Schlagerspaß mit Andy Borg“ einschaltet, bekommt nicht nur gute Musik und unterhaltsame Gespräche, sondern auch ein Stück gelebte Schlagergeschichte – und vielleicht sogar einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Zukunft des Genres.

Quellen

TV-Comeback nach Kritik an Silbereisen und Zarrella
Schlager-Legende kehrt nach Durststrecke auf die große TV-Bühne zurück

Matthias Otto

Matthias Otto

Hallo, mein Name ist Matthias Otto und ich arbeite als Autor bei Investorbit.de. Dort schreibe ich regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und digitale Trends. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und meinen Lesern fundierte Einblicke in die Welt der Investments zu bieten. Wenn ich nicht gerade recherchiere oder Artikel verfasse, beschäftige ich mich gerne mit neuen Entwicklungen im Online-Journalismus und digitalen Marketing.

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