Ulrike von der Groeben war am 23. August 2024 zum letzten Mal als Sportmoderatorin bei „RTL Aktuell“ zu sehen. Doch der eigentliche Abschied von RTL begann für die langjährige TV-Journalistin nicht mit der letzten Sendung – sondern endete erst in einer nächtlichen bürokratischen Hektik. Bis kurz vor Mitternacht musste sie E-Mail-Adressen prüfen, wichtige Kontakte sichern und sich organisatorisch vom Sender lösen.
Mehr als 30 Jahre lang gehörte die Journalistin zum festen Erscheinungsbild der RTL-Nachrichten. Gemeinsam mit Peter Kloeppel prägte Ulrike von der Groeben eine Ära, die für viele Zuschauer eng mit dem täglichen Nachrichtenritual verbunden war. Ihr Abschied war deshalb nicht nur das Ende einer beruflichen Tätigkeit, sondern auch die Auflösung einer gewachsenen Arbeitswelt.
Der emotionale Abschied war nicht das größte Problem
Im Fernsehen wirkte der letzte Auftritt von Ulrike von der Groeben würdevoll und emotional. Das Moderatorenduo verabschiedete sich nach mehr als 4.500 gemeinsamen Sendungen von seinem Publikum. Für die Zuschauer war es der sichtbare Schlusspunkt einer außergewöhnlich langen Zusammenarbeit.
Hinter den Kulissen begann danach jedoch eine völlig andere Phase. Die Moderatorin blieb bis zum 31. August offiziell bei RTL beschäftigt. Erst mit dem Monatswechsel wurden ihre Zugänge und technischen Verbindungen zum Sender abgeschaltet. Genau dieser Übergang stellte sie vor unerwartete Schwierigkeiten.
Nach eigener Schilderung hatte Ulrike von der Groeben über viele Jahre im Wesentlichen mit einem RTL-Arbeitslaptop und einer dienstlichen E-Mail-Adresse gearbeitet. Zahlreiche digitale Abläufe waren offenbar mit diesen Zugangsdaten verbunden. Als Programme und Verbindungen deaktiviert wurden, musste sie kurzfristig klären, welche Informationen, Kontakte und Nachrichten sie noch sichern oder weitergeben musste.
Das zeigt eine oft unterschätzte Seite prominenter Karriereenden: Der öffentliche Abschied ist planbar, der digitale Abschaltprozess dagegen kann kompliziert werden.
„Abgenabelt“ vom Sender
In einem Podcast mit Katja Burkard beschrieb Ulrike von der Groeben, wie stressig die letzten Stunden ihrer offiziellen Tätigkeit waren. Sie saß demnach bis kurz vor zwölf Uhr nachts am Computer und überlegte, welche E-Mail-Adressen wichtig waren und wen sie noch über ihren Abschied informieren musste. Ihre treffende Beschreibung: Sie sei von RTL „abgenabelt“ worden.
Die Formulierung klingt zunächst humorvoll, beschreibt aber einen tiefgreifenden Einschnitt. Wer mehrere Jahrzehnte in einem Unternehmen verbringt, baut nicht nur eine Karriere auf. Es entstehen Routinen, interne Kommunikationswege, persönliche Kontakte und eine technische Infrastruktur, die im Alltag selbstverständlich wird.
Für Ulrike von der Groeben bedeutete das Ende ihrer RTL-Zeit deshalb mehr als die Rückgabe eines Arbeitsplatzes. Mit der Abschaltung der Systeme verschwand ein Teil der beruflichen Umgebung, die sie seit den 1980er-Jahren begleitet hatte.
Unterstützung erhielt sie schließlich von Mitarbeitern der IT-Abteilung. Kollegen halfen dabei, wichtige Inhalte und Verbindungen zu sichern. Dass ausgerechnet die EDV beim Übergang eine zentrale Rolle spielte, ist bezeichnend: Der moderne Ruhestand beginnt nicht mehr nur mit dem letzten Arbeitstag, sondern häufig mit dem Verlust digitaler Identität.
Eine Karriere, die RTL mitgeprägt hat
Die Laufbahn von Ulrike von der Groeben bei RTL begann bereits 1985. Ab Januar 1989 präsentierte sie den Sportteil von „RTL Aktuell“. Damit war sie über Jahrzehnte eine der bekanntesten Sportjournalistinnen im deutschen Privatfernsehen.
Ihre Bedeutung für das Format lag nicht allein in der langen Dienstzeit. Sie verkörperte eine Form der Nachrichtenmoderation, die fachliche Information mit einer persönlichen, wiedererkennbaren Präsenz verband. Der Sportblock war für viele Zuschauer ein fester Bestandteil der Sendung – und Ulrike von der Groeben wurde zu dessen prägendem Gesicht.
Die Zusammenarbeit mit Peter Kloeppel verstärkte diesen Eindruck. Beide Moderatoren standen über Jahrzehnte für Kontinuität, Verlässlichkeit und ein eingespieltes Zusammenspiel. RTL verabschiedete damit nicht lediglich zwei bekannte Mitarbeiter, sondern ein Moderationsmodell, das sich tief in das Gedächtnis des Publikums eingeprägt hatte.
Der Sender leitete mit Roberta Bieling und Christopher Wittich als neuen News-Ankern sowie Anna Fleischhauer und Andreas von Thien im Sport zugleich einen Generationswechsel ein. Die Nachfolge war bereits vor dem Abschied geregelt, dennoch konnte sie die emotionale Bedeutung des alten Duos nicht vollständig ersetzen.
Was hinter Suchbegriffen zu ihrer Gesundheit steckt
Im Zusammenhang mit Ulrike von der Groeben tauchen im Internet häufig Suchanfragen wie ulrike von der groeben krankheit, ulrike von der groeben schlaganfall oder ulrike von der groeben wann hatte sie einen schlaganfall auf.
Für diese Behauptungen gibt es jedoch keine belastbare Bestätigung aus den hier zugrunde liegenden seriösen Berichten. Die vorliegenden Artikel handeln vom RTL-Abschied, vom schwierigen technischen Übergang und von ihrem Leben nach der Fernsehkarriere – nicht von einem offiziell bestätigten Schlaganfall.
Gerade bei bekannten Persönlichkeiten ist Vorsicht wichtig. Suchmaschinenvorschläge oder einzelne Internetseiten sind kein Beleg für eine Diagnose. Eine medizinische Erkrankung sollte nur dann als Tatsache dargestellt werden, wenn die betroffene Person selbst oder eine verlässliche Quelle sie eindeutig bestätigt hat.
Im Fall von Ulrike von der Groeben sollte der Fokus daher auf den belegten Informationen liegen: auf ihrer langjährigen Arbeit bei RTL, ihrem Abschied von „RTL Aktuell“ und der überraschend komplizierten Umstellung nach dem Ende ihrer Festanstellung.
Der Ruhestand als neue Arbeitsform
Ein Jahr nach dem Abschied zeigte sich, dass Ulrike von der Groeben keineswegs einfach aus dem öffentlichen Leben verschwunden ist. Sie schrieb ein Buch, treibt regelmäßig Sport und trifft frühere Kollegen. Auch gemeinsame Medienauftritte mit Peter Kloeppel blieben Teil ihres neuen Lebens.
Das ist ein wichtiger Unterschied zwischen Ruhestand und Rückzug. Für viele erfahrene Medienpersönlichkeiten bedeutet das Karriereende nicht, dass sie keinerlei Aufgaben mehr übernehmen möchten. Vielmehr können sie selbst bestimmen, welche Projekte noch sinnvoll erscheinen und welche Verpflichtungen sie nicht mehr eingehen wollen.
In einem weiteren Podcast sprach Ulrike von der Groeben darüber, dass sie bestimmte Geschichten nicht mehr bearbeiten wollte. Diese Aussage lässt sich als bewusste Grenzziehung verstehen. Nach Jahrzehnten im täglichen Nachrichtengeschäft ist es nachvollziehbar, nicht mehr jede kurzfristige Aufgabe übernehmen zu wollen.
Der Wechsel von einer festen Moderationsrolle zu ausgewählten Projekten bietet zudem mehr Kontrolle über die eigene Zeit. Bei einer täglich ausgestrahlten Nachrichtensendung bestimmen Aktualität, Redaktionsplan und Sendetermin den Rhythmus. Danach kann die ehemalige Moderatorin Themen und Arbeitsumfang stärker selbst auswählen.
Warum diese Geschichte über das Fernsehen hinausweist
Der Fall Ulrike von der Groeben verdeutlicht, wie eng berufliche Identität und digitale Infrastruktur inzwischen verbunden sind. Ein Arbeitskonto enthält nicht nur Nachrichten, sondern oft auch Kontakte, Termine, Dokumente und Zugänge zu internen Systemen. Werden diese Verbindungen abgeschaltet, kann das einem plötzlichen Verlust der beruflichen Orientierung gleichkommen.
Für Unternehmen ergibt sich daraus eine praktische Lehre: Offboarding sollte nicht erst am letzten Tag beginnen. Beschäftigte benötigen klare Hinweise dazu, welche Daten sie sichern dürfen, welche privaten Kontakte übertragen werden können und wie der Übergang zu persönlichen Konten funktioniert. Besonders nach sehr langen Beschäftigungszeiten braucht dieser Prozess ausreichend Vorlauf.
Auch für Arbeitnehmer ist der Vorgang lehrreich. Private Kontakte, persönliche Dokumente und wichtige Kommunikationswege sollten nicht ausschließlich auf Firmenhardware oder unter einer dienstlichen Adresse gespeichert werden. Ein sauberer Übergang schützt vor Stress – unabhängig davon, ob jemand in den Ruhestand geht, den Arbeitgeber wechselt oder nur eine berufliche Rolle beendet.
Ein Abschied mit menschlicher Pointe
Dass Ulrike von der Groeben nach einer emotionalen letzten Sendung noch bis kurz vor Mitternacht am Computer saß, verleiht ihrem Abschied eine ungewöhnlich menschliche Note. Vor der Kamera endete eine jahrzehntelange Fernsehgeschichte mit Applaus und Tränen. Hinter den Kulissen musste die Moderatorin sich mit E-Mail-Adressen, Programmen und Zugangsdaten beschäftigen.
Gerade dieser Kontrast macht die Geschichte interessant. Große Karrieren enden selten in einem einzigen feierlichen Moment. Sie lösen sich oft Schritt für Schritt auf: mit dem letzten Auftritt, dem letzten Gespräch, der letzten Nachricht und schließlich der abgeschalteten Verbindung zum bisherigen Arbeitsplatz.
Für Ulrike von der Groeben war der Abschied von RTL deshalb emotional, aber auch praktisch anspruchsvoll. Heute scheint sie ihren neuen Alltag bewusster zu gestalten – mit Sport, Schreiben, Begegnungen und ausgewählten Projekten. Ihre Geschichte zeigt: Nach einer langen Medienkarriere beginnt der nächste Lebensabschnitt nicht erst dann, wenn die Kameras ausgehen, sondern wenn man lernt, den eigenen Rhythmus neu zu bestimmen.
Quellen
Nach RTL-Aus komplett „abgenabelt“: Ulrike von der Groeben hatte bis nachts „echt Stress“
Kloeppel und von der Groeben: Abschied mit Gefühl und Rekord


