Mehdi Mahmoudian, oscarnominierter Co-Drehbuchautor des iranischen Films „It Was Just an Accident“, wurde am Samstag in Teheran von Sicherheitskräften festgenommen. Die Verhaftung erfolgte kurz nach der Unterzeichnung einer Erklärung durch Mahmoudian und 16 weitere Personen, die den Obersten Führer Ajatollah Ali Khamenei und die gewaltsame Niederschlagung von Protesten verurteilten. Auch die Unterzeichner Vida Rabbani und Abdullah Momeni wurden inhaftiert.
Der Film und die Oscar-Nominierung
„It Was Just an Accident“ ist ein Rache-Drama, das Regisseur Jafar Panahi während einer Haftstrafe im Gefängnis entwickelte, wo er Mahmoudian kennenlernte. Der Film gewann die Palme d’Or in Cannes und ist für die Oscars am 15. März in den Kategorien Bestes Drehbuch und Bester Internationaler Film nominiert. Panahi, selbst regimekritisch und zu einer Haftstrafe verurteilt, lobte Mahmoudian als „moralische Säule“ für Häftlinge.
Reaktionen aus der Filmbranche
Jafar Panahi verurteilte die Festnahme scharf und nannte Mahmoudian einen „Gewissenshäftling und Zeugen der Wahrheit“, dessen Abwesenheit spürbar sei. Vertreter des Films und internationale Medien sehen darin einen Angriff auf die Meinungsfreiheit kurz vor der Oscar-Verleihung. Die genauen Vorwürfe gegen Mahmoudian bleiben unklar.
Politischer Kontext in Iran
Die Festnahme passt in die anhaltende Repression gegen Kritiker des Regimes, mit Tausenden Toten und Inhaftierten bei Protesten gegen wirtschaftliche Missstände und autoritäre Herrschaft. Die Erklärung vom 28. Januar sprach von „organisierten Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ durch Massentötungen friedlicher Demonstranten. Panahi hat wiederholt die Straßenproteste als echten Schauplatz der Gewalt beschrieben.
Quellen
Oscarnominierter Drehbuchautor Mahmoudian in Teheran festgenommen
Der für den Oscar nominierte Drehbuchautor des iranischen Dramas „It Was Just an Accident“ wurde in Teheran festgenommen.


