Am Samstagabend heulten in Halle plötzlich mehrere Sirenen auf – ohne erkennbaren Grund. Die Stadt hatte zunächst von einem technischen Defekt gesprochen. Doch nun verdichten sich die Hinweise, dass ein gezielter Cyberangriff für den weitreichenden Fehlalarm verantwortlich war.
Laut Informationen der Stadtverwaltung bestätigte Oberbürgermeister Egon Wiegand am Montag, dass es „Anzeichen für einen externen, unerlaubten Eingriff“ gegeben habe. Die Warnsysteme seien offenbar gehackt worden.
Polizei nimmt Ermittlungen auf
Die Polizeiinspektion Halle hat die Ermittlungen übernommen. Ein Sprecher erklärte, Spezialistinnen und Spezialisten für IT-Forensik würden aktuell die Systeme untersuchen. Dabei soll geklärt werden, wie die Unbekannten Zugriff auf die Sirenensteuerung erhielten – und ob möglicherweise Daten entwendet wurden.
Nach Angaben der Behörden wurde der Fehlalarm schnell gestoppt, ein realer Gefahrenfall habe zu keinem Zeitpunkt bestanden. Dennoch sorgte der Vorfall für erhebliche Verunsicherung in der Bevölkerung.
Stadt verschärft IT-Sicherheitsmaßnahmen
Die Stadt Halle kündigte an, die IT-Sicherheitsstrukturen ihrer kritischen Infrastruktur sofort zu überprüfen und zu stärken. Dazu gehöre die Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (LSI), das bereits in die Untersuchung einbezogen wurde.
Laut Stadtverwaltung sollen künftig alle Warnsysteme stärker gegen fremden Zugriff abgesichert werden. Auch andere Kommunen in Sachsen-Anhalt wurden gebeten, ihre Systeme vorsorglich zu überprüfen.
Hintergrund: Digitale Angriffe auf kommunale Infrastruktur
Cyberangriffe auf kommunale Systeme sind in Deutschland kein Einzelfall. Bereits in den vergangenen Jahren kam es zu Angriffen auf Verwaltungsserver, Verkehrsleitsysteme und städtische Warnnetze. Fachleute warnen schon länger, dass gerade kritische Infrastrukturen – etwa Alarmanlagen, Energieversorgung oder Notfallkommunikation – verstärkt im Fokus von Cyberkriminellen stehen.
Quellen
Sirenen-Fehlalarm – Stadt geht von Cyberangriff aus
Sirenen-Fehlalarm in Halle war offenbar Cyberangriff