Die Bundeswehr hat am 3. Dezember 2025 das Raketenabwehrsystem Arrow 3 auf dem Fliegerhorst Holzdorf in Sachsen-Anhalt schrittweise in Betrieb genommen. Dies markiert die Erreichung der sogenannten Initial Operational Capability (IOC), bei der erste Komponenten wie Radar, Startgeräte und geschultes Personal einsatzbereit sind. Vollständig einsatzfähig soll das System bis 2030 sein.
Standort und Ausbau
Holzdorf wird zum ersten von drei geplanten Arrow-Standorten in Deutschland und einem zentralen Luftwaffenstützpunkt. Das System schützt vor ballistischen Raketen in Höhen bis über 100 Kilometer, außerhalb der Atmosphäre, und reagiert auf Bedrohungen durch Russland. Verteidigungsminister Boris Pistorius betonte die Stärkung der Luftverteidigung für Bevölkerung und Infrastruktur.
Technische Funktionen
Arrow 3, entwickelt von Israel und USA, zerstört Raketen durch direkten Treffer im Weltraum und bildet die oberste Schicht eines mehrstufigen Abwehrnetzes. Es umfasst Gefechtsstände, Radarsensoren, Lenkflugkörper und Peripheriegeräte, speziell gegen Langstreckenraketen mit Massenvernichtungspotenzial. In Israel bewährte es sich bereits 2024 gegen iranische Angriffe.
Kosten und strategische Bedeutung
Die Beschaffung kostet 3,6 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen Bundeswehr und integriert sich in die NATO-Planung sowie die European Sky Shield Initiative. Luftwaffeninspekteur Holger Neumann nannte es eine “gänzlich neue Fähigkeit von strategischer Bedeutung”. Damit übernimmt Deutschland eine führende Rolle in der europäischen Raketenabwehr.
Quellen
Bundeswehr nimmt Abwehrsystem “Arrow” in Betrieb
Bundeswehr nimmt Raketenabwehrsystem Arrow 3 in Betrieb


