Seit der Einführung des Videobeweises (VAR) in der Fußball-Bundesliga im Jahr 2017 galt der „Kölner Keller“ als Zentrale des Videorefereesystems in Deutschland. In den Räumen beim DFB in Köln sichteten mehrere Schiedsrichterteams Spielszenen in Echtzeit und unterstützten die Unparteiischen auf dem Platz bei strittigen Entscheidungen.
Das System war technisch anspruchsvoll, aber häufig Zielscheibe von Kritik – wegen vermeintlicher Fehlentscheidungen, langer Unterbrechungen und mangelnder Transparenz gegenüber Spielern, Trainern und Fans.
DFB und DFL planen dezentrale Lösung
Wie die DFL und der DFB nun bekanntgaben, soll der „Kölner Keller“ ab der Saison 2026/27 durch ein dezentrales Videobeweissystem ersetzt werden. Die Entscheidung sei Teil einer größeren Modernisierung der Schiedsrichter- und Technikstruktur.
Künftig sollen die VAR-Zentren direkt an Bundesliga-Standorten oder in neu geschaffenen regionalen Hubs betrieben werden. Dadurch erhoffen sich die Verantwortlichen kürzere Kommunikationswege, mehr Flexibilität sowie geringere Kosten bei Ausfällen oder technischen Problemen.
Kritik und Motivation hinter der Entscheidung
Laut DFB-Schiedsrichterchef Peter Sippel habe der „Kölner Keller“ in seiner Zeit „viel geleistet und den VAR in Deutschland etabliert“. Doch nach mehreren technischen Schwierigkeiten, etwa beim Ausfall der Verbindung zu Stadien, sowie anhaltender Debatte um Transparenz, habe sich gezeigt: Das System braucht einen Neustart.
Zudem wolle man den Austausch zwischen den Video- und Feldschiedsrichtern verbessern – ein Ziel, das durch die Dezentralisierung besser erreichbar sei.
Reaktionen aus Bundesliga und Öffentlichkeit
Viele Bundesliga-Vereine begrüßten den Schritt. Union Berlin-Trainer Nenad Bjelica sprach von einer „notwendigen Modernisierung“, während Bayern-Boss Jan-Christian Dreesen betonte, man müsse „die Entscheidungsprozesse nachvollziehbarer machen“.
Fans zeigten sich in sozialen Medien zwiegespalten: Während einige auf mehr Transparenz hoffen, befürchten andere noch mehr technologische Abhängigkeit.
Wie es weitergeht
Der DFB plant ab Anfang 2026 erste Testphasen mit dezentralen VAR-Teams, bevor die alte Infrastruktur vollständig abgeschaltet wird. Parallel soll ein erweitertes Kommunikationssystem eingeführt werden, das Zuschauern künftig Live-Einblicke in VAR-Entscheidungen ermöglicht.
Mit dem Abschied vom „Kölner Keller“ endet damit eine Ära deutscher Fußballtechnik – und möglicherweise beginnt eine neue Phase des Vertrauens zwischen Schiedsrichtern, Vereinen und Fans.
Quellen
VAR-Reform: Warum der „Kölner Keller“ Geschichte wird
Der DFB räumt auf – Zukunft ohne den „Kölner Keller