Ein Buckelwal sorgt derzeit für Aufsehen in der Ostsee, wo das Tier vor der Küste Schleswig-Holsteins gestrandet ist. Die Rettungsaktionen laufen auf Hochtouren, doch der Ausgang bleibt ungewiss.
Aktuelle Strandung vor Niendorf
Seit dem 23. März 2026 liegt ein junger Buckelwal auf einer Sandbank in der Lübecker Bucht bei Niendorf, einem Ortsteil von Timmendorfer Strand. Passanten entdeckten das Tier in der Nacht, und Experten vom Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) in Büsum diagnostizierten Erschöpfung sowie eine Hautkrankheit durch den niedrigen Salzgehalt der Ostsee. Rettungsversuche mit Netzen und Booten scheiterten bisher, da der Tidenhub zu schwach ist.
Rettungsbemühungen im Sturm
Helfer von Sea Shepherd und anderen Organisationen planen nun einen Einsatz mit einem schweren Schwimmbagger aus Niedersachsen, der Sand um den Buckelwal Ostsee freispülen soll. Starke Winde erschweren die Operation, und das Tier gibt noch brummende Laute von sich, wirkt aber zunehmend geschwächt. Teile eines Fischernetzes wurden bereits entfernt.
Frühere Sichtungen in der Region
Der Buckelwal Ostsee ist kein Einzelfall: Im Juli 2025 wurde eine Mutter mit Kalb im Kleinen Belt gesichtet, und im Mai sowie Juli desselben Jahres tauchte dasselbe Tier vor Rügen und Hiddensee auf. Solche Ereignisse sind rar, da Buckelwale normalerweise in ozeanischen Gewässern leben und nur vereinzelt in die flache Ostsee gelangen.
Warum verirrt sich ein Buckelwal in die Ostsee?
Experten vermuten, dass der junge Walbulle auf Wanderschaft war und versehentlich in die flachen Gewässer geriet. Nahrungsmangel oder Verirrung könnten eine Rolle spielen, doch der niedrige Salzgehalt belastet die Tiere stark. Historisch gab es nur wenige dokumentierte Fälle in der deutschen Ostsee seit 1766.
Quellen
Buckelwal schon wieder in der Ostsee gesichtet
Buckelwal-Kuh mit Kalb in der Ostsee entdeckt