Der diesjährige G20-Gipfel, der am 22. und 23. November 2025 in Johannesburg, Südafrika, stattfindet, hat sich unerwartet zum Ukraine-Krisengipfel entwickelt. Ursprünglich sollte der Gipfel Themen wie eine resiliente Welt und multilaterale Zusammenarbeit behandeln, doch durch den neuen von den USA vorgelegten Friedensplan für die Ukraine rückt der Konflikt in den Mittelpunkt der Diskussionen. Bundeskanzler Friedrich Merz sieht sich gezwungen, die Agenda des Gipfels auf die Notfalldiplomatie zu fokussieren, um eine gemeinsame europäische Position zu schmieden.
G20-Gipfel und der US-Friedensplan für die Ukraine
Der neue US-Vorschlag umfasst 28 Punkte, die weitreichende Zugeständnisse von der Ukraine verlangen, darunter den Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft, die Anerkennung bestimmter Gebiete wie Donezk und Luhansk als russisch kontrolliert sowie eine Beschränkung der ukrainischen Streitkräfte. Diese Bedingungen werden von der Ukraine und vielen europäischen Staaten als einseitig zugunsten Russlands kritisiert. Merz und andere europäische Staats- und Regierungschefs planen am Rande des Gipfels Beratungen, um auf diesen Plan zu reagieren und eine gemeinsame Haltung zu erarbeiten. Ziel ist es, eine Allianz zur Unterstützung der Ukraine zu bilden und klare Gegenpositionen zu unakzeptablen Zugeständnissen an Russland zu vertreten.
Bedeutung des G20-Gipfels in Johannesburg ohne die großen Staatschefs
Der Gipfel findet ohne die Teilnahme der Staatschefs der USA, Chinas und Russlands statt, die abgesagt haben. Dies drohte zunächst, das Treffen zu einer “Lahme-Ente” zu machen. Doch durch die Krise um die Ukraine und den US-Friedensplan gewinnt das Treffen an Dringlichkeit. Merz versucht, die G20 quasi in eine Notfall-G7 zu verwandeln, bei der besonders Deutschland, Frankreich, Großbritannien sowie Kanada und Japan eine zentrale Rolle spielen. Die europäische Einigkeit soll demonstriert werden, trotz der komplizierten geopolitischen Situation.
Aussichten und Herausforderungen
Der US-Friedensplan hat nicht nur bei der Ukraine für Spannungen gesorgt, sondern wirft auch die Frage auf, wie ein dauerhafter Frieden in Europa aussehen kann. Deutschland und seine Partner sind besorgt, dass ein Abkommen, das Russland bevorteilt, keine nachhaltige Lösung bringen würde. Gleichzeitig besteht bei vielen Ländern, auch angesichts der finanziellen Belastungen und der Kriegs-ermüdeten Bevölkerungen, ein Interesse an einer baldigen Beendigung des Konflikts. Der G20-Gipfel in Johannesburg wird somit zum Schauplatz wichtiger Gespräche darüber, wie die internationale Gemeinschaft mit dieser schwierigen Situation umgehen kann.
Quellen
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