Iranische Exilgruppen in Deutschland fordern eine radikale Neubewertung der Politik gegenüber Teheran. Sie solidarisieren sich mit den anhaltenden Protesten im Iran und kritisieren die bisherige Diplomatie als illusorisch.
Großdemonstration in Berlin
Iranische Exilvereine haben zu einer Massenkundgebung in Berlin aufgerufen, mit Schätzungen von bis zu 20.000 Teilnehmern oder mehr. Die Demonstranten äußern Entsetzen über die brutale Unterdrückung der Proteste durch das Regime und drängen auf westliche Unterstützung für einen Regimewechsel.
Organisatoren wie Javad Dabiran vom Nationalen Widerstandrat des Iran betonen, dass Hoffnungen auf eine Reform des Regimes vergeblich waren. Die Veranstaltung vereint Oppositionelle aus Deutschland und Europa.
Kritik an der deutschen Iran-Politik
Exil-Iraner werfen der Bundesregierung vor, durch Diplomatie und Wirtschaftsbeziehungen das Regime zu stützen. CDU-Abgeordneter Reza Asghari, selbst ehemaliges Gefängnisopfer des Regimes, fordert ein Ende passiver Haltung und mehr Druck.
Asghari und andere wie Omid Nouripour (Grüne) sehen in der derzeitigen Politik Komplizenschaft mit der Unterdrückung. Sie kritisieren, dass humanitäre Ausnahmen für Handel oft als Vorwand missbraucht werden.
Forderungen nach Abbruch diplomatischer Beziehungen
Die Exil-Opposition verlangt den Schließung iranischer Botschaften in der EU und vollständigen Bruch der Beziehungen, ohne Rücksicht auf Atomverhandlungen oder Wirtschaftsinteressen. Die Bundesregierung hält dies für riskant, da Konsularhilfe für Bürger gefährdet wäre.
Trotz gesunkener Handelsvolumina – 2025 nur rund eine Milliarde Euro – sehen Aktivisten weiterhin Spielräume für Sanktionen. Sie argumentieren, dass Gelder aus dem Handel in Terror und Repression fließen.
Strengere Sanktionen gegen Revolutionsgarden
Die EU hat die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) als Terrororganisation eingestuft, doch Exilgruppen fordern mehr: Vermögenssperren, Einreiseverbote und Blockade ihrer Wirtschaftsmacht. Der Nationale Widerstandrat Iran zieht Parallelen zu eigenen Erfahrungen auf Terrorlisten.
Politiker wie Bijan Djir-Sarai (FDP) unterstützen dies und betonen Solidarität mit den Freiheitskämpfern. Beweise für Regimeverbrechen sollen gesichert werden.
Perspektiven jenseits des Regimes
Viele Exil-Iraner diskutieren Alternativen wie eine Demokratie oder die Rückkehr von Reza Pahlavi, Sohn des letzten Schahs. Stimmen wie die von Miss Germany Apameh Schönauer sehen in ihm einen Hoffnungsträger, während andere vor neuer Diktatur warnen.
Die Diaspora betont Einheit trotz Differenzen, um den Regime-Sturz voranzutreiben. Persönliche Geschichten unterstreichen den emotionalen Einsatz.
Quellen
Exil-Iraner fordern Umdenken
Unterstützung aus dem deutschen Exil