Bundeskanzler Friedrich Merz hat dem Kaukasus-Staat Armenien politische und wirtschaftliche Unterstützung auf dem Weg in Richtung Europäische Union zugesichert. Nach dem jüngsten Friedensabkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan sprach Merz in Berlin von einer „historischen Chance“ für die gesamte Region.
Die Beilegung des jahrzehntelangen Konflikts um Bergkarabach öffne nun den Weg für Stabilität, Reformen und engere Beziehungen zu Europa. Merz betonte, dass Deutschland gemeinsam mit seinen EU-Partnern bereit sei, Eriwan bei Demokratisierungsprozessen, beim Wiederaufbau und in Energiefragen zu unterstützen. „Wer Frieden schafft, dem soll Europa offenstehen“, sagte der Kanzler.
Warnung vor russischem Einfluss
Gleichzeitig äußerte Merz Besorgnis über mögliche Versuche Russlands, die innenpolitische Entwicklung in Armenien zu beeinflussen. Angesichts der bevorstehenden Wahlen mahnte er zur Wachsamkeit: „Moskau hat kein Interesse an einem stabilen, demokratischen Armenien“, warnte der Kanzler. Deutschland und die EU wollten daher Wahlbeobachter und technische Hilfen bereitstellen, um faire Abstimmungen zu gewährleisten.
Die Beziehungen zwischen Armenien und Russland gelten seit Jahren als angespannt. Nach Moskaus mangelnder Unterstützung in den Auseinandersetzungen mit Aserbaidschan hat Eriwan zunehmend den Kurs Richtung Brüssel und Westen eingeschlagen.
Europäische Perspektive für den Südkaukasus
Die EU sieht in Armenien einen künftigen Partner für regionale Stabilität und Energiekooperation. Brüssel hat bereits mehrere Hilfsprogramme zugesagt, darunter Unterstützung bei Verwaltungsreformen, Infrastrukturprojekten und Bildungsförderung. Die deutsche Bundesregierung plant zudem bilaterale Gespräche zur Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Merz unterstrich in seiner Rede, dass der Frieden im Südkaukasus auch ein Beitrag zur europäischen Sicherheit sei: „Ein stabiles Armenien liegt im Interesse Europas.“
Quellen
Merz sichert Armenien Unterstützung bei EU-Annäherung zu
Nach Friedensschluss: Deutschland stärkt Armeniens Europa-Kurs