Bundesbauministerin Klara Reiche (CDU) hat in einem Interview angedeutet, dass die Bundesregierung angesichts der angespannten Haushaltslage über mögliche Einschränkungen bei der Heizungsförderung nachdenkt. Die staatliche Unterstützung für den Austausch alter Heizsysteme gegen klimafreundlichere Alternativen könnte demnach 2026 in reduzierter Form fortgeführt werden.
Laut Reiche müsse die Bundesregierung angesichts der Schuldenbremse und steigender Zinslast „Prioritäten neu bewerten“. Förderprogramme, die in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurden, stünden daher auf dem Prüfstand. Ziel sei jedoch, „die Wärmewende sozial verträglich fortzusetzen“.
Förderprogramm bislang stark nachgefragt
Seit Einführung der neuen Förderrichtlinien im Jahr 2023 seien über 1,8 Millionen Anträge gestellt worden, teilte das Bauministerium mit. Vor allem Zuschüsse für Wärmepumpen und hybride Heizsysteme waren stark gefragt. Ursprünglich war vorgesehen, die Förderung bis 2030 schrittweise zu reduzieren, nun könnte dieser Prozess deutlich beschleunigt werden.
Energieverbände warnen jedoch vor negativen Folgen. Der Bundesverband der Energie- und Umweltwirtschaft (BDEW) mahnte, ein zu schneller Rückzug staatlicher Unterstützung könne die Wärmewende bremsen und Investitionen von Haushalten gefährden.
SPD und Grüne reagieren kritisch
Innerhalb der Koalition stoßen Reiches Überlegungen auf Widerstand. SPD und Grüne fordern, den Umstieg auf klimaschonende Heizungen nicht durch finanzielle Unsicherheiten zu gefährden. Der grüne Fraktionsvize Lambert Schreiber sprach von einem „falschen Signal zur falschen Zeit“. Auch die SPD betonte, einkommensschwache Haushalte dürften nicht benachteiligt werden.
Die Union hingegen sieht im Spardruck eine notwendige Gelegenheit, Förderungen zielgenauer auszurichten. Reiche kündigte an, im ersten Quartal 2026 ein Reformpapier vorzulegen, das sowohl Kürzungen als auch eine stärkere Fokussierung auf „energieeffiziente Gebäudesanierung im Bestand“ beinhaltet.
Blick auf die Zukunft der Wärmewende
Trotz drohender Einschnitte bekräftigte Reiche das langfristige Ziel, bis 2045 eine klimaneutrale Wärmeversorgung zu erreichen. Entscheidend sei, Mittel „so einzusetzen, dass sie größtmögliche Wirkung entfalten“. Ob es zu spürbaren Einschnitten kommt, dürfte sich mit Vorlage des Haushaltsplans 2026 entscheiden.
Quellen
Reiche deutet Einschnitte bei der Heizungsförderung an – spiegel.de
Reiche deutet Einschnitte bei der Heizungsförderung an – welt.de