Bundeskanzler Friedrich Merz wird am 29. und 30. Oktober zu einem offiziellen Besuch in Ankara erwartet, wo er sich mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan trifft. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen die bilateralen Beziehungen, Fragen der Migration und Sicherheit sowie die Energiekooperation zwischen Deutschland und der Türkei.
Nach Angaben der Bundesregierung soll das Treffen auch dazu beitragen, die strategische Partnerschaft beider Länder zu stärken. Ankara spielt für Berlin eine zentrale Rolle bei der Steuerung von Migrationsbewegungen nach Europa sowie in der regionalen Sicherheitsarchitektur zwischen Europa, dem Nahen Osten und dem Kaukasus.
Humanitäre Lage in Gaza im Fokus
Ein weiterer wichtiger Punkt der Gespräche wird die humanitäre Krise im Gazastreifen sein. Deutschland und die Türkei engagieren sich gemeinsam für eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Zivilbevölkerung in dem Konfliktgebiet. Merz will laut Regierungskreisen über konkrete Hilfsmaßnahmen sprechen und auf eine engere Koordinierung europäischer und regionaler Initiativen drängen.
Die Bundesregierung betont, dass humanitäre Unterstützung, regionale Stabilität und sichere Fluchtwege zentrale Pfeiler der deutschen Nahostpolitik bleiben sollen. Ankara wird hierbei als unverzichtbarer Partner betrachtet – sowohl wegen seiner diplomatischen Kontakte in die Region als auch wegen seiner Vermittlerrolle zwischen verschiedenen Akteuren.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit vertiefen
Neben sicherheitspolitischen und humanitären Themen steht auch die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der Türkei innerhalb der EU. Mehr als 7.000 deutsche Unternehmen sind bereits im Land aktiv, insbesondere in den Bereichen Automobilzulieferung, Maschinenbau und erneuerbare Energien.
Merz möchte den Besuch nutzen, um neue Investitions- und Energieprojekte anzustoßen. Diskutiert werden sollen insbesondere Kooperationsmöglichkeiten bei grünem Wasserstoff und der Ausbau bestehender Gastransportnetze zwischen der Türkei und Südosteuropa.
Zeichen der außenpolitischen Kontinuität
Der Ankara-Besuch gilt als Signal außenpolitischer Kontinuität der Bundesregierung, die auf Dialog und Kooperation mit Partnerländern am Rande Europas setzt. Beobachter sehen darin den Versuch, die bilateralen Beziehungen zu stabilisieren, ohne Differenzen etwa in Menschenrechtsfragen oder der EU-Beitrittsperspektive der Türkei auszublenden.
Zitate
Bundeskanzler Merz reist zu bilateralen und regionalen Gesprächen nach Ankara. – dailysabah.com
Der Sultan lässt sich beißen – sueddeutsche.de