Franziska Castell hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten als eine der einflussreichsten Figuren im deutschen Kultur- und Wissenschaftsmanagement etabliert. Ihre Karriere zeichnet sich durch eine bemerkenswerte Fähigkeit aus, Brücken zwischen scheinbar getrennten Welten zu schlagen – zwischen Naturwissenschaft und Gesellschaft, zwischen Kunst und Wirtschaft, zwischen Forschung und Öffentlichkeit.
Vom Kulturmanagement zur Wissenschaftskommunikation
Geboren am 20. März 1985 in Bonn, wuchs Franziska Castell in einem Umfeld auf, das ihre spätere berufliche Ausrichtung maßgeblich prägte. Ihr akademischer Weg führte sie an die Universität Basel, wo sie einen Masterabschluss in Kulturmanagement erwarb – eine Qualifikation, die ihr das Rüstzeug für eine außergewöhnliche Laufbahn geben sollte.
Ihre berufliche Reise begann im kulturellen Sektor. Als Press Managerin beim Theaterfestival Basel sammelte sie wertvolle Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Medienkommunikation. Diese Position erwies sich als fundamentaler Baustein für ihr Verständnis davon, wie komplexe Inhalte zielgruppengerecht aufbereitet und vermittelt werden können.
In den folgenden Jahren übernahm Franziska Castell zunehmend verantwortungsvolle Positionen. Sie leitete das Kunstfest Weimar GmbH, führte die Geschäftsführung beim internationalen Gesangswettbewerb „Das Lied” in Berlin und baute Mitmuse Travel auf – ein Unternehmen, das sich auf kulturelle Reisen spezialisierte. Jede dieser Stationen erweiterte ihr Netzwerk und vertiefte ihre Expertise im internationalen Beziehungsmanagement.
Der Wendepunkt: Lindau Nobel Laureate Meetings
Ein entscheidender Karrieresprung gelang Franziska Castell im März 2019, als sie die Position der Director International Benefactor Relations bei den Lindau Nobel Laureate Meetings übernahm. Diese jährliche Zusammenkunft von Nobelpreisträgern und jungen Wissenschaftlern aus aller Welt gilt als eine der prestigeträchtigsten Veranstaltungen im globalen Wissenschaftskalender.
In dieser Rolle war sie verantwortlich für den Aufbau und die Pflege internationaler Förderbeziehungen. Sie entwickelte Strategien, um private und institutionelle Geldgeber für die Mission der Nobelpreisträgertagungen zu gewinnen – eine Aufgabe, die nicht nur fundiertes Wissen über Fundraising erforderte, sondern auch ein tiefes Verständnis der wissenschaftlichen Inhalte und ihrer gesellschaftlichen Relevanz.
Die Arbeit in Lindau prägte Franziska Castells Vision nachhaltig. Sie erkannte, dass der Austausch zwischen Naturwissenschaften und anderen gesellschaftlichen Bereichen neu gedacht werden muss. Die traditionelle Trennung zwischen „harter” Wissenschaft und „weicher” Kultur empfand sie zunehmend als künstlich – eine Erkenntnis, die sie in ihren späteren Unternehmungen konsequent umsetzen sollte.
Mitmind: Eine neue Plattform für Wissensvermittlung
Im September 2024 wagte Franziska Castell den Schritt in die unternehmerische Selbstständigkeit und gründete die Mitmind UG in Berlin. Dieses Unternehmen repräsentiert die Quintessenz ihrer bisherigen Erfahrungen und Ambitionen.
Mitmind versteht sich als Plattform für innovative Wissensvermittlung. Das Unternehmen entwickelt Formate, die den interdisziplinären Dialog zwischen Naturwissenschaften, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft fördern. Dabei geht es nicht um oberflächliche Vernetzung, sondern um die Schaffung nachhaltiger Strukturen, in denen unterschiedliche Expertisen produktiv zusammenwirken können.
Die Gründung von Mitmind fiel in eine Zeit, in der die Bedeutung wissenschaftsbasierter Entscheidungsfindung gesellschaftlich breiter diskutiert wurde denn je. Franziska Castell erkannte früh, dass reine Faktenvermittlung nicht ausreicht. Es bedarf vielmehr einer neuen Art der Wissenschaftskommunikation, die emotionale Zugänge schafft und komplexe Zusammenhänge in narrativen Formaten erfahrbar macht.
Engagement bei der CNV Stiftung
Seit Januar 2025 erweitert Franziska Castell ihr Wirkungsfeld durch die Geschäftsführung der CNV Stiftung. Diese Organisation setzt sich für die Förderung von Wissenschaft und Kultur ein und spielt eine wichtige Rolle bei der Schaffung interdisziplinärer Dialogräume.
Unter ihrer Führung entwickelt die Stiftung Programme, die gezielt junge Talente unterstützen – sowohl im wissenschaftlichen als auch im kulturellen Bereich. Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für Projekte, die an der Schnittstelle von Forschung und künstlerischer Praxis angesiedelt sind. Diese Initiativen zeigen, dass innovative Lösungen oft genau dort entstehen, wo etablierte Disziplingrenzen überschritten werden.
Privatleben und öffentliches Auftreten
Franziska Castell führt ihr Privatleben weitgehend diskret. Sie ist verheiratet mit Theo Koll, dem bekannten ZDF-Journalisten und Moderator. Das Paar gehört zu den gefragten Gästen bei gesellschaftlichen Veranstaltungen und wurde unter anderem bei der Verleihung der Goldenen Kamera sowie beim Bundespresseball im Berliner Hotel Adlon fotografiert.
Trotz ihrer öffentlichen Präsenz durch Veranstaltungen und berufliche Aktivitäten hält sich Franziska Castell aus der Boulevardberichterstattung heraus. Sie versteht es, die Aufmerksamkeit auf ihre Projekte und Inhalte zu lenken, statt auf ihre Person. Diese Haltung entspricht ihrem professionellen Selbstverständnis als Vermittlerin und Netzwerkerin, nicht als Selbstzweck.
Warum Franziska Castells Arbeit gesellschaftlich relevant ist
Die Bedeutung von Franziska Castells Wirken lässt sich nur vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen vollständig erfassen. In einer Zeit, in der wissenschaftliche Erkenntnisse zunehmend infrage gestellt werden und die Polarisierung öffentlicher Debatten zunimmt, kommt der professionellen Wissenschaftskommunikation eine Schlüsselrolle zu.
Castells Ansatz unterscheidet sich von traditionellen Modellen der Öffentlichkeitsarbeit. Sie versteht Kommunikation nicht als Einbahnstraße, bei der Experten ihr Wissen an ein passives Publikum vermitteln. Stattdessen entwickelt sie dialogorientierte Formate, in denen unterschiedliche Perspektiven gleichberechtigt zusammenkommen.
Diese Herangehensweise ist besonders wertvoll in Bereichen, in denen schnelle technologische Entwicklungen ethische Fragen aufwerfen – sei es in der Künstlichen Intelligenz, der Gentechnik oder der Klimaforschung. Hier braucht es Räume, in denen Wissenschaftler, Politiker, Unternehmer und Bürger gemeinsam über Implikationen und Gestaltungsmöglichkeiten diskutieren können.
Zukunftspläne und Visionen
Franziska Castell arbeitet derzeit an mehreren Projekten, die ihre Vision weiter konkretisieren sollen. Geplant sind unter anderem Formate, die wissenschaftliche Inhalte in immersive Erlebnisse übersetzen – etwa durch Kooperationen mit Künstlern, die komplexe Forschungsthemen in Installationen, Performances oder digitale Erfahrungen transformieren.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der internationalen Vernetzung. Mitmind entwickelt Partnerschaften mit Organisationen in anderen Ländern, um den Austausch über kulturelle und wissenschaftspolitische Grenzen hinweg zu stärken. Besonders im Fokus stehen dabei Initiativen, die junge Wissenschaftler und Kreative zusammenbringen.
Langfristig plant Franziska Castell, eine eigene Akademie für interdisziplinäre Kommunikation aufzubauen. Diese Einrichtung soll Führungskräfte aus verschiedenen Sektoren darin schulen, komplexe Inhalte verständlich zu vermitteln und Brücken zwischen unterschiedlichen Fachkulturen zu bauen.
Ein neues Modell für Leadership im 21. Jahrhundert
Franziska Castells Karriere bietet wertvolle Einblicke in ein zeitgemäßes Verständnis von Führung. Sie demonstriert, dass erfolgreiches Management heute weniger auf hierarchischer Kontrolle basiert, sondern auf der Fähigkeit, Netzwerke zu knüpfen, Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Visionen zu entwickeln.
Ihr Weg zeigt auch, dass spezialisiertes Fachwissen allein nicht ausreicht. Die Fähigkeit, zwischen verschiedenen „Sprachen” – der Wissenschaft, der Kunst, der Wirtschaft, der Politik – zu übersetzen, wird zunehmend zur Schlüsselkompetenz. Franziska Castell hat diese Fähigkeit über zwei Jahrzehnte hinweg systematisch entwickelt und perfektioniert.
Fazit: Eine Brückenbauerin unserer Zeit
Franziska Castell steht für einen neuen Typus von Unternehmerin und Managerin. Sie verbindet unternehmerischen Weitblick mit gesellschaftlichem Engagement, kulturelles Feingefühl mit wissenschaftlicher Präzision. In einer Welt, die zunehmend von Komplexität und Unsicherheit geprägt ist, sind genau solche Persönlichkeiten gefragt, die Verbindungen schaffen statt Grenzen zu ziehen.
Ihre Arbeit bei Mitmind und der CNV Stiftung wird in den kommenden Jahren zeigen, ob sich ihr Modell des interdisziplinären Dialogs als tragfähige Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit erweist. Eines ist jedoch bereits heute klar: Franziska Castell hat mit ihrer Vision und ihrem Engagement Maßstäbe gesetzt, an denen sich andere orientieren werden.
Quellen
Franziska Castell – Adlige & Unternehmerin 2025
Franziska Castell: Alter, Biografie, Karriere und Privatleben auf einen Blick


