Nach über 25 Jahren intensiver Verhandlungen stehen die EU und die Mercosur-Staaten vor der Unterzeichnung eines bahnbrechenden Freihandelsabkommens, das eine der weltweit größten Handelszonen schafft. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wurde in Brasilien von Präsident Lula da Silva empfangen, um den finalen Impuls zu geben. Die Zeremonie in Paraguay markiert den Start einer neuen Ära für Handel und Investitionen.
Hintergrund der Verhandlungen
Das Abkommen zwischen der EU und Mercosur – bestehend aus Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay – wurde nach jahrzehntelangen Diskussionen politisch besiegelt. Es umfasst den Abbau von Zöllen auf 91-93 Prozent der Waren und schafft einen Markt mit rund 700 Millionen Menschen. Trotz Widerstands, etwa von europäischen Landwirten, sehen beide Seiten Chancen für gesteigerte Exporte.
Von der Leyens Besuch in Brasilien
In Rio de Janeiro traf von der Leyen mit Lula zusammen und lobte seine Führungsrolle bei den Verhandlungen. Lula betonte die historische Bedeutung: „Wir machen Geschichte mit einer der größten Freihandelszonen der Welt.“ Von der Leyen reist anschließend nach Asunción in Paraguay zur Unterzeichnung, während Lula fernbleibt.
Wirtschaftliche Vorteile und Auswirkungen
EU-Exporte nach Mercosur sollen bis 2040 um bis zu 50 Milliarden Euro steigen, Mercosur-Exporte um 9 Milliarden Euro. Mercosur profitiert von Marktzugang für Agrarprodukte wie Rindfleisch, Geflügel und Zucker, während die EU Industriegüter wie Autos und Wein fördert. Das Abkommen stärkt die geopolitische Unabhängigkeit, insbesondere gegenüber China und den USA.
Umwelt- und Kritikpunkte
Kritiker warnen vor negativen Folgen für Umweltstandards in Südamerika, doch das Abkommen enthält Verpflichtungen zu Nachhaltigkeit. Von der Leyen unterstrich: „Es geht um geteilten Wohlstand durch offenen Handel.“ Die Ratifizierung durch EU-Parlament und Mitgliedstaaten steht nun an.
Quellen
Von der Leyen für EU-Mercosur-Abkommen in Brasilien
Brasiliens Lula sagt, dass die EU und der Mercosur mit der Unterzeichnung des Handelsabkommens Geschichte schreiben werden.