Beim winterlichen EU-Gipfel in Brüssel schlug Polens Ministerpräsident Donald Tusk alarmierende Töne an. In Richtung seiner europäischen Amtskollegen sagte er: „Entweder heute Geld oder morgen Blut“. Der Satz fiel im Zusammenhang mit der weiteren finanziellen Unterstützung der Ukraine. Tusk warnte davor, dass ein Zögern bei der Bereitstellung von Hilfsgeldern für Kiew schwerwiegende Folgen für die Stabilität Europas haben könne.
Blockade durch Ungarn belastet Verhandlungen
Hintergrund der erhitzten Stimmung war vor allem der Widerstand des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán gegen ein milliardenschweres Hilfspaket der EU für die Ukraine. Mehrere EU-Staaten drängten auf eine Lösung, um die Unterstützung bis zum Jahresende zu sichern. Tusk betonte, es gehe nicht nur um politische Signale, sondern um konkrete Maßnahmen, um weitere Eskalationen zu verhindern.
Signal an Moskau und an die EU-Mitglieder
Tusks drastische Worte richteten sich nicht nur gegen den Krieg in der Ukraine, sondern auch an die EU-Mitglieder selbst: Europa müsse zeigen, dass es in der Lage sei, gemeinsam Verantwortung zu übernehmen. Schwäche oder Uneinigkeit könnten – so Tusk – als Einladung an Russland verstanden werden, seine militärischen Ziele weiterzuverfolgen.
Reaktionen in Brüssel
Mehrere Regierungschefs, darunter Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, unterstützten Tusks Sichtweise. In Diplomatenkreisen hieß es, seine Äußerung habe die Dringlichkeit der Lage „auf den Punkt gebracht“. Der EU-Rat wolle nun bis Anfang 2026 eine tragfähige Lösung für die langfristige Finanzierung der Ukraine finden.
Quellen
Alarmruf aus Brüssel: Tusk fordert mehr EU-Hilfe für Ukraine
Donald Tusk warnt die EU: Ohne Geld droht Blutvergießen

