US-Präsident Donald Trump hat seine angedrohten Strafzölle gegen Deutschland und mehrere andere europäische Staaten überraschend zurückgezogen. Laut einer Mitteilung des Weißen Hauses habe er sich mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen für eine zukünftige Vereinbarung über die Zusammenarbeit in der Arktis, insbesondere über Fragen im Zusammenhang mit Grönland, verständigt.
Der Schritt kommt nach monatelangen Spannungen zwischen den USA und europäischen Verbündeten, die befürchteten, dass neue Handelsbarrieren insbesondere die Automobil- und Maschinenbauindustrie in Deutschland hart treffen könnten.
Einigung über Grönland und die Arktis
Im Mittelpunkt der Gespräche zwischen Trump und Rutte stand die zukünftige geopolitische Rolle Grönlands und der Arktis. Diese Regionen gelten aufgrund ihrer strategischen Lage und ihrer Rohstoffvorkommen als zunehmend bedeutend für die internationale Sicherheit und Energiewirtschaft.
Laut Insidern plant die NATO eine verstärkte Präsenz in der Region, während die USA auf eine engere wirtschaftliche Kooperation mit europäischen Partnern setzen wollen. Der nun vereinbarte Rahmen soll Anfang März bei einem NATO-Ministertreffen weiter ausgearbeitet werden.
Europäische Reaktionen: Vorsichtiger Optimismus
In Berlin, Paris und Brüssel wurde Trumps Entscheidung vorsichtig begrüßt. Die Bundesregierung sprach von einem „wichtigen Signal der Entspannung“, betonte jedoch, dass die Handelsbeziehungen „langfristig auf Fairness und Verlässlichkeit“ beruhen müssten.
EU-Wirtschaftskommissarin Elena Petrescu warnte zugleich, dass die Drohungen „nicht dauerhaft vom Tisch“ seien. Sie forderte, Europa müsse seine wirtschaftliche Unabhängigkeit weiter stärken.
Hintergrund: Zölle als Druckmittel
Trump hatte wiederholt mit Strafzöllen auf Automobile, Stahl und andere Industrieprodukte gedroht, um politische und sicherheitspolitische Zugeständnisse von europäischen Partnern zu erzwingen. Bereits 2024 und 2025 waren mehrere solcher Drohungen ausgesprochen, dann aber im Zuge diplomatischer Gespräche ausgesetzt worden.
Der jüngste Rückzug wird nun als Versuch verstanden, die transatlantische Zusammenarbeit angesichts wachsender Spannungen mit China und Russland zu stabilisieren.
Quellen
Trump zieht Zolldrohung gegen Europäer zurück
Warum Donald Trump seine Zolldrohungen zurückzog