US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, Ungarn bei der Sicherung günstiger Energieimporte aus Russland zu unterstützen. Nach Angaben beider Regierungen sieht die geplante Kooperation vor, dass Washington diplomatischen und wirtschaftlichen Spielraum schafft, um Budapest vom zunehmenden Druck innerhalb der EU zu entlasten. Orbán hatte wiederholt betont, dass Ungarn seine Energiepolitik nicht von Brüssel diktieren lasse und weiterhin auf russisches Gas und Öl setzen wolle.
Hintergrund: Ungarns Abhängigkeit von russischer Energie
Ungarn bezieht laut aktuellen Angaben rund 80 Prozent seines Erdgases und mehr als die Hälfte seines Erdöls aus Russland. Nach Beginn des Ukrainekriegs hatte die Europäische Union versucht, die Energieabhängigkeit von Moskau zu reduzieren. Budapest hingegen pochte auf nationale Energiesouveränität und verweigerte mehrfach, entsprechende EU-Sanktionspakete vollständig umzusetzen. Orbán begründete diese Haltung mit dem Schutz der ungarischen Wirtschaft und der niedrigen Energiepreise für Haushalte.
Trumps Argument: „Pragmatische Energiepolitik“
Trump nannte Ungarns Umgang mit Moskau ein Beispiel für „pragmatische Energiepolitik“. Er kritisierte die EU für ihre „ideologisch motivierten Restriktionen“ und versprach, den europäischen Partnern mehr Spielraum für nationale Entscheidungen zu verschaffen. In Washington sehen Beobachter darin eine strategische Geste: Trump will offenbar seine Beziehungen zu konservativen Regierungen in Europa stärken und Russland zugleich über Wirtschaftskooperationen indirekt in einen stabileren Dialog einbinden.
Reaktionen in Europa und Brüssel
In Brüssel sorgte die Ankündigung für Irritation. EU-Diplomaten warnten, ein unkoordinierter Kurs einzelner Mitgliedstaaten könne die gemeinsame Energie- und Außenpolitik weiter schwächen. Besonders Deutschland und Polen äußerten sich kritisch: Eine von den USA unterstützte Energiepartnerschaft zwischen Ungarn und Russland könne die gesamte europäische Sanktionsarchitektur untergraben. Orbán wies die Kritik zurück und betonte, dass Ungarn weiterhin Teil der EU bleibe, aber selbst über seine Energieversorgung bestimmen müsse.
Ausblick: Neue Machtachsen in der Energiepolitik
Die geplante Unterstützung Trumps markiert eine mögliche Verschiebung in der internationalen Energiepolitik. Ein engeres Verhältnis zwischen Washington und Budapest könnte nicht nur die europäische Einigkeit auf die Probe stellen, sondern auch neue Einflusszonen im globalen Energiemarkt formen. Während Orbán innenpolitisch von der Unterstützung profitiert, muss die EU nun klären, wie sie auf eine offen amerikanische Unterstützung für ungarisch-russische Energiegeschäfte reagiert.
Quellen
Russisches Öl für Ungarn? Trump kommt Orban entgegen – zeit.de
Trump will Orban bei Energie aus Russland helfen – tagesschau.de