Der mächtige Wintersturm „Goretti“ hat in der Nacht zum Freitag in Großbritannien und Frankreich weite Landstriche lahmgelegt. Sturmböen von über 140 Kilometern pro Stunde führten zu massiven Stromausfällen, bei denen Hunderttausende Haushalte zeitweise ohne Elektrizität blieben. Besonders stark betroffen waren die Regionen Normandie, Bretagne und Südengland.
Nach Angaben britischer Versorgungsunternehmen arbeiteten Hunderte Techniker rund um die Uhr daran, die Stromversorgung wiederherzustellen. „Wir verstehen den Ärger unserer Kunden und tun alles, um die Leitungen so schnell wie möglich zu reparieren“, erklärte ein Sprecher des Energieversorgers National Grid.
Schulen geschlossen und Bahnverkehr unterbrochen
Starke Windböen und umgestürzte Bäume führten zu massiven Behinderungen im öffentlichen Verkehr. Zahlreiche Bahnverbindungen zwischen London, Manchester und Glasgow mussten eingestellt werden. Auch in Frankreich kam der Zugverkehr im Norden teilweise zum Erliegen.
Schulen in mehreren Départements blieben am Freitag vorsorglich geschlossen, um Schülerinnen und Schüler zu schützen. Die Behörden riefen die Bevölkerung zudem auf, unnötige Autofahrten zu vermeiden und sich von Küstengebieten fernzuhalten.
Atomkraftwerk Flamanville heruntergefahren
In Frankreich wurde das Atomkraftwerk Flamanville an der Ärmelkanalküste vorsorglich vom Netz genommen. Laut dem Betreiber Électricité de France (EDF) handelte es sich um eine Sicherheitsmaßnahme nach Sturmschäden an externen Stromleitungen. Die Reaktorsicherheit sei zu keiner Zeit gefährdet gewesen.
Der französische Innenminister Gérald Darmanin bezeichnete die Unwetterlage als „eine der heftigsten seit Jahren“. Mehr als 600 Feuerwehrkräfte waren landesweit im Einsatz, um umgestürzte Bäume zu räumen und beschädigte Gebäude zu sichern.
Weitere Stürme erwartet
Meteorologen warnen, dass sich die Wetterlage in den kommenden Tagen nur langsam beruhigen wird. Neue Tiefdruckgebiete über dem Atlantik könnten erneut starke Windböen und Regenfälle bringen. Besonders gefährdet: die britischen Midlands und Westfrankreich.
Die Regierungen beider Länder haben Krisenstäbe eingerichtet, um Schäden zu erfassen und Hilfsmaßnahmen zu koordinieren. Versicherungen rechnen bereits jetzt mit Schadenssummen in Millionenhöhe.
Quellen
Hunderttausende in Großbritannien und Frankreich ohne Strom
380.000 Haushalte in Frankreich nach Sturm ohne Strom