Beim Start der Sojus MS-28-Rakete am 27. November 2025 vom Kosmodrom Baikonur in Kasachstan ist Russlands einzige Startrampe für bemannte Flüge schwer beschädigt worden. Die Rakete trug zwei russische Kosmonauten und einen NASA-Astronauten sicher zur Internationalen Raumstation (ISS), doch ein Teil der mehrstöckigen Wartungsplattform stürzte in den Abgasgraben ein. Roskosmos bestätigte den Schaden, ohne genaue Angaben zum Ausmaß zu machen, und versprach eine baldige Reparatur mit verfügbaren Ersatzteilen.
Technische Details zum Schaden
Die betroffene Plattform am Startplatz 31/6, erbaut in den 1960er Jahren, ermöglicht Technikern den Zugang zu Raketentanks für Treibstoffbefüllung und wird vor dem Start auf Schienen weggefahren. Videos von Roskosmos zeigen verkohlte Trümmer und eine mögliche Explosion oder Strukturlösung durch den heißen Abgasstrahl der Sojus-Triebwerke. Experten wie Anatoly Zak spekulieren, die Plattform sei nicht richtig fixiert gewesen, was zu ihrem Einsturz führte.
Auswirkungen auf das russische Raumfahrtprogramm
Als einziges russisches Launch-Pad für bemannte ISS-Missionen und Progress-Frachtflüge blockiert der Defekt vorerst alle Crew-Rotationen und könnte Monate bis zu zwei Jahre dauern. Dies stellt einen historischen Rückschlag dar, da Baikonur seit 1961 kontinuierlich genutzt wird und Alternativen wie Wostotschny oder Plesetsk nicht für bemannte Starts ausgelegt sind. Die ISS-Besatzung, die acht Monate bleibt, könnte durch fehlende Ablösung gefährdet sein.
Roskosmos-Reaktion und Zukunftsperspektiven
Roskosmos plant sofortige Reparaturen, doch Analysten warnen vor Verzögerungen durch Sicherheitsprüfungen. Russland könnte den Ausbau des Wostotschny-Kosmodroms beschleunigen müssen, das bisher technische Probleme hatte. Internationale Partner wie die NASA haben bisher nicht reagiert.
Quellen
Startrampe defekt – Russland kann derzeit keine Menschen ins All bringen
Startrampe stürzt ein: Russischer Raketenstart geht schief