Russland intensiviert seine Desinformationskampagne gegen die pro-westliche Regierung von Premierminister Nikol Pashinyan in Armenien, insbesondere vor den Parlamentswahlen im Juni 2026. Experten beobachten eine koordinierte Eskalation, die das Vertrauen in armenische Institutionen untergräbt und die Beziehungen zum Westen diskreditiert. Die Kampagne nutzt zunehmend KI-generierte Inhalte wie Bilder, Audio und Deepfakes, die erstmals im armenischen Informationsraum auftauchen.
Verwendete Methoden und Taktiken
Pro-kremlnahe Botnetze wie Matryoshka, zuvor in den USA, Deutschland und Moldau aktiv, verbreiten Narrative über Korruption, moralische Verkommenheit und geheime West-Kollaboration der armenischen Regierung. Falsche Websites im Stil westlicher Medien (Doppelgänger-Technik) und Telegram-Gruppen koordinieren Skandale, etwa über angebliche US-Biolaborexperimente an Zivilisten. Azeri und türkische Akteure unterstützen diese pro-russischen Bemühungen, während Moskau den Westen als Bedrohung darstellt und sich als einzigen Schutz darstellt.
Politischer Kontext
Die Beziehungen zwischen Armenien und Russland verschlechterten sich nach der Samtenen Revolution 2018 und armenischen Vorwürfen, Moskau habe bei Aserbaidschan-Angriffen 2021/2022 versagt. Armenische Spitzenpolitiker sprechen von einem hybriden Krieg, den Russland ablehnt und als Souveränitätsrespekt betont. Die Kampagne ähnelt Strategien in Georgien und Moldau, wo lokale und externe Akteure destabilisieren.
Ausblick auf die Wahlen
Mit 13.883 Posts in acht Sprachen und 45 Millionen Views seit April zielt die Offensive auf Instabilität ab, um pro-russische Kräfte zu stärken. Fact-Checker wie Hasmik Hambardsumyan melden organisiertere, schnellere Narrative. DFRLab warnt vor zunehmender Moldau-ähnlicher Taktiken bis 2026.
Quellen:
Russlands Desinformationskampagne in Armenien gewinnt an Dynamik
In Armenien legt Russlands Desinformationskampagne deutlich zu