Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Operation in der Stadt Tulkarem im nördlichen Westjordanland gestartet. Augenzeugen berichten von massiven Truppenbewegungen, gepanzerten Fahrzeugen und Drohnenaktivität über der Stadt. Ziel der Operation sei es laut der israelischen Armee, bewaffnete Zellen „auszuschalten, die für Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten verantwortlich sind“.
Das Verteidigungsministerium erklärte, die Aktion sei Teil einer breiteren Strategie zur „Zerschlagung terroristischer Infrastrukturen“ in den Palästinensergebieten. Verteidigungsminister Israel Katz sagte, man werde „mit aller Härte“ gegen Gruppen vorgehen, die Israels Sicherheit bedrohen.
Katz: „Wir werden keine Ruhe geben“
Katz betonte in einer Stellungnahme, Israel werde „keine Ruhe geben, solange Terrororganisationen wie Hamas und Islamischer Dschihad weiterhin aktiv sind“. Die Botschaft sei klar: Israel plane nicht, die militärischen Operationen im Westjordanland abzuschwächen. Vielmehr soll der Druck auf vermeintliche Zellen und Unterstützernetzwerke weiter steigen.
Berichte aus Tulkarem und angrenzenden Gebieten deuten darauf hin, dass es zu intensiven Gefechten gekommen ist. Das palästinensische Gesundheitsministerium meldete mehrere Verletzte, während israelische Quellen von „präzisen und gezielten Einsätzen“ sprechen.
Italien verhaftet mutmaßliche Hamas-Finanziers
Parallel zur militärischen Eskalation im Westjordanland hat die italienische Polizei laut internationalen Medienberichten drei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, Gelder an die Hamas weitergeleitet zu haben. Die Ermittlungen erfolgten laut Angaben der italienischen Finanzpolizei „in enger Kooperation mit israelischen und europäischen Behörden“.
Die Festnahmen sollen Teil einer größeren europäischen Initiative zur Unterbindung der Terrorfinanzierung sein. Innenminister Matteo Piantedosi sprach von einem „wichtigen Signal gegen extremistische Strukturen“, die in Europa aktiv seien.
Internationale Reaktionen und humanitäre Lage
Die jüngste Eskalation alarmiert internationale Beobachter. Die Vereinten Nationen warnten vor einer weiteren Destabilisierung der Lage im Westjordanland und mahnten zur Zurückhaltung auf beiden Seiten. Hilfsorganisationen berichten, dass die anhaltenden Militäroperationen die Bewegungsfreiheit stark einschränken und zu Versorgungsengpässen führen.
Diplomatische Kanäle zwischen Israel, den USA und europäischen Staaten bleiben weiterhin aktiv, um eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern.
Quellen
Israels Militär umzingelt Stadt im Westjordanland
„Demütigende Schau“, als die israelische Armee Tulkarem im Westjordanland belagert