Der Iran steht derzeit vor einer der schwersten Krisen seiner jüngeren Geschichte: Die kombinierte Belastung aus einem dramatischen Wassermangel und einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise droht, das Land langfristig zu destabilisieren.
Die dramatische Wasserknappheit
Der Iran erlebt seit Jahren eine fortschreitende Austrocknung, die sich unter anderem durch ausbleibende Regenfälle, einen massiven Rückgang der Grundwasserspiegel und übernutzte Wasserressourcen verschärft hat. Die Situation ist so kritisch, dass Präsident Ebrahim Raisi öffentlich die teilweise Evakuierung der Hauptstadt Teheran in Erwägung zieht, um gesundheitliche und infrastrukturelle Katastrophen zu vermeiden. Auch die Landwirtschaft steht vor dem Kollaps, da sie auf die knappen Wasserreserven angewiesen ist. Millionen Menschen sind akut gefährdet, weil Trinkwasser inzwischen rationiert wird und ganze Regionen auf Tanklaster und Notbrunnen angewiesen sind.
Wirtschaftlich am Abgrund
Neben der ökologischen Krise kämpft der Iran mit erheblichen wirtschaftlichen Problemen. Die Inflation ist hoch, die Arbeitslosigkeit steigt und ausländische Investitionen bleiben aufgrund internationaler Sanktionen aus. Die Kombination aus Klimakatastrophe und wirtschaftlichem Niedergang hat dazu geführt, dass immer mehr Menschen ihre Existenz verlieren und das Land mit einer neuen Welle von Abwanderung konfrontiert ist.
Gefahr für Kritiker der Umweltpolitik
Wer im Iran die Umweltpolitik der Regierung kritisiert, muss mit harten Konsequenzen rechnen. Aktivisten, Wissenschaftler und Journalisten berichten, dass offene Kritik an den Maßnahmen der Regierung nicht selten mit Einschüchterung, Verhaftung oder sogar Gewalt beantwortet wird. Nichtregierungsorganisationen im Umweltbereich werden regelmäßig verboten oder massiv in ihrer Arbeit eingeschränkt. Die Angst vor Repression führt dazu, dass viele Missstände nicht öffentlich gemacht werden und die Krise weiter eskaliert.
Perspektiven und internationale Hilfe
Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Situation mit wachsender Besorgnis. Umweltexperten fordern eine stärkere Kooperation beim Umgang mit Wasserknappheit, nachhaltige Landwirtschaft und einen grundlegenden Wandel der Wasserpolitik im Iran. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass internationale Sanktionen und die innenpolitische Repression den Weg zu einer Lösung weiter erschweren. Hoffnung gibt es nur, wenn politische und gesellschaftliche Reformen Hand in Hand mit einer innovativen Umweltstrategie gehen.
Quellen
Ein Land trocknet aus
Der Präsident will die Hauptstadt Teheran umsiedeln