In Paraguay haben die Europäische Union und das südamerikanische Mercosur-Bündnis kürzlich ein historisches Freihandelsabkommen unterzeichnet, das einen der weltweit größten Handelsräume schafft. Die Zeremonie in Asunción wurde von Kritik und geopolitischen Spannungen überschattet, insbesondere durch Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump.
Unterzeichnung in Paraguay
Die Unterzeichnung erfolgte am 17. Januar 2026 in der paraguayischen Hauptstadt Asunción, wo Vertreter der Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident António Costa anwesend waren. Nach über 25 Jahren Verhandlungen umfasst das Abkommen zwei Teile: das Interims-Handelsabkommen (IHA) für den Handel und das umfassendere EU-Mercosur-Partnerschaftsabkommen (EMPA) mit politischer und sektoraler Kooperation. EU-Vertreter betonten die historische Bedeutung als Signal für offenen Handel inmitten globaler Unsicherheiten.
Der neue Handelsraum
Das Abkommen schafft eine Freihandelszone mit rund 780 Millionen Menschen und einer Wirtschaftsleistung von etwa 22 Billionen US-Dollar, was 25 Prozent des globalen BIP entspricht. Es sieht den schrittweisen Abbau hoher Zölle vor, etwa auf EU-Exporte wie Autos und Maschinen in die Mercosur-Länder, und soll EU-Exporte um bis zu 39 Prozent steigern. Für Unternehmen eröffnen sich Chancen in Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen, trotz anhängiger Ratifizierung durch das EU-Parlament.
Trumps Schatten über der Zeremonie
Die Feierlichkeiten wurden von US-Präsident Donald Trump überschattet, der das Abkommen scharf kritisierte und es als Bedrohung für amerikanische Interessen darstellte. Seine Äußerungen unterstrichen wachsende transatlantische Spannungen, während EU-Führer wie von der Leyen das Abkommen als Gegenmodell zu Protektionismus lobten. Dies markiert einen Kontrast zu Trumps Handelspolitik seit seiner Reelection 2024.
Ausblick und Herausforderungen
Nach der Unterzeichnung plant die EU eine provisorische Anwendung handelspolitischer Teile, sobald das Parlament zustimmt. Kritiker, darunter Landwirte in Frankreich und Österreich, befürchten Umweltschäden und Konkurrenzdruck durch südamerikanische Agrarimporte. Dennoch sehen Wirtschaftsverbände wie IHK und WKO strategische Vorteile für Europa.
Quellen
EU und Mercosur unterzeichnen Freihandelsabkommen
„Wir schaffen die größte Freihandelszone der Welt“