Glücksspiele und Online-Casinos erfreuen sich weltweit immer größerer Beliebtheit. Doch die rasante Entwicklung dieser Branche wirft auch rechtliche und regulatorische Fragen auf. In den meisten Ländern unterliegt Glücksspiel einer strengen gesetzlichen Regulierung. Ein Kernaspekt dabei ist die Vergabe von Glücksspiellizenzen.
Funktion von Glücksspiellizenzen
Glücksspiellizenzen erfüllen mehrere wichtige Funktionen:
- Spielerschutz: Licenced Anbieter wie Casino Joker Star müssen strenge Vorgaben zum Jugend- und Spielerschutz einhalten. Dies schützt vor ausbeuterischen und betrügerischen Praktiken.
- Steuereinnahmen: Licenced Anbieter müssen in der Regel Glücksspielsteuern abführen. Dies sichert dem Staat Einnahmen.
- Branchenkontrolle: Die Limitierung der Lizenzen ermöglicht es dem Staat, das Glücksspiel gezielt zu kontrollieren und zu überwachen.
Ohne entsprechende Lizenzierung wäre eine Regulierung kaum möglich. Deshalb sind Glücksspiellizenzen in den meisten Ländern gesetzlich vorgeschrieben. Wer ohne Lizenz Glücksspiele anbietet, macht sich strafbar.
Lizenzsysteme in verschiedenen Ländern
Die konkrete Ausgestaltung der Lizensierung unterscheidet sich von Land zu Land. Exemplarisch seien hier die Systeme von Deutschland, Großbritannien und den USA gegenübergestellt:
| Land | Lizenzmodell | Steuersatz |
| Deutschland | begrenzte Anzahl staatlicher Lizenzen | 5,3% Umsatzsteuer |
| Großbritannien | unbegrenzte Lizenzen mit Gebühren | 15% Glücksspielsteuer |
| USA | Lizenzen auf Bundesstaatenebene | bis 55% Steuer in einzelnen Staaten |
Wie die Tabelle zeigt, gibt es sowohl staatliche Monopole als auch liberalisierte Märkte mit unbegrenzten Lizenzen. Auch die Besteuerung variiert stark.
Die Situation in Deutschland
In Deutschland sind Glücksspiele durch das Glücksspielstaatsvertrags (GlüStV) strikt reguliert. Online-Casinospiele dürfen bisher nur von wenigen Anbietern mit einer deutschen Lizenz angeboten werden. Dies sind aktuell:
- mybet
- XTiP
- Bwin
- Tipico
Die Lizenzen werden je Bundesland und für eine Dauer von 5 Jahren vergeben. Ab Juli 2021 soll nach dem neuen Glücksspielstaatsvertrag eine bundeseinheitliche Regelung gelten, die den Markt liberalisiert. Künftig können unbegrenzt Lizenzen vergeben werden. Das Schleswig-Holstein hatte dies bereits 2012 versucht, wurde aber vom EuGH gestoppt.
Ob sich die Hoffnung erfüllt, durch die Marktöffnung den Schwarzmarkt einzudämmen, bleibt abzuwarten. Kritiker warnen, dass dadurch vor allem ausländische Anbieter angespornt werden könnten. Sie plädieren für streng limitierte Lizenzen nach deutschem Vorbild.
Auswirkungen der Glücksspiellizenzierung
Die Regulierung des Glücksspielmarktes durch Lizenzen hat weitreichende Auswirkungen – sowohl für die Branche selbst als auch für Staat und Gesellschaft.
Folgen für die Glücksspielbranche
- Weniger Anbieter: Durch die Limitierung der Lizenzen kommt es zwangsläufig zu einer Marktbereinigung. Viele Anbieter werden vom Markt gedrängt.
- Höhere Kosten: Die Einhaltung der Auflagen verursacht für die verbleibenden Anbieter hohe Kosten. Dies kann zu höheren Spieleinsätzen führen.
- Weniger Innovation: Durch die Regulierung könnte die Innovationsfreudigkeit der Branche leiden. Neuen Anbietern ist der Marktzugang erschwert.
Folgen für den Staat
- Steuereinnahmen: Durch die Besteuerung der legalen Anbieter fließen dem Staat Glücksspielsteuereinnahmen zu. Diese machen einen erheblichen Anteil an den Gesamtabgaben aus.
- Kontrolle des Marktes: Durch die Limitierung der Lizenzen kann der Staat die Branche gezielt überwachen und lenken. Dies dient auch der Kriminalitäts- und Suchtbekämpfung.
Gesellschaftliche Auswirkungen
- Spielerschutz: Legale und lizenzierte Anbieter unterliegen strengen Auflagen zum Spielerschutz. Dies soll ausbeuterische Geschäftsmodelle und Spielsucht eindämmen.
- Schwarzmarkt: Trotz Regulierung existiert weiterhin ein Schwarzmarkt ohne Lizenz und Auflagen. Hier besteht die Gefahr von Betrug und Abzocke. Strikte Verfolgung ist erforderlich.
Die Regulierung des Glücksspiels durch Lizenzen ist also ein zweischneidiges Schwert. Die Optimierung dieses sensiblen Bereiches bleibt sowohl juristisch als auch politisch eine Daueraufgabe.
Ausblick auf die Glücksspielregulierung der Zukunft
Die Regulierung des Glücksspiels mittels Lizenzen wird sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch in der Zukunft weiterentwickeln und neuen technologischen sowie gesellschaftlichen Gegebenheiten anpassen müssen.
Mögliche Veränderungen und Herausforderungen der kommenden Jahre sind:
E-Sports und virtuelle Glücksspiele
Computerspiele und E-Sports entwickeln sich rasant weiter. Es ist absehbar, dass virtuelle Welten wie in Videogames auch für Glücksspiele genutzt werden. Solche rein digitalen Casino- und Wettanwendungen stellen Regulierer vor neue Probleme. Auch Cyber-Sportwetten dürften an Bedeutung gewinnen.
Blockchain-basierte Glücksspiele
Virtuelle Währungen wie Bitcoin ermöglichen anonyme Zahlungsabwicklungen. Sie könnten auch für Glücksspielanwendungen auf Basis der Blockchain-Technologie verwendet werden. Dies würde staatliche Regulierungsbemühungen unterlaufen. Man wird Wege finden müssen, solche Spielformen in rechtlich kontrollierte Bahnen zu lenken.
Internationale Zusammenarbeit
Da Online-Glücksspiele leicht grenzüberschreitend angeboten werden können, sind rein nationale Regulierungen nur begrenzt wirksam. Die Zukunft könnte in international abgestimmten Vorgehensweisen liegen – sei es durch supranationale Institutionen oder durch bilaterale Kooperationen der Staaten. Nur so lässt sich das Entstehen neuer unregulierter Graumärkte verhindern.
Die rasante Entwicklung im Glücksspielsektor wird den Gesetzgeber auch in Zukunft vor großen Herausforderungen stellen. Glücksspiellizenzen werden ein wichtiges Instrument bleiben, um zumindest auf nationaler Ebene eine Kontrolle des Marktes zu sichern und illegales Glücksspiel einzudämmen.