Von Bora Bora nach Spitzbergen: Warum Maria Höfl-Rieschs Arktis-Abenteuer mehr ist als nur ein Urlaubswechsel

01/09/2026
4 Minuten lesen
maria-hoefl-riesch-arktis-abenteuer
© 2026 Peter Kneffel/dpa

Maria Höfl-Riesch steht erneut am Start – nicht auf einer Skipiste, sondern an der Rampe eines Expeditionsschiffs Richtung Arktis. Die dreifache Olympiasiegerin hat ihre jüngste Reise über Instagram angekündigt: Statt tropischer Südsee geht es nun in die eisige Welt um Spitzbergen. Was auf den ersten Blick nach einem weiteren Kapitel im Leben einer globetrotternden Sportikone aussieht, erzählt bei genauerem Hinsehen eine tiefere Geschichte über Neuanfang, Identität jenseits des Rennsports und die bewusste Suche nach Kontrasten als Lebensprinzip.

Ein radikaler Kontrast: Vom Palmenstrand zum Packeis

Der Wechsel könnte kaum dramatischer sein: Im März genoss Maria Höfl Riesch Südsee-Atmosphäre in Bora Bora – kristallklares Wasser, warme Brise, Bikini statt Anorak. Nun zeigt ein Screenshot in ihrer Story eine Wetter-App für Longyearbyen, die Hauptstadt von Spitzbergen: Temperaturen knapp über null Grad, Regen, Wind. „Das Wetter sieht ein bisschen anders aus als hier…“, kommentierte die 41-Jährige trocken.

Doch wer Maria Höfl-Riesch über Jahrzehnte im Weltcup beobachtet hat, weiß: Kälte war ihr Terrain. Wer jahrelang bei minus 20 Grad Slalomrennen fuhr, lässt sich von arktischem Gegenwind nicht schrecken. Der Kontrast ist gewollt – und charakteristisch für eine Frau, die auch nach dem Karriereende 2014 nie stillgestanden hat.

Interessant ist dabei die Rolle, die sie an Bord einnimmt. Bereits bei ihrer letzten Kreuzfahrt leitete die gebürtige Garmischerin Sportkurse für die Gäste. Dass sie diesmal wieder nur als Passagierin reist, ist keineswegs sicher. In ihrer Story verlinkte sie Hapag-Lloyd Cruises und nutzte den Hashtag „hanseaticnature“ – ein deutlicher Hinweis auf das Expeditionsschiff MS Hanseatic Nature, das für Arktis-Routen bekannt ist.

Johann Schrempf: Der Mann an ihrer Seite

An Maria Höfl Riesch neuer Freund Johann Schrempf führt kein Weg vorbei – er ist nicht nur Begleiter, sondern auch Verbindung zur Kreuzfahrtwelt. Der 65-jährige Österreicher arbeitet als General Manager der MS Europa 2 von Hapag-Lloyd Cruises und teilt mit ihr die Leidenschaft für das Reisen. Gemeinsam haben sie sich am Gardasee ein Liebesnest eingerichtet, nachdem Maria Höfl-Riesch nach der Trennung von ihrem Ex-Mann Marcus Höfl 2024 einen neuen Lebensabschnitt begann.

Die Beziehung ist längst mehr als ein Boulevard-Thema. Das Paar zeigt sich regelmäßig gemeinsam bei Veranstaltungen – von den Spa Awards in Königswinter bis zu den Laureus World Sports Awards in Madrid. Im April 2026 bestätigte Maria Höfl-Riesch, dass sie mit Schrempf zusammenwohnt und die Verbindung langfristig angelegt ist. „Das, was wir haben, ist keine ‚Short-Time’-Affäre, sondern eine ‚Long’-Liebe“, sagte sie.

Dass Schrempf 24 Jahre älter ist, spielt für beide keine Rolle. „Eine Beziehung hat nichts mit physischer Größe oder Alter im Ausweis zu tun“, betonte er. Für Maria Höfl-Riesch scheint die Partnerschaft genau das zu bieten, was sie nach Jahren im Hochleistungssport und einer schmerzhaften Trennung suchte: Stabilität, gemeinsame Leidenschaft und Raum für neue Abenteuer.

Die Arktis als Spiegel innerer Transformation

Die Wahl der Arktis ist symbolisch aufgeladen. Wer von der Südsee ins Eis reist, sucht nicht nur geografische Extreme – er durchquert auch innere Landschaften. Für Maria Höfl-Riesch, deren Karriere von Verletzungen, Comebacks und letztlich einem erzwungenen Rücktritt geprägt war, könnte die Kälte der Arktis eine Art Heimkehr sein. Nicht ins Verletzte, sondern ins Vertraute: Schnee, Eis, klare Luft.

Ihre bewegte Karriere endete 2014 nicht mit einem Triumph, sondern mit der Erkenntnis, dass der Körper nicht mehr mithält. Zwei schwere Kreuzbandverletzungen hatten sie zurückgeworfen, doch sie kämpfte sich immer wieder zurück. „Sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und sich nicht von äußeren Erwartungen beeinflussen zu lassen, bezeichnet sie als ihr Erfolgsgeheimnis“, heißt es in einem Porträt.

Die Arktis-Reise wirkt wie eine Fortsetzung dieses Prinzips: weg vom Lärm, hin zur Essenz. Keine Kameras, kein Medienrummel – nur Eisberge, Polarfüchse und Mitternachtssonne. Vielleicht ist es genau diese Reduktion, die Maria Höfl-Riesch nach Jahren im Rampenlicht sucht.

Expeditionskreuzfahrten: Ein wachsender Trend

Die Reise von Maria Höfl-Riesch fällt in einen größeren Trend: Expeditionskreuzfahrten erleben seit Jahren einen Boom. Immer mehr Menschen wollen nicht nur Sonne und Strand, sondern authentische Naturerlebnisse in entlegenen Regionen. Die Arktis zählt zu den begehrtesten Zielen – trotz hoher Preise und anspruchsvoller Routen.

Hapag-Lloyd Cruises, mit dem Maria Höfl-Riesch kooperiert, hat diesen Trend früh erkannt. Die Reederei betreibt mit der Hanseatic-Flotte spezialisierte Expeditionsschiffe, die auch in eisige Gewässer vordringen können. Ab 2026 operates die gesamte Flotte zweisprachig auf Deutsch und Englisch, um internationale Gäste anzusprechen.

Dass Maria Höfl-Riesch ausgerechnet mit dieser Reederei unterwegs ist, liegt nicht nur an der Partnerschaft mit Schrempf. Es passt zu ihrem Profil: Sie war immer schon mehr als nur Skifahrerin – sie ist Markenbotschafterin, TV-Expertin, Vortragsrednerin. Die Arktis-Reise ist eine weitere Facette dieses vielschichtigen Images.

Was kommt nach der Arktis?

Die Frage, wohin die Reise von Maria Höfl-Riesch als Nächstes führt, bleibt offen. Gardasee, wo sie mit Schrempf eine Wohnung bezogen hat, ist ihre zweite Heimat geworden. Doch Stillstand ist nicht ihre Art. „Uns wird auf jeden Fall nicht langweilig“, sagte sie über das Leben am See.

Möglich ist, dass sie ihre Rolle an Bord weiter ausbaut – als Moderatorin, Expertin oder sogar als offizielle Botschafterin von Hapag-Lloyd Cruises. Ihre Erfahrung im Spitzensport, kombiniert mit ihrer Medienpräsenz, macht sie zur idealen Figur für solche Projekte.

Auch private Pläne könnten eine Rolle spielen. Die enge Verbindung zu ihrer Schwester Susanne, die sie regelmäßig auf Reisen begleitet, deutet darauf hin, dass Familie weiterhin einen hohen Stellenwert hat. Ob weitere gemeinsame Abenteuer anstehen, wird sich zeigen.

Ein Leben in Bewegung

Am Ende erzählt die Geschichte von Maria Höfl-Riesch Arktis-Abenteuer mehr über die Frau als über die Destination. Es ist die Geschichte einer Sportlerin, die gelernt hat, Verluste zu verkraften und Neuanfänge zu wagen. Einer Frau, die nach der Trennung von Marcus Höfl nicht verbittert ist, sondern mit Johann Schrempf eine neue Liebe gefunden hat. Einer Ikone, die auch zwölf Jahre nach dem Karriereende nicht stillsteht.

Die Arktis ist für Maria Höfl-Riesch nicht nur ein Reiseziel – sie ist ein Statement. Ein Statement dafür, dass das Leben nach dem Sport nicht endet, sondern sich verwandelt. Dass Kälte nicht abschreckt, sondern anzieht. Dass Abenteuer nicht aufhören, nur weil die Skier im Schrank liegen.

Und sollte diesmal wieder eine Wasserflasche im Gepäck sein, die ihr Smartphone gefährdet wie in der Südsee, empfiehlt sich vorsorglich ein wasserdichtes Case. In der Arktis ist das Wetter weniger gnädig – aber Maria Höfl-Riesch ist es auch nicht.

Quellen

Maria Höfl-Riesch kündigt neues Abenteuer an
Johann Schrempf: Was über den Partner von Maria Höfl Riesch bekannt ist

Matthias Otto

Matthias Otto

Hallo, mein Name ist Matthias Otto und ich arbeite als Autor bei Investorbit.de. Dort schreibe ich regelmäßig über aktuelle Themen aus den Bereichen Wirtschaft, Finanzen und digitale Trends. Mein Ziel ist es, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und meinen Lesern fundierte Einblicke in die Welt der Investments zu bieten. Wenn ich nicht gerade recherchiere oder Artikel verfasse, beschäftige ich mich gerne mit neuen Entwicklungen im Online-Journalismus und digitalen Marketing.

Nach oben gehen

Nicht verpassen!

ltersrente-fruehruhestand-streit

Altersrente unter Druck: Warum der Streit um den Frühruhestand zur Vertrauensfrage wird

Altersrente steht erneut im Zentrum der politischen Debatte in Deutschland
nathaniel-brown-bayern-transfer

Bayerns Blick nach Frankfurt: Warum Nathaniel Brown mehr als nur ein „Linksverteidiger-Aufbauplan“ ist

Der FC Bayern München will sich nicht länger nur auf