Der gemäßigte Sozialist António José Seguro hat die Stichwahl um die Präsidentschaft in Portugal klar gewonnen. Nach Auszählung von über 99 Prozent der Stimmen erhielt der 63-Jährige 66,8 Prozent, während sein Gegner, der Rechtspopulist André Ventura, bei 33,2 Prozent blieb. Ventura räumte seine Niederlage ein und gratulierte Seguro.
Hintergrund der Wahl
Die Wahl fand trotz starker Winterstürme weitgehend störungsfrei statt, mit rund 10,5 bis 11 Millionen Stimmberechtigten. In der ersten Runde vor drei Wochen holte Seguro 31 Prozent und Ventura knapp 24 Prozent, was eine Stichwahl erzwang. Mitte-Parteien riefen zur Unterstützung des Sozialisten auf, um den Rechtspopulisten zu stoppen.
Wer ist António José Seguro?
Seguro, ein langjähriger Politiker der Sozialistischen Partei (PS), gilt als ruhig, seriös und proeuropäisch. Er war Abgeordneter, Minister und Generalsekretär der PS und verspricht Ausgleich zwischen Wirtschaftswachstum und Sozialstaat. „Das portugiesische Volk ist das beste der Welt“, lobte er nach dem Sieg und gelobte Einheit.
Rolle des Präsidenten
Der portugiesische Präsident hat vor allem repräsentative Aufgaben, kann aber Gesetze vetieren, das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Seguro tritt die Nachfolge des konservativen Marcelo Rebelo de Sousa an, der seit 2016 amtierte und nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidieren durfte.
Politische Implikationen
Der Sieg Seguros stärkt den proeuropäischen und gemäßigten Kurs in Portugal und schwächt vorerst den Rechtspopulismus. Ventura sieht sein Chega als zukünftige Regierungspartei, doch rund 60 Prozent der Wähler lehnten ihn ab. Experten erwarten Stabilität in der EU-Peripherie.
Quellen
Sozialist Seguro gewinnt Präsidentenwahl
In Portugal gewinnt Sozialist Seguro Stichwahl gegen Rechtspopulisten