Im Osten der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) haben sich erschütternde Szenen abgespielt: Bei einem Erdrutsch in einer großen Coltan-Mine kamen nach Angaben lokaler Behörden mehr als 200 Menschen ums Leben. Das Unglück ereignete sich am Freitag in der Provinz Nord-Kivu, einer Region, die derzeit unter der Kontrolle der Milizengruppe M23 steht.
Die Rettungsarbeiten gestalten sich äußerst schwierig, da das Gebiet schwer zugänglich ist und bewaffnete Gruppen die Arbeit von Hilfskräften behindern. Augenzeugen berichten, dass viele Arbeiter ohne Schutzkleidung oder Sicherheitsvorkehrungen in den Schacht hinabstiegen, als sich der Hang plötzlich löste.
Arbeitsbedingungen und Sicherheitsmängel in Kobalt- und Coltan-Minen
Die Region Nord-Kivu zählt zu den rohstoffreichsten Gebieten der Welt. Dort werden wertvolle Mineralien wie Coltan, Kobalt und Gold abgebaut – Rohstoffe, die für die Produktion von Smartphones, Laptops und Elektroautos unverzichtbar sind.
Menschenrechtsorganisationen kritisieren seit Jahren, dass die Arbeitsbedingungen in diesen Minen katastrophal sind. Viele Minen werden informell betrieben, ohne staatliche Aufsicht oder Sicherheitskontrollen. Bereits in der Vergangenheit kam es in der DR Kongo immer wieder zu tödlichen Unglücken in illegalen oder unsicheren Bergwerken.
Kontrolle durch M23-Miliz erschwert Hilfe
Die betroffene Region steht seit mehreren Jahren unter der Kontrolle der bewaffneten Rebellenbewegung M23, die vom Nachbarland Ruanda unterstützt wird. Diese Kontrolle erschwert den Zugang für staatliche Rettungskräfte und internationale Hilfsorganisationen. Die kongolesische Regierung in Kinshasa hat angekündigt, Ermittlungen zum Unglück und den Sicherheitsvorkehrungen in der Mine einzuleiten.
Internationale Reaktionen
Die Vereinten Nationen und mehrere Hilfsorganisationen zeigten sich bestürzt über das Ausmaß der Katastrophe. UN-Generalsekretär António Guterres rief zu einer besseren Überwachung der Minenarbeit und zu einem stärkeren Schutz der Zivilbevölkerung auf.
Auch Menschenrechtsgruppen wie Amnesty International forderen seit Langem verbindliche Standards für Abbaubedingungen in afrikanischen Rohstoffländern, um solche Tragödien in Zukunft zu verhindern.
Quellen
Mehr als 200 Tote bei Minenunglück
Kongo: Minenkatastrophe fordert hunderte Todesopfer


