In den Vereinigten Staaten wächst der öffentliche Unmut, nachdem es im Zusammenhang mit den tödlichen Schüssen von ICE-Beamten auf einen fünfjährigen Jungen erneut zu Verhaftungen gekommen ist. Demonstranten gingen in mehreren Städten auf die Straße, um gegen die aus ihrer Sicht unverhältnismäßige Gewaltanwendung durch die Behörden zu protestieren.
Nach Angaben von The Washington Post wurden allein am Mittwochabend über 30 Menschen festgenommen, viele von ihnen bei friedlichen Mahnwachen vor Regierungsgebäuden. Videos in sozialen Medien zeigen, wie Einsatzkräfte Demonstranten mit Tränengas auseinandertrieben.
Vizepräsident Vance ruft zu Zurückhaltung auf
US-Vizepräsident J.D. Vance äußerte sich am Donnerstag erstmals öffentlich zu dem Vorfall. In einem Statement aus dem Weißen Haus bezeichnete er den Tod des Kindes als „tragisches Versagen staatlicher Verantwortung“. Zugleich rief er zu Ruhe und Besonnenheit auf, versprach aber „vollständige Transparenz“ bei den Ermittlungen.
„Die amerikanische Öffentlichkeit verdient Antworten. Wir dürfen nicht zulassen, dass ein weiteres Kind durch übermäßige Gewalt ums Leben kommt“, sagte Vance laut Reuters.
Hintergrund: Schüsse bei ICE-Einsatz
Der tragische Vorfall ereignete sich Anfang Januar, als Beamte der Immigration and Customs Enforcement (ICE) in einem Haus in Texas einen mutmaßlich illegal aufhältigen Verdächtigen festnehmen wollten. Dabei wurden Schüsse abgegeben, die den fünfjährigen Sohn der Familie tödlich trafen.
Die Behörden sprechen bislang von einem „bedauerlichen Unfall“ und berufen sich auf Notwehr, nachdem angeblich ein Familienmitglied eine Waffe gezogen habe. Menschenrechtsorganisationen wie Human Rights Watch und Amnesty International USA fordern hingegen eine unabhängige Untersuchung.
Politische und gesellschaftliche Folgen
Die Empörung in den USA erinnert an ältere Fälle unverhältnismäßiger Polizeigewalt, die bereits in den vergangenen Jahren zu landesweiten Protestbewegungen geführt haben. Zahlreiche Politiker der Demokraten und Republikaner fordern nun umfassende Reformen bei Einsatzregeln und Ausbildung von ICE-Beamten.
Analysten sehen in dem Fall auch eine Belastungsprobe für die Regierung, die sich innenpolitisch zunehmendem Druck ausgesetzt sieht, Konsequenzen aus den jüngsten Ereignissen zu ziehen.
Quellen
Empörung über neue Festnahmen – Vance äußert sich zu Skandal um Fünfjährigen
ICE nimmt 5-jährigen Jungen und seinen Vater auf dem Heimweg vom Kindergarten fest und benutzt den Jungen dann als „Köder“, um Verwandte ausfindig zu machen.


