In Portugal fand am Sonntag der erste Durchgang der Präsidentschaftswahl statt – doch keiner der sieben Kandidaten konnte die absolute Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen. Amtsinhaber Marcelo Rebelo de Sousa verpasste nur knapp den Sieg im ersten Wahlgang. Damit ist nun eine Stichwahl erforderlich, die voraussichtlich Mitte Februar stattfinden wird.
Ventura verzeichnet deutlichen Stimmenzuwachs
Besonders bemerkenswert war das Ergebnis des rechtspopulistischen Kandidaten André Ventura, Chef der Partei Chega („Genug“). Mit rund 27 Prozent der Stimmen erreichte er den zweiten Platz und zieht somit in die Stichwahl ein. Für die 2019 gegründete Partei ist dies der bislang größte Erfolg – Ventura konnte im Vergleich zu früheren Wahlen seinen Stimmenanteil deutlich ausbauen.
Politisches Klima und Wählerstimmung
Ventura profitierte vor allem von der wachsenden Unzufriedenheit vieler Portugiesen mit der etablierten Politik. Themen wie Migration, Kriminalität und wirtschaftliche Zukunft dominierten seinen Wahlkampf. Seine nationalkonservative und migrationskritische Linie findet zunehmend Anklang bei jenen Wählern, die sich von den traditionellen Parteien nicht ausreichend vertreten fühlen.
Reaktionen der anderen Parteien
Während Venturas Erfolg innerhalb seiner Partei gefeiert wird, zeigen sich Vertreter der Linken und Liberalen besorgt. Politische Beobachter warnen vor einer weiteren gesellschaftlichen Spaltung in Portugal. Präsident Rebelo de Sousa betonte in seiner ersten Reaktion, man müsse „den Dialog über die Parteigrenzen hinweg fortsetzen“ und Portugal einen.
Ausblick auf die Stichwahl
Die Stichwahl wird entscheidend dafür sein, ob Rebelo de Sousa erneut im Amt bestätigt wird oder ob André Ventura die politische Landschaft Portugals grundlegend verändert. Erste Umfragen sehen den Amtsinhaber vorne, doch Venturas Mobilisierungskraft und die Unzufriedenheit vieler Bürger könnten das Ergebnis noch beeinflussen.
Quellen
Rechtspopulist André Ventura in Portugal auf Platz zwei – Stichwahl nötig
Seguro und Ventura gehen in die Stichwahl


