Die ehemalige EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini wurde am 2. Dezember 2025 in Brügge vorübergehend festgenommen und hat anschließend ihre Unschuld beteuert. Sie betonte, volles Vertrauen in das Justizsystem zu haben und weiterhin mit den Behörden zu kooperieren. Die Vorwürfe drehen sich um den mutmaßlichen Missbrauch von EU-Mitteln im Zusammenhang mit Trainingsprogrammen für Nachwuchsdiplomaten.
Hintergrund der Festnahme
Federica Mogherini, Rektorin des Europakollegs in Brügge, wurde zusammen mit dem EU-Spitzenbeamten Stefano Sannino und einem Kolleg-Mitarbeiter festgehalten. Die Europäische Staatsanwaltschaft (EUStA) leitete ein Verfahren wegen Beschaffungsbetrugs, Korruption, Interessenkonflikten und Verletzung der beruflichen Schweigepflicht ein. Alle Beschuldigten wurden nach Vernehmung freigelassen, da keine Fluchtgefahr bestand.
Die Vorwürfe im Detail
Unter Untersuchung steht die Vergabe eines EU-finanzierten Projekts zur Europäischen Diplomatischen Akademie zwischen 2021 und 2022. Es wird geprüft, ob das Europakolleg frühzeitig Zugang zu vertraulichen Ausschreibungsdaten hatte und ob ein Kauf eines Gebäudes in Brügge für 3,2 Millionen Euro mit der späteren Förderung von 654.000 Euro zusammenhängt. Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) war ebenfalls involviert.
Karriere von Federica Mogherini
Von 2014 bis 2019 diente Mogherini als EU-Außenbeauftragte und Vizepräsidentin der EU-Kommission. Seit September 2020 leitet sie das Europakolleg, eine Kaderschmiede für EU-Diplomaten. Der Skandal sorgt in Brüssel für Aufregung und erhöht den Druck auf die Institution.
Stellungnahme und Ausblick
In einer Mitteilung über die Pressestelle des Kollegs erklärte Mogherini: „Ich bin überzeugt, dass die Rechtmäßigkeit der Handlungen des Kollegs festgestellt werden wird.“ Das Verfahren läuft weiter, und die Beschuldigten gelten offiziell als Angeklagte.
Quellen
Staatsanwaltschaft leitet Verfahren gegen Federica Mogherini ein
Ex-EU-Außenbeauftragte Mogherini des Betrugs und der Korruption angeklagt